HMD 209, 36. Jahrgang, Oktober 1999
Computernetze - Technik und Anwendung
Herausgeber: Heinz Sauerburger
Dieses Heft ist nicht mehr lieferbar. Eine Neuauflage ist nicht geplant.
HMD 209, 36. Jahrgang, Oktober 1999
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Einwurf
von Roswitha R. Kortheuer
WOW!Das ist ja wohl mega-scharf Da wird in den USA ein gigantisches Testbett aufgebaut, wo jeder nach seinem GUSTO die Dienstqualität seiner Auserwählten testen kann. Total neu, wenngleich auch leicht irritierend, ist die Testtechnik - vBNS, was soviel heißt wie vertikales Bett-Nutzungs-System. Vertikal ist immerhin gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht ist das auch bloß was für Senkrechtstarter.
Jedenfalls fühlt sich eine große Organisation bemüßigt, das Potential dieser Lotterwiese mit wissenschaftlicher Akribie zu erforschen. Sie gaben ihrem Forschungsobjekt auch einen schönen weiblichen Namen - Abilene. Berichten zufolge gingen dieser Abilene schon viele Herum-Browser ins Netz.
QoS (Quality of Service oder Qual of Sex) ist nach einhelliger Meinung aller Im-Netz-Treibenden höchste Wonne oder Plugin- Horror. Jedenfalls hecheln gleich zwei Testbed-Provider um die Gunst des Dienstgüte-Ordens. Konkurrenz belebt das Geschäft. Logo.
So wurde, wie nicht anders zu erwarten, im Internet das "6Bone"-Bett (Liebesknochen-Liege) gegründet, um "als Testbed Erfahrungen in einem weltweiten Rahmen zu sammeln". Echt stark! Was würde wohl mein DAD dazu sagen? Vermutlich würde der ganz cool bleiben, denn zwei Adressen verdoppeln die Verfügbarkeit der Lover-on-demand, halbieren aber leider nicht die Last der Zahlung, zu deutsch "Payload". Ein praxisgerechtes Verkehrsmanagement mit Überlastkontrolle ist da schon angebracht.
Klasse finde ich auch die neue Bezeichnung des Lustobjektes = "Nutzlast". Trifft ja wohl auf viele Beziehungskisten zu. Für eine Weitverkehrsübertragung wird diese Nutzlast dann in Container (Kisten) verpackt und ohne Lunchpaket mit Gigabit- Geschwindigkeit über die Datenautobahn gejagt. Den Transport einer solchen Liebes-Nutzlast nennt man "bed-to-bed"- Übertragung. Diese Methode ist nützlich, wenngleich auch etwas lästig. Da sind die Leute in den Raumschiffen schon weiter - die lassen "beamen". Der hochpriorige Verkehr ist bei denen schon längst kein Thema mehr.
Verlassen wir die virtuelle Realität mit ihren aufregenden Netzen und Nutzen. Wie heißt es doch gleich in einem der heutigen Beiträge? "Netze spinnen unsichtbare Fäden zwischen uns". Wie wahr. Lassen wir uns einwickeln. Es wird uns auch gar nichts anderes übrigbleiben. Aber was Handfestes soll's schon sein:
Technik - konkret und faßbar - ein gutes Gefühl. Na also
Ihre
Roswitha R. Kortheuer
Roswitha R. Kortheuer Roswitha Kortheuer EDV-Studio Kortheuer GmbH Haus Gravener Str. 100 40764 Langenfeld edvkort001@aol.com