Wissensmanagement |
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Workflow der nächsten Generation im Finanzdienstleistungsbereich |
Matthias Knoll |
Zusammenfassung
Dieser Beitrag zeigt anhand einzelner Beispiele und eines
Anwendungsfalls aus dem Finanzdienstleistungsbereich, auf welche Weise
Workflow Management sowohl stark als auch schwach strukturierte Prozesse
unterstützen kann. Hierzu ist es notwendig, daß sich Workflow Management
und Groupware einander annähern. Die Vorteile beider Konzepte faßt ein
Modell zusammen, das auf den Prinzipien der Objektorientierung basiert.
Zur Abbildung des fachlichen Kontexts nutzt es Business Objects
(Geschäftsobjekte). Ein zelluläres Netzwerk übernimmt die Koordination
und Kommunikation der Business Objects und deckt gleichzeitig die
Aufgaben eines Organisationsmodells ab. Die Zellen des Netzwerks
beschreiben dabei die Aufbauorganisation, netzinterne und -übergreifende
Dienste decken Ablaufaspekte ab. Ein vorab definiertes starres
Prozeßmodell gibt es nicht. Vielmehr werden Methodenaufrufe über
Objektzustände verkettet und bilden somit eine indirekte
Prozeßdefinition. Aufgrund ihrer dynamischen Struktur ist sie zur
Laufzeit an aktuelle Erfordernisse anpaßbar und verleiht damit dem
System Ad-hoc-Fähigkeiten. Business Objects gestatten zudem durch
standardisierte Schnittstellen die freie Wahl der Implementierung des
fachlichen Kontexts in den Informations- und Kommunikationssystemen.
Neben der Koexistenz von Alt und Neu erlaubt dies die kontrollierte
Migration von Anwendungssystemen, ohne daß dies für die Benutzer des
Systems sichtbar wird. Für den fachlichen und technischen Entwurf
solcher Systeme bietet sich ein zyklisches Modell an. Es stellt sicher,
daß alle Änderungen im Umfeld des Systems stets zuerst am fachlichen
Modell untersucht werden, bevor die Implementierung angepaßt wird. Die
Entwicklung des vorgestellten Modells folgt dem Leitsatz: "die Aufgabe
steht im Mittelpunkt, nicht die Technologie".
Inhaltsübersicht
- Finanzdienstleister - eine Branche im Umbruch
- Das Konzept
- Zielsetzung
- Aufbau
- Die Bausteine
- Abbildung des fachlichen Kontexts in Business Objects
- Einbindung von Anwendungen
- Steuerung des Prozeßablaufs
- Kontrolle und Koordination durch zelluläre Strukturen
- Anwendungsfall internetbasierter Aktienkauf
- Vom Modell zum IV-System: ein Business-Object-basierter Entwicklungszyklus
- Ausblick
- Literatur
HMD, Heft 208, August 1999
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