Customer Relationship Management |
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Editorial |
Es ist eine alte Weisheit, dass die Unternehmen, die sich
hauptsächlich mit ihren Kosten beschäftigen, im Allgemeinen
weniger Erfolg haben. Die sich hauptsächlich um ihre Produkte
kümmern, haben schon mehr Erfolg. Richtig erfolgreich sind
aber nur die Unternehmen, die sich überwiegend ihren Kunden
widmen.
So betrachtet kann man mit hoher Sicherheit behaupten, dass
CRM mehr als nur ein aktuelles Schlagwort ist. Denn hinter
Customer Relationship Management (CRM) steckt nun die
Rückbesinnung auf den Kunden, nachdem die
Wirtschaftsinformatik jahrelang zunächst die Kosten verfolgt
und später dann die Produktion der Produkte automatisiert
hat.
Es gibt in unserer Branche immer wieder viele neue Hypes,
Schlagworte, hinter denen nicht viel mehr steckt als heiße
Luft. CRM macht hier eine Ausnahme; es gehört nicht zu der
Kategorie Hype. Hinter CRM steckt das elementare Bedürfnis,
Kunden systematisch und gut zu bedienen, um langfristig
systematisch gute Ergebnisse zu erzielen. Das kann kein Hype
sein
Dennoch könnte CRM manchem wie ein Hype erscheinen: CRM ist
schwierig einzuführen, da es Neuland ist: Tante Emma wusste
schon immer, was die Kunden wünschen. Solange die Kunden nur
in der Region angesiedelt waren und der Vertrieb sie
regelmäßig besuchen konnte, wusste der Vertrieb, was sie
wünschen. Nun sind die Kunden aber global verteilt und es
gilt nun, ihre Wünsche mit modernen Methoden zu erfassen.
Liebe HMD-Leserin, lieber HMD-Leser: Mit dem vorliegenden
Schwerpunktheft wollen wir Ihnen Hilfestellung und einen
Überblick über das schwierige Gebiet des Customer
Relationship Managements (CRM) geben.
Zunächst stellt Herr Fröschle das Thema CRM in
einer einführenden Übersicht vor. Die dann folgenden Artikel
greifen spezielle Aspekte auf:
Michael Bartz schildert an einem
praktischen Beispiel den Wert von Kundenbeziehungen.
Maximilian Teltzrow und Oliver
Günther stellen Konzepte und Möglichkeiten zur
Effizienzmessung des Electronic Customer Relationship
Managements vor.
Hajo Hippner et al. geben einen Überblick über
mehr als 140 Produkte, die derzeit am Markt angeboten werden.
Da das Gebiet ziemlich neu ist, sind die Methoden zur
Einführung noch nicht uniform: Sandra Gronover
von der Universität St. Gallen und Christian Behr-Karla
von Diebold stellen daher ihre zwei verschiedenen
Methoden vor.
Wenn man massenweise individuelle Kundenwünsche erfasst,
benötigt man ein Verfahren, um massenweise Individualität
erzeugen zu können: Frank Piller erläutert das
Thema der Mass Customization.
Es folgt eine spezielle Anwendung aus der Pharmaindustrie von
Thomas Puschmann.
Wir dürfen gespannt sein, wie lange die Branche brauchen
wird, bis das Thema konsolidiert ist. Unsere persönliche
Schätzung: Es wird ebenso lange dauern, wie die ERP-Systeme
benötigt haben, sich am Markt durchzusetzen. Daher ist es für
mich nicht verwunderlich, wenn derzeit noch viele Projekte
scheitern. Trotzdem ist es ein wichtiges Thema, dem sich kein
Unternehmen verschließen darf, will es nicht über kurz oder
lang seine Kompetenz aufgeben, am Markt erfolgreich zu
agieren.
Möge Ihnen das Heft bei Ihren Bemühungen nützen, CRM einzuführen
Hans-Peter Fröschle und Michael Mörike
im August 2001
HMD, Heft 221, Oktober 2001
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