HMD 185, 32. Jahrgang, September 1995
Virtuelle Organisation
Herausgeber: Heidi Heilmann
Die Eignung objektorientierter Analysemethoden für das Workflow Management
Stefan Jablonski, Katrin Stein
Zusammenfassung
Dem Einsatz von Workflow-Management-Systemen geht die Modellierung von Geschäftsprozessen voraus. Geschäftsprozesse illustrieren die konstitutiven Objekte und Beziehungen zwischen diesen Objekten eines Unternehmens. Ziel ist es, eine optimale Gestaltung des Unternehmens bezüglich der Aufbau- und der Ablauforganisation zu erreichen. Geschäftsprozesse können in der Regel nicht direkt ausgeführt werden, da sie auf einer abstrakten Ebene formuliert sind. Workflow-Management-Systeme übernehmen diese Aufgabe, indem sie eine Ausführungsinfrastruktur für Geschäftsprozesse zur Verfügung stellen. Ausführbare Geschäftsprozesse nennen wir Workflows.
Als Modellierungsmethode für Geschäftsprozesse verwenden wir in diesem Beitrag die Booch'sche Methode. Wir untersuchen anhand dieses ausgewählten Ansatzes, inwiefern objektorientierte Analysemethoden für das Workflow Management geeignet sind. Um diese Untersuchung systematisch anzugehen, verwenden wir ein allgemeines Workflowmodell, welches als Obermenge existierender Workflowmodelle angesehen werden kann. Die Booch'sche Methode wird daraufhin untersucht, inwieweit einerseits die Anforderungen an ein Workflowmodell erfüllt werden und andererseits die notwendige Abbildung zwischen Geschäftsprozeß- und Workflowmodell ermöglicht wird. Aufgrund der Vielzahl der Modellierungsprimitive der Booch'schen Methode wird eine bottom-up Vorgehensweise gewählt. Können alle Konzepte des Referenzmodells mit der Booch'schen Methode modelliert werden und wird eine (möglichst einfache) Abbildung von Geschäftsprozessen auf Workflows ermöglicht, so qualifiziert sich die Booch'sche Methode als Modellierungswerkzeug im Bereich des Workflow Managements.
Dieses Heft ist nicht mehr lieferbar. Eine Neuauflage ist nicht geplant.







