Ubiquitous Computing - ein schwer auszusprechendes Wort mit
einer Bedeutung, die einen mindestens ebenso schwer zu
begreifenden Trend ausdrückt. Es ist eben nicht nur - wie in
unserer Branche üblich - ein neues Wort für etwas
Altbekanntes, etwa für Mobile Computing. Ubiquitous Computing
ist tatsächlich etwas Neues. Und es verdient Ihre
Aufmerksamkeit.
Ubiquitous Computing ist der Trend, die Dinge intelligent zu
machen, so dass wir künftig nicht nur mit anderen Menschen,
sondern auch mit den Dingen kommunizieren können. Der Heilige
Franz von Assisi redete - für die damalige Zeit ungewöhnlich
- mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen. Manche von uns
verständigen sich unter Einsatz der Körpersprache auch mit
ihren Haustieren. Mit Ubiquitous Computing werden wir aber
erstmals mit den Dingen reden, als ob sie beseelt wären.
Hatten unsere Vorfahren nicht auch schon davon geträumt?
Erfüllen wir uns einen uralten Wunsch?
Als klassisches Anwendungsbeispiel gilt der Kühlschrank, der
sich mit unserem Smartphone austauscht und uns so den Auftrag
mitgibt, Milch zu kaufen, weil die Vorräte zur Neige gehen.
Der Anzug - von Boss und "INTEL inside" - teilt uns von
selbst mit, wann er zur Reinigung muss. Hätten wir uns beim
Kauf lieber für ein Modell mit AMD-Chip entscheiden sollen?
Auch wenn es dann nicht von Boss gewesen wäre?
Der Anzug spricht natürlich nicht direkt mit uns Menschen,
sondern mit unserem "Gewissen", unserem Smartphone, das die
doch eher kurz gehaltenen und kryptisch anmutenden Daten vom
Anzug für uns interpretiert. Schließlich soll der Anzug ja
von allen Nationalitäten getragen werden können; da braucht
es einen universellen Übersetzer, der alle Geräte versteht
und die Information in die Muttersprache des jeweiligen
Trägers übersetzt. Genau das kann ein Smartphone.
Ob das Smartphone seinen Namen behalten wird? Oder wird es
sich "Communication Interpreter" nennen? Oder gar zum
"Communication Center" werden?
Ubiquitous Computing ist ein Trend, dessen wahre Bedeutung
sich nur schwer abschätzen lässt. Wie schnell wird sein
Einfluss bemerkbar werden? Was wird er verändern? Wie viel
wird er verändern? Wem werden diese Änderungen nützen? Oder
sind sie nur Spielereien für Reiche?
Wird es mehrere Sprachen geben, in der die Dinge
kommunizieren? Wer könnte sich berufen fühlen, dies zu
normieren? Die Chiphersteller? Gibt es die noch, wenn die
Chips aufgedruckt werden? Werden die Dinge XML reden? Ein
komplexes Betriebssystem, das öfter mal abstürzt, brauchen
die Anzüge jedenfalls nicht. Was sie brauchen, ist ein
minimales Kommunikationssystem, das zweifellos
vereinheitlicht und dann zusammen mit Basisfunktionen zum
Betriebssystem der eingebauten Chips werden wird. Wer wird an
dessen Lizenz verdienen?
Kann mein Smartphone auch mit dem Anzug meines
Geschäftspartners reden? Und dabei feststellen, dass dieser
sich mal wieder eine Reinigung gespart hat? Aha, Milch
braucht der Mann keine, aber schon wieder eine Flasche
Whisky? Mit wem wohl mein eigener Anzug kommuniziert, wenn
ich im ICE fahre? Eigentlich darf er nur mit meinem eigenen
Smartphone reden. Habe ich die Firewall in meinem Anzug
lückenlos abgedichtet?
