HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

02.09.2010


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Eine Kosten-/Nutzenanalyse der standardisierten B2B-Kommunikation am Beispiel des papiNet-Projekts

Michael Merz

Zusammenfassung

Die einfache Nachricht lautet: Wenn die Kommunikation zwischen Unternehmen bei der B2B-Integration standardisiert werden soll, dann sollte diese Standardisierung alle Aspekte der Kommunikation umfassen, nur dann lassen sich Kostenvorteile vollständig ausschöpfen. "Alle" bedeutet hier: Vereinheitlichung von

  1. Geschäftsprozessen,
  2. Dokumentenformaten sowie
  3. Kommunikationssoftware und -protokollen.

Erfolgt die Standardisierung nur teilweise, bleibt häufig der Netzwerkeffekt aus, der ein wesentlicher Treiber der Kostenreduktion ist. Wir werden diese Zusammenhänge am Beispiel des papiNet-Projekts [papinet] demonstrieren und die Kostensituation vergleichen zwischen unkoordinierten, bilateralen Absprachen auf der einen Seite und einer einheitlichen Standardisierung von Dokumentenformaten, Protokollen und Geschäftsprozessen auf der anderen.

Dazu werden die Total Cost of Collaboration (TCC) als Kennzahl definiert, mit deren Hilfe der Gesamtaufwand der B2B-Integration je Teilnehmer, aber auch für eine gesamte Branche quantifiziert werden soll. Im angeführten Beispiel lassen sich die TCC branchenweit durch Standardisierung um 2/3 reduzieren, was für die beteiligten Branchen zu einer Reduzierung der TCC von 19 Mio. Euro auf unter 7 Mio. führt. Die Ergebnisse dieser Studie sind insbesondere auch für die Anwendung von Open-Source-Entwicklungen interessant, da diese sich dem weiter unten angeführten Modell der "konzertierten Aktion" unterordnen lassen.

Inhaltsübersicht

  1. Alternativen zur B2B-Integration
    1. Zentral oder dezentral?
    2. Drei Modelle zur B2B-Integration
    3. Kostenfaktoren
  2. Das papiNet-Projekt
  3. Kosten-/Nutzenanalyse für papiNet
    1. Annahmen
    2. Die branchenweiten "Total Cost of Collaboration"
  4. Zusammenfassung
  5. Literatur

HMD, Heft 223, Februar 2002

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