Zahlungssysteme / E-Banking |
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Elektronische Zahlungssysteme - Eine einführende Darstellung |
Martin Reichenbach |
Zusammenfassung
Obwohl geradezu dafür gemacht, sind Zahlungen im Electronic
Commerce (E-Commerce) die am wenigsten akzeptierte
Erscheinungsform. Aus den bisher über 100 für das offene und
unsichere Internet konzipierten Vorschlägen für elektronische
Zahlungssysteme hat sich kein einziges in der Praxis
durchsetzen können. Das Fehlen einer kontextadäquaten,
akzeptierten und hinreichend sicheren Form der
Wertübertragung behindert gegenwärtig die Entwicklung
elektronischer Märkte im Internet. Sichere und effiziente
elektronische Geld- und Zahlungssysteme sind jedoch eine
wesentliche Voraussetzung für die Durchführung von
Transaktionen im Internet. Die Mehrheit der aktuellen
Zahlungen im Internet erfolgt immer noch auf dem
Kreditkartenweg und erfordert so die Preisgabe von sensiblen
Daten an ein sehr unsicheres Medium. Nachrichten über
Sicherheitslücken bei Onlinebanken, das Fälschen von
Überweisungen im Onlinebanking oder die Betrugsstatistiken
der Kreditkartenunternehmen tragen zusätzlich zur
beobachtbaren Zurückhaltung bei der Nutzung elektronischer
Zahlungssysteme bei.
Die Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnik
für elektronisches Bezahlen sind zwar technisch
fortgeschritten, aber bezüglich der Akzeptabilität nicht
ausgeschöpft. So zeigt sich für die Zahlungsabwicklung ein
Beharrungsvermögen zugunsten traditioneller Methoden, wie
etwa das Bezahlen per Vorkasse, per Nachnahme oder per
Rechnung. Kennzeichnend für dieses Verhalten der Nutzer ist
das Vorgehen beim Bezahlen im Internet: Zumeist müssen sie
aus den ihnen zur Verfügung stehenden Zahlungssystemen ein
vorgegebenes auswählen, ohne sich dabei über die Auswirkungen
dieser Wahl auf ihre Sicherheits-, Funktionalitäts- und
Wirtschaftlichkeitsanforderungen im Klaren zu sein. Letztlich
müssen sich die Nutzer zur Abwicklung einer Transaktion im
gegenwärtigen Zustand immer "blind" zugunsten eines der
Zahlungssysteme entscheiden, das der Anbieter vorsieht. Die
Nutzer gehen damit das Risiko ein, dass sich ihre
Anforderungen an die Sicherheit, Funktionalität und
Wirtschaftlichkeit der Zahlungsdurchführung in einer
bestimmten Transaktionssituation nicht erfüllen. Nachfolgend
werden nach der einleitenden Definition des Begriffes
"elektronische Zahlungssys-teme" (vgl. Abschn. 1) mögliche
Unterscheidungsmerkmale zur Gliederung der Zahlungs-systeme
in Klassen vorgestellt (vgl. Abschn. 2). Ein Überblick über
unterschiedliche Modelle zur Durchfüh-rung von Zahlungen
(vgl. Abschn. 3) und eine Beschreibung der gegenwärtigen
Situation der Bezahl-verfahren im Internet (vgl. Abschn. 4)
rundet die einführende Darstellung elektroni-scher Zahlungs-
systeme ab. In Abschnitt 5 stellt der Autor mit dem Konzept
des "Virtual Internet Payment Assistant" schließlich einen
Ansatz zur individuellen Risikohandhabung elektronischer
Zahlungen vor, mit dem Nutzer die oben identifizierten
Risiken in den Griff bekommen können.
Inhaltsübersicht
- Einleitung
- Klassifikation elektronischer Zahlungssysteme
- Zeitpunkt der Zahlung
- Bindung an Kontoführung
- Art der Zahlungskommunikation
- Initiierung des Zahlungsvorganges
- Generische Zahlungssystemklassen
- Zahlungsmodelle
- Lieferungsbezogene Zahlung
- Guthabenbezogene Zahlung
- Zeitbezogene Zahlung
- Asynchrone Zahlungen
- Stand elektronischer Zahlungssysteme im Internet
- Electronic Commerce
- Zahlungssysteme in E-Commerce-Systemarchitekturen
- Neue Anforderungen an Zahlungssysteme im Internet
- Individuelle Risikohandhabung elektronischer Zahlungssysteme
- Der "Virtual Internet Payment Assistant"
- Unterstützung bei der Zahlungssystemwahl
- Anwendungsszenarien
- Aspekt "Nutzerfreundlichkeit"
- Literatur
HMD, Heft 224, April 2002
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