HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

19.03.2010


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IT-Personal / IT-Training

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Editorial

Ein Jahr ist bereits vergangen, seit der Bundeskanzler das auf 20.000 Aufenthaltenehmigungen begrenzte "Green Card"- Programm ins Leben rief. "Einer rief (Schröder) und alle, alle kamen (Inder)" - so etwa hatte man sich das gedacht Bis zum 02.02.2001 wurden erst 5.263 Anträge auf eine Green Card gestellt. Jeder fünfte Antragsteller ist Inder, zahlreiche Bewerber kommen aus Russland, Rumänien, Tschechien und der Slowakei (siehe auch Beitrag Dostal). Der Kanzler forderte seinerzeit auch dazu auf, mehr für die Aus- und Weiterbildung der IT-Fachkräfte zu tun, da einerseits über 20.000 IT-Spezialisten fehlen, andererseits aber bei den Arbeitsämtern 37.000 Computerfachleute und 56.000 Ingenieure arbeitslos gemeldet seien (siehe Beitrag Dostal und CW Nr.11/17.03.00). Folgerung: Es klafft eine Lücke zwischen dem qualitativen Bedarf der Unternehmen und den Ausbildungsinhalten und -ergebnissen vor allem an Schulen und Hochschulen. Und diese Lücke ist nicht nur zeitlich bedingt

Im Auftrag des Bundeinisteriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben drei Institute die Situation der deutschen Softwareindustrie durchleuchtet. Eines von vielen Ergebnissen der Studie lautet: In Unternehmen hierzulande wird die Bedeutung von Software und deren Entwicklung als Motor für Wachstum und Beschäftigung unterschätzt (siehe Notiz "Analyse und Evaluation der Softwareentwicklung in Deutschland" in diesem Heft).

Dieses Heft beschäftigt sich mit dem aktuellen Schwerpunktthema "IT-Personal / IT-Training". Es versteht sich als IT-politische Ergänzung zum eher IT-technologisch ausgerichteten HMD-Heft "Multimediale Bildungssysteme" Nr. 205 vom Februar 1999.

Dostal gibt im ersten Beitrag in seiner fundierten Art und Weise einen aktuellen Über- und Ausblick auf den IT- Arbeitsmarkt - heute und morgen. Wie schon die o.a. Zahlen und auch die Statistiken im Beitrag Dostal zeigen, sind diese selten vergleichbar - erst recht in einem sich so dynamisch verändernden Markt wie dem IT-Markt. Dieser hat in nur wenigen Jahren eine Vielzahl neuer Berufsfelder hervorgebracht. Arbogast und Klein zeigen für die Kategorien "Produktionsberufe, Berufe im Konvergenzbereich und Schnittstellenberufe" Entstehung und Perspektiven auf.

Was kann das Medium Internet zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildungssituation beitragen? Ehrenberg beschreibt ein Szenario 2005, die Innovationspotenziale neuer Medien, die Chancen für die IT-Aus- und Weiterbildung sowie ein Beispiel für internetbasierte Ausbildung in der Wirtschaftsinformatik an Hochschulen..

Wie kann IT-Wissen transparent und vergleichbar gemacht werden? In dem Beitrag von Michel geht es um die in letzter Zeit vermehrt diskutierte Zertifizierung von IT-Wissen, hier um das Beispiel der European Computer Driving Licence (ECDL). Prüfbare Ausbildungtandards wünscht man sich auch für die Informatik-Ausbildung an Schulen. Rittershofer gibt in seinem Beitrag einen kurzen Statusbericht über die Informatik- Ausbildung an Schulen, speziell an Gymnasien.

Wie rekrutiert die Wirtschaft ihre IT-Fach- und - Nachwuchskräfte? In Ergänzung zu dem Beitrag von Dostal gibt Hillebrand die Sicht des Hauses SAP auf die Problematik der Rekrutierung von IT-Fachkräften im Ausland wieder. Am Beispiel des Ausbildungs- und Rekrutierungsprogamms der Concept AG zeigt Heckerott neue Wege im Personalmarketing auf.

Da die Hochschulen in ihren Studiengängen sowohl quantitativ als auch z.T. qualitativ dem Druck des permanenten Wandels durch die Globalisierung der Märkte nicht mehr standhalten können, haben sich viele große Unternehmen dazu entschlossen, unternehmensspezifische Universitäten, sog. Corporate Universities, zu gründen. In Deutschland gehören u.a. DaimlerChrysler, Bertelsmann, Lufthansa und die Deutsche Bank dazu. Für die Deutsche Bank University (eDBU) beschreibt Dambrowsky die eingeschlagenen, neuen Wege der unternehmensinternen Aus- und Weiterbildung sowie die Umsetzung der systemtechnischen eDBU-Architektur.

Der Beitrag "TeleTown Klosterforst - Wohnen und Arbeiten unter einem Dach" von Bongard liegt am Rande unseres Schwerpunktes, zeigt aber anhand eines Modells an der Peripherie Hamburgs einen interessanten Ansatz für neue Arbeitsformen, insbesondere für die IT- und Dienstleistungsbranche.

Außerhalb des Schwerpunktes geben Isenmann, Lenz und Müller- Merbach einen Überblick über den Stand der betrieblichen Umweltberichterstattung im Internet.

Und zum guten Schluss: Werfen Sie auch einen Blick auf die themenbezogenen Notizen

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß beim Lesen und bei der Vermehrung der gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten.


Ihr Rolf M. Katzsch

HMD, Heft 218, April 2001

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