HMD 212, 37. Jahrgang, April 2000
Usability Engineering
Herausgeber: Stefan Meinhardt
Editorial
Zweifellos ist der Computer zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel bei der Abwicklung von Geschäftsvorgängen in den Unternehmen geworden und aus dem Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Aber auch im privaten Umfeld (zumindest bei der jüngeren Generation) gehört der Computer bald genauso selbstverständlich zu den Dingen des täglichen Lebens wie das Telefon, das Auto oder der Kühlschrank. Heute besitzen bereits über 30% der Bundesbürger einen PC, in den USA sogar schon über 60% der Einwohner.
Entscheidend für den bisher erreichten Grad der Nutzung der Informationstechnologie und den möglichen Durchbruch in noch weitere Anwendungsszenarien ist vor allem die ergonomische Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstelle, des so genannten "User-Interface".
Mit dem Themengebiet "Optimierung der Benutzerfreundlichkeit von Anwendungssystemen", kurz: "Usability Engineering", beschäftigen sich Wissenschaftler der Informatik sowie Hersteller von Informationssystemen bereits seit den frühen 80er Jahren und dem Aufkommen der ersten Computer mit grafischem User-Interface.
Im ersten Beitrag gibt Çakir einen Abriss über die Entwicklungsgeschichte des Themas "Usability Engineering" und führt in die Gesetze und Normen für den Arbeitsschutz bei der Arbeit mit Bildschirmgeräten ein, die aus der EU-Bildschirmrichtlinie entstanden sind. Darüber hinaus werden Methoden und deren Effektivität zum Messen der "Gebrauchstauglichkeit" von Software-Anwendungen dargestellt.
Unter der Überschrift "Multimodales Interagieren im Haus der Zukunft" stellen Machate und Wöhr Ergebnisse eines von der EU geförderten Forschungsprojektes vor, das die Entwicklung von vereinfachten Steuerungsmöglichkeiten des häuslichen Umfeldes insbesondere für ältere und behinderte Menschen zum Ziel hat.
Eckert und Esslinger stellen modernes Interfacedesign in den Mittelpunkt ihres Aufsatzes. Es wird die Bedeutung und die richtige Verwendung von Farbe, die Übertragung von vertrauten Funktionsprinzipien aus der realen Welt auf Computerprogramme sowie die Möglichkeit der Individualisierung durch den Benutzer bei der Gestaltung von Software-Anwendungen thematisiert.
In den folgenden beiden Beiträgen beschreiben zuerst Erxleben und Gebauer den benutzerorientierten Software-Entwicklungsprozess im Hause SAP, der im Rahmen der unternehmensweiten EnjoySAP-Initiative zu einer deutlichen Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des SAP-Systems führen sollte, um die Zufriedenheit der Benutzer zu steigern und die Total Cost of Ownership des SAP-Einsatzes im Unternehmen zu senken.
Steffens, Dorrhauer und Zlender berichten dann über die Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchung, die zum Ziel hatte herauszufinden, ob die SAP eine Verbesserung der Usability mit ihrem neusten Release 4.6 tatsächlich erreichen konnte.
Die Präsentation und Diskussion unterschiedlicher Strategien zur Visualisierung entscheidungsrelevanter Daten für das Management behandeln Reiterer, Mann, Mußler und Bleimann in ihrem Beitrag. Moderne Management-Support-Systeme entwickeln sich mehr und mehr zu multimedialen Anwendungen, die weit mehr als nur klassische Geschäftsgrafiken zur Darstellung von Unternehmenskennzahlen verwenden.
Im nächste Aufsatz beschäftigt sich Gronski mit Lösungsansätzen für eine verbesserte Nutzungsstrategie von Intranets. Im Zentrum steht das Management unstrukturierter Informationen und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen redaktionellen Administration.
Außerhalb des Schwerpunkts behandeln Prähofer, Sametinger und Stritzinger im Bereich Basistechnik die Architektur eines Simulationsbaukastens, basierend auf dem Komponentenmodell JavaBeans.
Im Bereich Methoden beschreiben diesmal Schulze, Bach und Österle eine Methode zur erfolgreichen Einführung von CRM (Customer Relationship Management).
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre des vorliegenden Heftes und hoffe, dass Sie in Zukunft mehr und mehr Softwareprogramme nutzen können, deren Anwendung richtig Spaß macht, damit die tägliche Arbeit im Beruf und Privatleben leichter von der Hand geht.
Viele herzliche Grüße
Sehr geehrte, liebe HMD-Leser und -Abonnenten,
zusammen mit der Auslieferung des ersten HMD-Heftes im
neuen Jahr können wir Ihnen eine erfreuliche Mitteilung
machen: Die dpunkt.verlag GmbH, welche die HMD seit 1998
innerhalb der Hüthig-Verlagsgruppe redaktionell betreut
hat und seit Mitte 1999 selbständig ist, hat die
HMD-Rechte zum 1. 1. 2000 von Hüthig übernommen.
Wir Herausgeber freuen uns über diesen Wechsel zu einem
jungen, innovativen und flexiblen Verlag, der sich voll
auf die Informationstechnologie konzentriert und Ihnen
sicher auch schon durch sein Buchprogramm aufgefallen ist.
Sie können davon ausgehen, daß die noch engere
Zusammenarbeit mit dpunkt zwei für Sie wichtige
Sachverhalte kombiniert: Die Weiterentwicklung der HMD als
Ihr Weiterbildungs-Kompaß in der Informationstechnologie,
und das unter erweitertem Einbezug von Kommunikations- und
Serviceleistungen im Web.
Last, but not least wollen wir einen
betriebswirtschaftlichen Aspekt der Übernahme nicht
verschweigen: dpunkt kommt ohne die angekündigte
Preiserhöhung aus, Sie erhalten Ihre HMD auch im Jahr 2000
zum bisherigen Preis.
Im Namen aller HMD-Herausgeber
Prof. Dr. Heidi Heilmann
Dieses Heft ist vergriffen, d.h. nicht mehr lieferbar. Eine Neuauflage ist nicht geplant. Die Beiträge aus diesem Heft sind jedoch noch separat und kostenpflichtig bei GBI-Genios erhältlich.





