HMD 227, 39. Jahrgang, Oktober 2002
Performance Measurement
Herausgeber: Hans-Peter Fröschle
Editorial
Nach dem Internet-Hype konzentrieren sich viele Unternehmen wieder auf die Steigerung der Unternehmenseffizienz. So zeigen unabhängige Untersuchungen über die aktuellen "critical issues" in der IT eine deutliche Verschiebung von der Entwicklung von E-Business-Strategien hin zur Optimierung der Unternehmenseffizienz und der unternehmensweiten IV- Dienstleistungen. Ausgehend von einer umfassenden Datensammlung und -analyse stellt sich für viele Unternehmen die Aufgabe, aus den verfügbaren Daten steuerungsrelevante Informationen zu extrahieren und mit den strategischen Vorgaben abzugleichen. Hier setzt Performance Measurement an. Strategien und Ziele werden nicht nur formuliert und kommuniziert, sondern gleichzeitig in Maßnahmen und Messgrößen für eine zeitnahe Erfolgskontrolle und Unternehmenssteuerung umgesetzt.
Für die Unternehmens-IT erlangt Performance Measurement zumindest in zweifacher Hinsicht Relevanz: Einerseits gilt es, Performance Measurement DV-technisch zu unterstützen und andererseits ist die Unternehmens-IT mehr und mehr selbst Gegenstand von Performance Measurement.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um ein exklusives Thema von Betriebswirten handelt, sondern Performance Measurement letztendlich für alle Personen im Unternehmen von Interesse sein muss, die zur Unternehmensleistung beitragen. Dem trägt das vorliegende Schwerpunktheft Rechnung:
In seinem einführenden Artikel stellt Werner Gladen die
Grundlagen von Performance Measurement als Methode der
Unternehmenssteuerung vor. Mit der Balanced Scorecard und der
Performance Pyramid werden zwei grundlegende Ansätze
dargestellt und verglichen.
Darauf aufbauend definiert Christian Baumgartner Bewertungs-
und Gestaltungskriterien für die Realisierung von
Performance-Measurement-Systemen.
Die Anwendung von Performance Measurement für die
Geschäftsprozessoptimierung wird in dem Beitrag von Jörg
Seidl herausgearbeitet.
Dass neben direkt (monetär) quantifizierbaren Leistungsgrößen
in zunehmendem Ausmaß auch "Intangible Assets" als
ertragskritische Größen zu berücksichtigen sind, stellt
Ulrich Schnabel in seinem Beitrag in den Vordergrund.
Peter Schütt und Anita Graf illustrieren diesen Ansatz durch
ihre Anwendungsbeispiele zur Bewertung von Communities bei
der IBM und dem Competency Management bei der UBS.
Die Bedeutung des Performance Measurement für die
Unternehmens-IT verdeutlichen Daniela Kudernatsch anhand der
Einführung eines Balanced-Scorecard-Systems in der
Datenverarbeitung eines Versicherungskonzerns und Andreas
Schmietendorf und Reiner Dumke anhand des Software
Performance Engineering.
Welche neuen Wege ein global agierendes Industrieunternehmen
mit dem Einsatz von Softwareagenten zum Management komplexer
Supply Networks eingeschlagen hat, wird in einem Beitrag von
Stefan Reinheimer und Roland Zimmermann beschrieben.
Ein weiteres Praxisbeispiel liefern Ronald Gleich und Volker
Kitzelmann mit der Beschreibung der Einführung von
Performance Measurement in einem produzierenden Unternehmen.
Abgerundet wird das Schwerpunktthema durch einen Überblick
über ausgewählte Performance-Measurement-Softwaresysteme von
Andreas Hahn.
Auch die "HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik", liebe Leserin und lieber Leser, ist ständig bemüht, ihre "Performance" zu steigern! Durch ein auf den jeweiligen Themenschwerpunkt bezogenes Glossar wollen wir Sie bei der Lektüre und der Umsetzung des Wissens und der Erfahrungen unserer Autoren in die tägliche Praxis unterstützen. Unterstützen Sie uns, indem Sie uns Ihre Meinung zu dieser Neuerung kundtun.





