CSCW - Workflow und Groupware |
|
Editorial |
Groupware und Workflow Management sind mittlerweile in die Jahre
gekommen: Erste Diskussionen und Anwendungen in ihrem Umfeld gab
es schon Mitte der 80er Jahre, also vor rund 15 Jahren. Dabei war
der heutige Oberbegriff CSCW - Computer Supported Cooperative
Work - ursprünglich nur auf Groupware bezogen. Erst als Anfang
der 90er Jahre Workflow Management im Zusammenhang mit der
Business-Process-Reengineering-Welle erneut an Bedeutung gewann,
bürgerte sich CSCW als Oberbegriff für das gesamte Spektrum ein.
Dies ist auch sinnvoll, weil die strenge Abgrenzung "einerseits
Groupware für kreativ arbeitende Teams - andererseits
(Production) Workflow für wohl strukturierte Routineprozesse mit
geregelter Arbeitsteilung" so nicht mehr gilt. Es gibt fließende
Übergänge, z.B. im Ad-hoc-Workflow. Es gibt auch zeitliche
Übergänge, wenn beispielsweise ein neuer Geschäftsprozess
zunächst in einem Ad-hoc-Workflow mit hohem Gestaltungsspielraum
abgebildet wird, sich im Laufe der Erfahrung aber nach und nach
zu einem detaillierteren, strukturierten Prozess entwickelt, der
keiner Improvisation mehr bedarf und weniger erfahrenen
Mitarbeitern übergeben werden kann.
CSCW unterliegt wie jeder IT-Einsatzbereich zunehmendem
Integrationsdruck. Seit der Reengineering-Welle - also seit fast
zehn Jahren - gibt es enge Verbindungen zwischen CSCW und
Prozessmanagement. In den letzten Jahren sind auch die Übergänge
zwischen der Prozessmodellierung im Business Process
Reengineering und der Modellierung von Workflow-Typen im Workflow
Management zwar noch nicht ideal, aber doch sehr viel einfacher
lösbar geworden; darauf gehen auch mehrere Beiträge im
vorliegenden Heft genauer ein. Integriert wird CSCW zunehmend
auch mit Wissensmanagement, in Anwendungsarchitekturen generell
(Stichwort: EAI Enterprise Application Integration) und vor allem
auch mit Internet- und WWW-Lösungen. Diese Integration erfolgt
nicht nur innerbetrieblich, sondern greift zunehmend auch auf den
zwischenbetrieblichen Bereich über, wobei Durchgängigkeit und
Standards eine wichtige Rolle (vgl. Sie den Beitrag von Alt /
Zbornik) spielen.
Zwei Folgerungen liegen auf der Hand:
-
Die Weiterentwicklung ist viel versprechend! Aber in der
täglichen Praxis werden die Probleme wie eh und je im Vermeiden
von Fallstricken und in vielen nicht immer auf Anhieb
funktionierenden Details liegen.
-
Dazu kommt: Der Anbietermarkt ist - vergleichen Sie dazu den
Beitrag von Kampffmeyer und Fichter - in Bewegung. Es ist also
wichtig, richtige und vor allem zukunftsoffene
Softwareentscheidungen zu treffen.
Herausgeber und Redaktion hoffen, dass das vorliegende HMD-Heft
Sie dabei unterstützen kann.
Heidi Heilmann
HMD, Heft 213, Juni 2000
|