Supplier Relationship Management |
|
Kunden-Lieferanten-Integration in der Automobilindustrie |
Christian Hilz, Andreas Krüger, Oliver Haas |
Zusammenfassung
Die Automobilhersteller (OEMs) sourcen immer mehr
Entwicklungsdienstleistungen an ihre Zulieferer out. Entsprechend
wird der weltweite Markt für Engineering-Dienstleistungen von 5 Mrd.
Euro im Jahr 2000 auf 30 Mrd. Euro im Jahr 2010 mit durchschnittlich
ca. 20% p.a. wachsen. Dadurch werden sich die Risikopositionen bei
den OEMs und Zulieferern verändern. Durch die bestehende hohe
Machtposition der OEMs versuchen diese, die für sie neu entstandenen
Risiken zu Lasten der Zulieferer zu minimieren. Der Artikel befasst
sich mit unterschiedlichen Formen der Integration von OEMs und
Zulieferern und spiegelt diese am jeweils bestehenden
Interessenkonflikt wider. Er bleibt jedoch nicht auf einer
abstrakten, konzeptionellen Ebene stehen, sondern untersucht die
konkrete Umsetzbarkeit der Alternativen, wobei vor allem die IT-
technische Realisierbarkeit im Vordergrund steht. Als Ergebnis zeigt
sich, dass trotz der großen Hoffnung in Business-to-Business-
Anwendungen der Weg zu echten Verbesserungen in der Kunden-
Lieferanten-Integration schwierig ist.
Inhaltsübersicht
- Verstärktes Outsourcing von Entwicklungsdienstleistungen in der Automobilbranche
- Integration der Zulieferer über ein unternehmensübergreifendes Projektmanagement
- Veränderte Risiken in unternehmensübergreifenden Projekten
- Vermehrte "verdeckte" Projektrisiken
- Höhere Risiken auch für den Zulieferer
- Anforderungen von OEMs an eine effiziente Integration im Projektmanagement
- Offenlegung von Projektinformationen der Zulieferer
- Vorgabe des Projektmanagementsystems
- Erwartungen und Gefahren aus Zulieferersicht
- Notwendigkeit eines eigenen Multiprojektmanagements
- Beschränkte Offenlegungsbereitschaft
- Ausweg: Doppelerfassungen
- Möglichkeiten einer Integration von OEM und Zulieferern im Projektmanagement
- Anforderungen an eine ideale Softwareunterstützung
- Alternative 1: Projektmanagement in einem zentralen System beim OEM
- Alternative 2: Branchenweites, zentrales Projektsystem
- Alternative 3: Automatisierte Kommunikation zwischen getrennten PMS
- Zugrunde liegender Planungsprozess
- Voraussetzungen und Probleme
- Erfahrungen aus der Praxis - Technische statt fachlicher Integration
- Literatur
HMD, Heft 228, Dezember 2002
|