HMD 221, 38. Jahrgang, Oktober 2001
Customer Relationship Management
Herausgeber: Hans-Peter Fröschle, Michael Mörike
Editorial
Es ist eine alte Weisheit, dass die Unternehmen, die sich
hauptsächlich mit ihren Kosten beschäftigen, im Allgemeinen
weniger Erfolg haben. Die sich hauptsächlich um ihre Produkte
kümmern, haben schon mehr Erfolg. Richtig erfolgreich sind
aber nur die Unternehmen, die sich überwiegend ihren Kunden
widmen.
So betrachtet kann man mit hoher Sicherheit behaupten, dass
CRM mehr als nur ein aktuelles Schlagwort ist. Denn hinter
Customer Relationship Management (CRM) steckt nun die
Rückbesinnung auf den Kunden, nachdem die
Wirtschaftsinformatik jahrelang zunächst die Kosten verfolgt
und später dann die Produktion der Produkte automatisiert
hat.
Es gibt in unserer Branche immer wieder viele neue Hypes, Schlagworte, hinter denen nicht viel mehr steckt als heiße Luft. CRM macht hier eine Ausnahme; es gehört nicht zu der Kategorie Hype. Hinter CRM steckt das elementare Bedürfnis, Kunden systematisch und gut zu bedienen, um langfristig systematisch gute Ergebnisse zu erzielen. Das kann kein Hype sein
Dennoch könnte CRM manchem wie ein Hype erscheinen: CRM ist schwierig einzuführen, da es Neuland ist: Tante Emma wusste schon immer, was die Kunden wünschen. Solange die Kunden nur in der Region angesiedelt waren und der Vertrieb sie regelmäßig besuchen konnte, wusste der Vertrieb, was sie wünschen. Nun sind die Kunden aber global verteilt und es gilt nun, ihre Wünsche mit modernen Methoden zu erfassen.
Liebe HMD-Leserin, lieber HMD-Leser: Mit dem vorliegenden Schwerpunktheft wollen wir Ihnen Hilfestellung und einen Überblick über das schwierige Gebiet des Customer Relationship Managements (CRM) geben.
Zunächst stellt Herr Fröschle das Thema CRM in
einer einführenden Übersicht vor. Die dann folgenden Artikel
greifen spezielle Aspekte auf:
Michael Bartz schildert an einem
praktischen Beispiel den Wert von Kundenbeziehungen.
Maximilian Teltzrow und Oliver
Günther stellen Konzepte und Möglichkeiten zur
Effizienzmessung des Electronic Customer Relationship
Managements vor.
Hajo Hippner et al. geben einen Überblick über
mehr als 140 Produkte, die derzeit am Markt angeboten werden.
Da das Gebiet ziemlich neu ist, sind die Methoden zur
Einführung noch nicht uniform: Sandra Gronover
von der Universität St. Gallen und Christian Behr-Karla
von Diebold stellen daher ihre zwei verschiedenen
Methoden vor.
Wenn man massenweise individuelle Kundenwünsche erfasst,
benötigt man ein Verfahren, um massenweise Individualität
erzeugen zu können: Frank Piller erläutert das
Thema der Mass Customization.
Es folgt eine spezielle Anwendung aus der Pharmaindustrie von
Thomas Puschmann.
Wir dürfen gespannt sein, wie lange die Branche brauchen wird, bis das Thema konsolidiert ist. Unsere persönliche Schätzung: Es wird ebenso lange dauern, wie die ERP-Systeme benötigt haben, sich am Markt durchzusetzen. Daher ist es für mich nicht verwunderlich, wenn derzeit noch viele Projekte scheitern. Trotzdem ist es ein wichtiges Thema, dem sich kein Unternehmen verschließen darf, will es nicht über kurz oder lang seine Kompetenz aufgeben, am Markt erfolgreich zu agieren.
Möge Ihnen das Heft bei Ihren Bemühungen nützen, CRM einzuführen