Nun, hier ist offensichtlich die Fantasie mit dem Autor
durchgegangen! Dieser ist dennoch fest davon überzeugt, dass
noch viele Überraschungen auf uns warten. Lassen wir uns also
überraschen
Einwurf
von Michael Mörike
Ubiquitous Computing - ein schwer auszusprechendes Wort mit einer Bedeutung, die einen mindestens ebenso schwer zu begreifenden Trend ausdrückt. Es ist eben nicht nur - wie in unserer Branche üblich - ein neues Wort für etwas Altbekanntes, etwa für Mobile Computing. Ubiquitous Computing ist tatsächlich etwas Neues. Und es verdient Ihre Aufmerksamkeit.
Ubiquitous Computing ist der Trend, die Dinge intelligent zu machen, so dass wir künftig nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit den Dingen kommunizieren können. Der Heilige Franz von Assisi redete - für die damalige Zeit ungewöhnlich - mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen. Manche von uns verständigen sich unter Einsatz der Körpersprache auch mit ihren Haustieren. Mit Ubiquitous Computing werden wir aber erstmals mit den Dingen reden, als ob sie beseelt wären. Hatten unsere Vorfahren nicht auch schon davon geträumt? Erfüllen wir uns einen uralten Wunsch?
Als klassisches Anwendungsbeispiel gilt der Kühlschrank, der sich mit unserem Smartphone austauscht und uns so den Auftrag mitgibt, Milch zu kaufen, weil die Vorräte zur Neige gehen. Der Anzug - von Boss und "INTEL inside" - teilt uns von selbst mit, wann er zur Reinigung muss. Hätten wir uns beim Kauf lieber für ein Modell mit AMD-Chip entscheiden sollen? Auch wenn es dann nicht von Boss gewesen wäre?
Der Anzug spricht natürlich nicht direkt mit uns Menschen, sondern mit unserem "Gewissen", unserem Smartphone, das die doch eher kurz gehaltenen und kryptisch anmutenden Daten vom Anzug für uns interpretiert. Schließlich soll der Anzug ja von allen Nationalitäten getragen werden können; da braucht es einen universellen Übersetzer, der alle Geräte versteht und die Information in die Muttersprache des jeweiligen Trägers übersetzt. Genau das kann ein Smartphone.
Ob das Smartphone seinen Namen behalten wird? Oder wird es sich "Communication Interpreter" nennen? Oder gar zum "Communication Center" werden?
Ubiquitous Computing ist ein Trend, dessen wahre Bedeutung sich nur schwer abschätzen lässt. Wie schnell wird sein Einfluss bemerkbar werden? Was wird er verändern? Wie viel wird er verändern? Wem werden diese Änderungen nützen? Oder sind sie nur Spielereien für Reiche?
Wird es mehrere Sprachen geben, in der die Dinge kommunizieren? Wer könnte sich berufen fühlen, dies zu normieren? Die Chiphersteller? Gibt es die noch, wenn die Chips aufgedruckt werden? Werden die Dinge XML reden? Ein komplexes Betriebssystem, das öfter mal abstürzt, brauchen die Anzüge jedenfalls nicht. Was sie brauchen, ist ein minimales Kommunikationssystem, das zweifellos vereinheitlicht und dann zusammen mit Basisfunktionen zum Betriebssystem der eingebauten Chips werden wird. Wer wird an dessen Lizenz verdienen?
Kann mein Smartphone auch mit dem Anzug meines Geschäftspartners reden? Und dabei feststellen, dass dieser sich mal wieder eine Reinigung gespart hat? Aha, Milch braucht der Mann keine, aber schon wieder eine Flasche Whisky? Mit wem wohl mein eigener Anzug kommuniziert, wenn ich im ICE fahre? Eigentlich darf er nur mit meinem eigenen Smartphone reden. Habe ich die Firewall in meinem Anzug lückenlos abgedichtet?
Nun, hier ist offensichtlich die Fantasie mit dem Autor durchgegangen! Dieser ist dennoch fest davon überzeugt, dass noch viele Überraschungen auf uns warten. Lassen wir uns also überraschen
In diesem Sinne grüßt Sie grübelnd
Michael Mörike
Dipl.-Physiker Michael Mörike Integrata-Stiftung Schleifmühleweg 70 72070 Tübingen michael.moerike@integrata-stiftung.de www.integrata-stiftung.de