HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

09.02.2010


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CSCW - Workflow und Groupware

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Editorial

Groupware und Workflow Management sind mittlerweile in die Jahre gekommen: Erste Diskussionen und Anwendungen in ihrem Umfeld gab es schon Mitte der 80er Jahre, also vor rund 15 Jahren. Dabei war der heutige Oberbegriff CSCW - Computer Supported Cooperative Work - ursprünglich nur auf Groupware bezogen. Erst als Anfang der 90er Jahre Workflow Management im Zusammenhang mit der Business-Process-Reengineering-Welle erneut an Bedeutung gewann, bürgerte sich CSCW als Oberbegriff für das gesamte Spektrum ein.

Dies ist auch sinnvoll, weil die strenge Abgrenzung "einerseits Groupware für kreativ arbeitende Teams - andererseits (Production) Workflow für wohl strukturierte Routineprozesse mit geregelter Arbeitsteilung" so nicht mehr gilt. Es gibt fließende Übergänge, z.B. im Ad-hoc-Workflow. Es gibt auch zeitliche Übergänge, wenn beispielsweise ein neuer Geschäftsprozess zunächst in einem Ad-hoc-Workflow mit hohem Gestaltungsspielraum abgebildet wird, sich im Laufe der Erfahrung aber nach und nach zu einem detaillierteren, strukturierten Prozess entwickelt, der keiner Improvisation mehr bedarf und weniger erfahrenen Mitarbeitern übergeben werden kann.

CSCW unterliegt wie jeder IT-Einsatzbereich zunehmendem Integrationsdruck. Seit der Reengineering-Welle - also seit fast zehn Jahren - gibt es enge Verbindungen zwischen CSCW und Prozessmanagement. In den letzten Jahren sind auch die Übergänge zwischen der Prozessmodellierung im Business Process Reengineering und der Modellierung von Workflow-Typen im Workflow Management zwar noch nicht ideal, aber doch sehr viel einfacher lösbar geworden; darauf gehen auch mehrere Beiträge im vorliegenden Heft genauer ein. Integriert wird CSCW zunehmend auch mit Wissensmanagement, in Anwendungsarchitekturen generell (Stichwort: EAI Enterprise Application Integration) und vor allem auch mit Internet- und WWW-Lösungen. Diese Integration erfolgt nicht nur innerbetrieblich, sondern greift zunehmend auch auf den zwischenbetrieblichen Bereich über, wobei Durchgängigkeit und Standards eine wichtige Rolle (vgl. Sie den Beitrag von Alt / Zbornik) spielen.

Zwei Folgerungen liegen auf der Hand:

  • Die Weiterentwicklung ist viel versprechend! Aber in der täglichen Praxis werden die Probleme wie eh und je im Vermeiden von Fallstricken und in vielen nicht immer auf Anhieb funktionierenden Details liegen.
  • Dazu kommt: Der Anbietermarkt ist - vergleichen Sie dazu den Beitrag von Kampffmeyer und Fichter - in Bewegung. Es ist also wichtig, richtige und vor allem zukunftsoffene Softwareentscheidungen zu treffen.

Herausgeber und Redaktion hoffen, dass das vorliegende HMD-Heft Sie dabei unterstützen kann.

Heidi Heilmann

HMD, Heft 213, Juni 2000

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