HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

02.09.2010


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Workflow der nächsten Generation im Finanzdienstleistungsbereich

Matthias Knoll

Zusammenfassung

Dieser Beitrag zeigt anhand einzelner Beispiele und eines Anwendungsfalls aus dem Finanzdienstleistungsbereich, auf welche Weise Workflow Management sowohl stark als auch schwach strukturierte Prozesse unterstützen kann. Hierzu ist es notwendig, daß sich Workflow Management und Groupware einander annähern. Die Vorteile beider Konzepte faßt ein Modell zusammen, das auf den Prinzipien der Objektorientierung basiert. Zur Abbildung des fachlichen Kontexts nutzt es Business Objects (Geschäftsobjekte). Ein zelluläres Netzwerk übernimmt die Koordination und Kommunikation der Business Objects und deckt gleichzeitig die Aufgaben eines Organisationsmodells ab. Die Zellen des Netzwerks beschreiben dabei die Aufbauorganisation, netzinterne und -übergreifende Dienste decken Ablaufaspekte ab. Ein vorab definiertes starres Prozeßmodell gibt es nicht. Vielmehr werden Methodenaufrufe über Objektzustände verkettet und bilden somit eine indirekte Prozeßdefinition. Aufgrund ihrer dynamischen Struktur ist sie zur Laufzeit an aktuelle Erfordernisse anpaßbar und verleiht damit dem System Ad-hoc-Fähigkeiten. Business Objects gestatten zudem durch standardisierte Schnittstellen die freie Wahl der Implementierung des fachlichen Kontexts in den Informations- und Kommunikationssystemen. Neben der Koexistenz von Alt und Neu erlaubt dies die kontrollierte Migration von Anwendungssystemen, ohne daß dies für die Benutzer des Systems sichtbar wird. Für den fachlichen und technischen Entwurf solcher Systeme bietet sich ein zyklisches Modell an. Es stellt sicher, daß alle Änderungen im Umfeld des Systems stets zuerst am fachlichen Modell untersucht werden, bevor die Implementierung angepaßt wird. Die Entwicklung des vorgestellten Modells folgt dem Leitsatz: "die Aufgabe steht im Mittelpunkt, nicht die Technologie".

Inhaltsübersicht

  1. Finanzdienstleister - eine Branche im Umbruch
  2. Das Konzept
    1. Zielsetzung
    2. Aufbau
  3. Die Bausteine
    1. Abbildung des fachlichen Kontexts in Business Objects
    2. Einbindung von Anwendungen
    3. Steuerung des Prozeßablaufs
    4. Kontrolle und Koordination durch zelluläre Strukturen
  4. Anwendungsfall internetbasierter Aktienkauf
  5. Vom Modell zum IV-System: ein Business-Object-basierter Entwicklungszyklus
  6. Ausblick
  7. Literatur

HMD, Heft 208, August 1999

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