HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

02.09.2010


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E-Government

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Editorial

Welches ist die Idealgröße einer Gemeinde? Sollte Großbritannien mit einer durchschnittlichen Einwohnerzahl von 118.440 Einwohnern als Vorbild dienen oder Schweden mit 30.040, Belgien mit 16.960, Italien mit 7.130, Deutschland mit 4.925, die Schweiz mit 2.210 oder vielleicht Frankreich mit 1.580? Im Zuge der Globalisierung möchte man nun plötzlich Gemeinden fusionieren. Mehr Effizienz und Effektivität ist gefordert.

Wäre es nicht geschickter, anstelle der Verschiebung von Grenzsteinen auf E-Government zu setzen? Im Lokalen, Regionalen, ja auch länderübergreifend könnten neue Formen der Zusammenarbeit ausgedacht und erprobt werden. Einige dieser Zusammenarbeitsformen haben wir für Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zusammengestellt. Wir möchten Ihnen mit dieser Schwerpunktnummer aufzeigen, dass die Optionen des A2A (Administration-to-Administration), A2B (Administration- to-Business) und A2C (Administration-to-Citizen) die herkömmlichen des B2B (Business-to-Business) und B2C (Business-to-Customer) ergänzen. Dabei haben wir Wert darauf gelegt, Ihnen nicht einen E-Government-Hype aufzutischen. Vielmehr zeigen wir Ihnen in ausgewählten Beiträgen die Chancen und Risiken des E-Government auf.

Eröffnet werden die Fachbeiträge mit dem Einwurf vom Bundestagsabgeordneten Binding, der in viele Projekte des E- Government involviert ist und aus nächster Nähe seine persönliche Einschätzung zu diesem Thema gibt.

Die beiden Kenner Brücher und Gisler aus der E-Government- Szene vermitteln Ihnen mit kritischer Einschätzung die wichtigsten Grundlagen und zeigen Anwendungsbeispiele auf. Mit dem Beitrag über Bürgerbeteiligung und elektronische Abstimmungen von Kubicek et al. erfahren Sie, was beim E- Voting machbar ist und worauf lieber verzichtet werden sollte. Die Autoren Humpert und Habbel illustrieren Ihnen die Vor- und Nachteile beim Nutzen mobiler Dienste für Verwaltungsfunktionen.

Haben Sie gewusst, dass die Option des E-Procurement (Beitrag Zarnekow et al.) vor allem auch für öffentliche Institutionen interessant ist? Kennen Sie die elektronischen Dienstleistungen der Pionierstadt des E-Government im Detail (Bericht von Sprock)? Wissen Sie, wo trotz Signaturgesetz noch Handlungsbedarf in der Gesetzgebung besteht (laut Holznagel und Werthmann)? Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Kundenbindung mit den Bürgerinnen und Bürgern etablieren müssen (Beitrag Daum)? Falls Ihnen diese Kenntnisse und Bewertungen fehlen, studieren Sie die entsprechenden Beiträge und lassen Sie sich auf den neusten Stand bringen.

Ein Blick in die Zukunft unserer Staatsgebilde zeigt Ihnen auf, dass E-Government zur Demokratisierung der Informationsgesellschaft beitragen kann. Diese Vision von Priddat ist gespickt mit Anregungen und Denkanstößen und rundet die Themenbeiträge über das E-Government ab.

Wie immer finden Sie außerhalb des Schwerpunktthemas interessante Beiträge. So erhalten Sie durch den Autor Bertsch einen Einblick in den Aufbau der Infrastruktur für eine digitale Unterschrift. Oder Sie bekommen wertvolle Hinweise von Schaarschmidt und Herrmann zur Verbesserung der Datenqualität bei Ihren Business Intelligence Anwendungen.

Welches ist die Idealgröße einer Gemeinde? Lassen wir doch die Grenzsteine stehen. Überwinden wir die Grenzen lieber mit den Optionen des E-Government. Und anschließend diskutieren wir die Einsichten aus dem Bürger-Chatraum an unserem gewohnten Stammtisch.

Auf ein kühles Bier und auf unsere Gesundheit


Andreas Meier

HMD, Heft 226, August 2002

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