Elektronische Märkte |
|
Eine Kosten-/Nutzenanalyse der standardisierten B2B-Kommunikation am Beispiel des papiNet-Projekts |
Michael Merz |
Zusammenfassung
Die einfache Nachricht lautet: Wenn die Kommunikation
zwischen Unternehmen bei der B2B-Integration standardisiert
werden soll, dann sollte diese Standardisierung alle Aspekte
der Kommunikation umfassen, nur dann lassen sich
Kostenvorteile vollständig ausschöpfen. "Alle" bedeutet hier:
Vereinheitlichung von
- Geschäftsprozessen,
- Dokumentenformaten sowie
- Kommunikationssoftware und -protokollen.
Erfolgt die Standardisierung nur teilweise, bleibt häufig der
Netzwerkeffekt aus, der ein wesentlicher Treiber der
Kostenreduktion ist. Wir werden diese Zusammenhänge am
Beispiel des papiNet-Projekts [papinet] demonstrieren und die
Kostensituation vergleichen zwischen unkoordinierten,
bilateralen Absprachen auf der einen Seite und einer
einheitlichen Standardisierung von Dokumentenformaten,
Protokollen und Geschäftsprozessen auf der anderen.
Dazu werden die Total Cost of Collaboration (TCC) als
Kennzahl definiert, mit deren Hilfe der Gesamtaufwand der
B2B-Integration je Teilnehmer, aber auch für eine gesamte
Branche quantifiziert werden soll. Im angeführten Beispiel
lassen sich die TCC branchenweit durch Standardisierung um
2/3 reduzieren, was für die beteiligten Branchen zu einer
Reduzierung der TCC von 19 Mio. Euro auf unter 7 Mio. führt.
Die Ergebnisse dieser Studie sind insbesondere auch für die
Anwendung von Open-Source-Entwicklungen interessant, da diese
sich dem weiter unten angeführten Modell der "konzertierten
Aktion" unterordnen lassen.
Inhaltsübersicht
- Alternativen zur B2B-Integration
- Zentral oder dezentral?
- Drei Modelle zur B2B-Integration
- Kostenfaktoren
- Das papiNet-Projekt
- Kosten-/Nutzenanalyse für papiNet
- Annahmen
- Die branchenweiten "Total Cost of Collaboration"
- Zusammenfassung
- Literatur
HMD, Heft 223, Februar 2002
|