Fertigungsmanagement in der Supply Chain |
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Editorial |
Die informationstechnische Unterstützung des
Fertigungsmanagements hat sich in den letzten Jahren
dramatisch weiterentwickelt. Zum einen haben das Internet als
Basis für E-Business und neue Rechnergenerationen
entscheidend dazu beigetragen, dass neuartige
Anwendungssysteme zur Optimierung der kompletten Supply Chain
entstehen konnten. Andererseits unterliegt der
Produktionsprozess einem steigenden Kostendruck, da die
Fertigung auch von High-Tech-Produkten in Fernost und den
Schwellenländern mit verhältnismäßig niedrigen Lohnkosten
mehr und mehr zunimmt.
Die konzeptionellen Wurzeln dieser neuen Generation von
Systemen des Fertigungsmanagements reichen zurück bis zur
CIM-(Computer Integrated Manufacturing)-Architektur der 80er
und 90er Jahre, die zum Ziel hatte, die unternehmensinternen
Prozesse durch Integration zu optimieren. Die
Weiterentwicklung im Zuge neuer Supply-Chain-Management-
Konzepte hat die unternehmensübergreifende Koordination und
Optimierung der Material- und Informationsflüsse über den
gesamten Wertschöpfungsprozess vom Lieferanten bis zum
Endkunden zum Ziel.
Lag der Fokus im Rahmen des Supply Chain Managements in den
letzten Jahren besonders auf den Bereichen "plan", "source"
und "deliver" (nach dem SCOR-Modell - Supply-Chain-
Operations-Reference-Modell), so sind in der letzten Zeit
auch verstärkt neue Lösungen im Bereich "make" entstanden.
Die Fertigung ist nach wie vor der zentrale Ort der
Wertschöpfung und daher können neue Ansätze der vertikalen
Integration (Echtzeitverbindung der ERP-Systeme mit den
Systemen der Maschinenebene) als auch der horizontalen
Integration (systemübergreifende Kommunikation der
Maschinensteuerung über IP-Technologien und Internet-
Standards, wie XML) enorme Effizienzvorteile bringen.
Im vorliegenden Heft zum Thema "Fertigungsmanagement in der
Supply Chain" werden aktuelle Trends und Konzepte im Bereich
der Fertigung und entsprechende Lösungsansätze vorgestellt
und diskutiert.
Den Anfang macht Schüber mit dem Beitrag "Die Internet-
Fabrik", der die Potenziale des "Working Internet" aufzeigt,
die wesentlichen Web-Technologien für die Internet-Fabrik
beschreibt und erfolgversprechende Lösungsansätze für E-
Production erläutert.
Im zweiten Beitrag beschreiben Kozian, Schulz und Peteler wie
"Manufacturing-Execution-Systeme (MES)" als integratives
Zwischenstück die kommerzielle Auftragsbearbeitung der ERP-
Ebene mit den Steuerungssystemen der Produktionswelt
verbinden.
Unter der Überschrift "E-Manufacturing" stellt Dittmar eine
moderne Produktionssoftware vor, die den Fertigungsprozess in
Produktionsnetzwerken unterstützt. Anschaulich wird der
Einsatz des neuen Anwendungssystems am Beispiel eines
Automobil-Zulieferers dargestellt.
Schuster und Wilhelm berichten aufbauend auf den Erfahrungen
zweier Forschungsprojekte einen Ansatz zur Integration
heterogener DV-Strukturen bei produzierenden Unternehmen, mit
dem gemeinsamen Ziel, das Informationsmanagement im Bereich
des "Service" entscheidend zu verbessern.
Welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen sollten, um ihre
Supply Chain gegenüber der steigenden Komplexität der
Material- und Informationsflüsse neu auszurichten, und welche
Erfolge sie dabei erzielen können, arbeitet Grundmann in
seinem Beitrag heraus, der auf den Ergebnissen einer Studie
zum Thema "Supply Chain Management in Europa" aufbaut, die
Arthur D. Little gemeinsam mit 250 Unternehmen aus den Top
2000 in Europa erstellt hat.
Eine neue Komponente moderner SCM-Systeme, die "Supply Chain
Event Management (SCEM) Engine" wird von Lauterbach und
Wieser in den Mittelpunkt ihres Beitrages gestellt. Die SCEM
Engine hat den Anspruch, als Mittler zwischen Planung und
Ausführung innerhalb der gesamten Supply Chain zu fungieren
und die Reaktionsgeschwindigkeit bei Abweichungen deutlich zu
erhöhen sowie eine Bewertung der "Supply Chain Performance"
zu ermöglichen.
Im nächsten Beitrag beschreibt Odendahl die "Grenzen und
Möglichkeiten der Daten- und Vorgangsintegration in so
genannten dynamischen Kooperationsnetzwerken", leitet
Anforderungen an deren informationstechnische Unterstützung
ab und beschreibt die prototypische Implementierung eines
intelligenten und pro-aktiven elektronischen
Marktplatzsystems zur Planung und Steuerung dynamischer
Kooperationsnetzwerke.
Die "Situation und Entwicklung der Unternehmensnetzwerke in
der Automobilbranche" stellt Quicken am Beispiel des neuen
Markplatzes SupplyOn vor. Es werden Vorteile und neue
Möglichkeiten des elektronischen Handels aufgezeigt und ein
Blick in die Zukunft einer IT-basierten Zuliefererwelt
gewagt.
Das "Optimierungsproblem im Zusammenhang mit der Festlegung
der Vorlaufproduktion bei saisonalen Bedarfen" erläutern
Bruckner und Hartweg in ihrem Beitrag. Vor dem Hintergrund
zahlreicher Möglichkeiten zur Anpassung der
Fertigungskapazitäten bestehen erhebliche
Rationalisierungspotenziale.
In der Rubrik Methoden präsentieren Hintz und Brauer diesmal
eine Methode zur "Personalisierung eines objektorientierten
Rahmenwerks für das Produktdatenmanagement".
Herausgeber und Redaktion wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen
und viele nützliche Anregungen zur verbesserten Unterstützung
Ihrer Supply-Chain-Herausforderungen.
Stefan Meinhardt
HMD, Heft 219, Juni 2001
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