Objektorientierte Anwendungsarchitekturen - unternehmensweit |
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Software Factory - Ein Statusbericht |
Georg Herzwurm, Werner Mellis, Klaus Schmolling |
Zusammenfassung
Die Fabrik scheint nicht mehr das Vorbild der Softwareproduktion zu sein. Dennoch zeigt sich
bei genauerer Betrachtung, daß sowohl das Ziel, Softwareprozesse wie Fabrikprozesse zu
beherrschen, als auch die Fabrikanalogie, Softwareprozesse wie Fabrikprozesse zu
betrachten, im wesentlichen weiterhin bestehen. Weil Erwartung und Erfolg so weit
auseinanderklafften, hat die zunehmend auf technische Aspekte eingeengte und auf
Automatisierung zielende Interpretation die Software Factory in Mißkredit gebracht. Daß die
Praxis aus den technischen Lösungsansätzen in der Forschung und
Softwarewerkzeugentwicklung nicht den Nutzen ziehen konnte, den man erwartet hat, muß
nicht gegen die Lösungsansätze oder die Werkzeuge sprechen. Es ist aber deutlich geworden
und dies wird auch durch eine Studie unseres Lehrstuhls bestätigt, daß die
Umsetzungsprobleme in der Praxis außer auf technische Probleme wesentlich auf einem
Mangel an Verständnis und Beherrschung der organisatorischen und methodischen Aspekte
zurückzuführen sind. Es ist also die Bedeutung der im ursprünglichen Konzept der Software
Factory wesentlichen organisatorischen und methodischen Aspekte wiederentdeckt worden.
Allerdings wird die Verbesserung der organisatorischen und methodischen
Rahmenbedingungen der Softwareentwicklung nicht mehr unter dem inzwischen als
kontaminiert geltenden Begriff Software Factory betrieben, sondern unter den Begriffen:
Prozeßorientierung, Total Quality Management etc. Aber es gibt inzwischen neben der Kritik
einer zu eingeschränkten Problemsicht auch substantielle Kritik an der Fabrikanalogie selbst.
Das verbesserte Verständnis der Softwareprozesse hat die Grenzen der Analogie zu den
Fabrikprozessen deutlich gemacht.
Dieses Heft ist vergriffen, d.h. nicht mehr lieferbar. Eine Neuauflage ist nicht geplant.
Die Beiträge aus diesem Heft sind jedoch noch separat und kostenpflichtig unter
www.genios.de erhältlich.
HMD, Heft 180, November 1994
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