|
Welches ist die Idealgröße einer Gemeinde? Sollte
Großbritannien mit einer durchschnittlichen Einwohnerzahl von
118.440 Einwohnern als Vorbild dienen oder Schweden mit
30.040, Belgien mit 16.960, Italien mit 7.130, Deutschland
mit 4.925, die Schweiz mit 2.210 oder vielleicht Frankreich
mit 1.580? Im Zuge der Globalisierung möchte man nun
plötzlich Gemeinden fusionieren. Mehr Effizienz und
Effektivität ist gefordert.
Wäre es nicht geschickter, anstelle der Verschiebung von
Grenzsteinen auf E-Government zu setzen? Im Lokalen,
Regionalen, ja auch länderübergreifend könnten neue Formen
der Zusammenarbeit ausgedacht und erprobt werden. Einige
dieser Zusammenarbeitsformen haben wir für Sie, liebe
Leserin, lieber Leser, zusammengestellt. Wir möchten Ihnen
mit dieser Schwerpunktnummer aufzeigen, dass die Optionen des
A2A (Administration-to-Administration), A2B (Administration-
to-Business) und A2C (Administration-to-Citizen) die
herkömmlichen des B2B (Business-to-Business) und B2C
(Business-to-Customer) ergänzen. Dabei haben wir Wert darauf
gelegt, Ihnen nicht einen E-Government-Hype aufzutischen.
Vielmehr zeigen wir Ihnen in ausgewählten Beiträgen die
Chancen und Risiken des E-Government auf.
Eröffnet werden die Fachbeiträge mit dem Einwurf vom
Bundestagsabgeordneten Binding, der in viele Projekte des E-
Government involviert ist und aus nächster Nähe seine
persönliche Einschätzung zu diesem Thema gibt.
Die beiden Kenner Brücher und Gisler aus der E-Government-
Szene vermitteln Ihnen mit kritischer Einschätzung die
wichtigsten Grundlagen und zeigen Anwendungsbeispiele auf.
Mit dem Beitrag über Bürgerbeteiligung und elektronische
Abstimmungen von Kubicek et al. erfahren Sie, was beim E-
Voting machbar ist und worauf lieber verzichtet werden
sollte. Die Autoren Humpert und Habbel illustrieren Ihnen die
Vor- und Nachteile beim Nutzen mobiler Dienste für
Verwaltungsfunktionen.
Haben Sie gewusst, dass die Option des E-Procurement (Beitrag
Zarnekow et al.) vor allem auch für öffentliche Institutionen
interessant ist? Kennen Sie die elektronischen
Dienstleistungen der Pionierstadt des E-Government im Detail
(Bericht von Sprock)? Wissen Sie, wo trotz Signaturgesetz
noch Handlungsbedarf in der Gesetzgebung besteht (laut
Holznagel und Werthmann)? Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine
Kundenbindung mit den Bürgerinnen und Bürgern etablieren
müssen (Beitrag Daum)? Falls Ihnen diese Kenntnisse und
Bewertungen fehlen, studieren Sie die entsprechenden Beiträge
und lassen Sie sich auf den neusten Stand bringen.
Ein Blick in die Zukunft unserer Staatsgebilde zeigt Ihnen
auf, dass E-Government zur Demokratisierung der
Informationsgesellschaft beitragen kann. Diese Vision von
Priddat ist gespickt mit Anregungen und Denkanstößen und
rundet die Themenbeiträge über das E-Government ab.
Wie immer finden Sie außerhalb des Schwerpunktthemas
interessante Beiträge. So erhalten Sie durch den Autor
Bertsch einen Einblick in den Aufbau der Infrastruktur für
eine digitale Unterschrift. Oder Sie bekommen wertvolle
Hinweise von Schaarschmidt und Herrmann zur Verbesserung der
Datenqualität bei Ihren Business Intelligence Anwendungen.
Welches ist die Idealgröße einer Gemeinde? Lassen wir doch
die Grenzsteine stehen. Überwinden wir die Grenzen lieber mit
den Optionen des E-Government. Und anschließend diskutieren
wir die Einsichten aus dem Bürger-Chatraum an unserem
gewohnten Stammtisch.
Auf ein kühles Bier und auf unsere Gesundheit
Andreas Meier
HMD, Heft 226, August 2002
|