HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

19.03.2010


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Zahlungssysteme / E-Banking

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Elektronische Zahlungssysteme - Eine einführende Darstellung

Martin Reichenbach

Zusammenfassung

Obwohl geradezu dafür gemacht, sind Zahlungen im Electronic Commerce (E-Commerce) die am wenigsten akzeptierte Erscheinungsform. Aus den bisher über 100 für das offene und unsichere Internet konzipierten Vorschlägen für elektronische Zahlungssysteme hat sich kein einziges in der Praxis durchsetzen können. Das Fehlen einer kontextadäquaten, akzeptierten und hinreichend sicheren Form der Wertübertragung behindert gegenwärtig die Entwicklung elektronischer Märkte im Internet. Sichere und effiziente elektronische Geld- und Zahlungssysteme sind jedoch eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung von Transaktionen im Internet. Die Mehrheit der aktuellen Zahlungen im Internet erfolgt immer noch auf dem Kreditkartenweg und erfordert so die Preisgabe von sensiblen Daten an ein sehr unsicheres Medium. Nachrichten über Sicherheitslücken bei Onlinebanken, das Fälschen von Überweisungen im Onlinebanking oder die Betrugsstatistiken der Kreditkartenunternehmen tragen zusätzlich zur beobachtbaren Zurückhaltung bei der Nutzung elektronischer Zahlungssysteme bei.

Die Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnik für elektronisches Bezahlen sind zwar technisch fortgeschritten, aber bezüglich der Akzeptabilität nicht ausgeschöpft. So zeigt sich für die Zahlungsabwicklung ein Beharrungsvermögen zugunsten traditioneller Methoden, wie etwa das Bezahlen per Vorkasse, per Nachnahme oder per Rechnung. Kennzeichnend für dieses Verhalten der Nutzer ist das Vorgehen beim Bezahlen im Internet: Zumeist müssen sie aus den ihnen zur Verfügung stehenden Zahlungssystemen ein vorgegebenes auswählen, ohne sich dabei über die Auswirkungen dieser Wahl auf ihre Sicherheits-, Funktionalitäts- und Wirtschaftlichkeitsanforderungen im Klaren zu sein. Letztlich müssen sich die Nutzer zur Abwicklung einer Transaktion im gegenwärtigen Zustand immer "blind" zugunsten eines der Zahlungssysteme entscheiden, das der Anbieter vorsieht. Die Nutzer gehen damit das Risiko ein, dass sich ihre Anforderungen an die Sicherheit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der Zahlungsdurchführung in einer bestimmten Transaktionssituation nicht erfüllen. Nachfolgend werden nach der einleitenden Definition des Begriffes "elektronische Zahlungssys-teme" (vgl. Abschn. 1) mögliche Unterscheidungsmerkmale zur Gliederung der Zahlungs-systeme in Klassen vorgestellt (vgl. Abschn. 2). Ein Überblick über unterschiedliche Modelle zur Durchfüh-rung von Zahlungen (vgl. Abschn. 3) und eine Beschreibung der gegenwärtigen Situation der Bezahl-verfahren im Internet (vgl. Abschn. 4) rundet die einführende Darstellung elektroni-scher Zahlungs- systeme ab. In Abschnitt 5 stellt der Autor mit dem Konzept des "Virtual Internet Payment Assistant" schließlich einen Ansatz zur individuellen Risikohandhabung elektronischer Zahlungen vor, mit dem Nutzer die oben identifizierten Risiken in den Griff bekommen können.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. Klassifikation elektronischer Zahlungssysteme
    1. Zeitpunkt der Zahlung
    2. Bindung an Kontoführung
    3. Art der Zahlungskommunikation
    4. Initiierung des Zahlungsvorganges
    5. Generische Zahlungssystemklassen
  3. Zahlungsmodelle
    1. Lieferungsbezogene Zahlung
    2. Guthabenbezogene Zahlung
    3. Zeitbezogene Zahlung
    4. Asynchrone Zahlungen
  4. Stand elektronischer Zahlungssysteme im Internet
    1. Electronic Commerce
    2. Zahlungssysteme in E-Commerce-Systemarchitekturen
    3. Neue Anforderungen an Zahlungssysteme im Internet
  5. Individuelle Risikohandhabung elektronischer Zahlungssysteme
    1. Der "Virtual Internet Payment Assistant"
    2. Unterstützung bei der Zahlungssystemwahl
    3. Anwendungsszenarien
    4. Aspekt "Nutzerfreundlichkeit"
  6. Literatur

HMD, Heft 224, April 2002

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