Entwicklungsplattformen - Java versus .NET |
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Editorial |
Nun sind zwei Jahre vergangen, seit Microsoft sein .NET
(gesprochen dotnet) auf den Markt gebracht hat. Da wird es
Zeit, dass auch wir uns mit den Erfahrungen damit
beschäftigen
- Was ist neu?
- Was ist nur anders?
- Ist es nur ein Marketingtrick, um sich von Sun abzukoppeln?
Darauf versucht das vorliegende HMD-Heft 230, die Antwort
zu geben. Zunächst mit einigen Grundlagen, die dann in
weiteren Beiträgen vertieft werden. Und es zeigt sich,
dass durchaus ein Fortschritt in der technologischen
Entwicklung eintritt, indem .NET das Netz konsequent in
den Mittelpunkt stellt: Das Netz wird quasi zum
Betriebssystem, indem Web-Services zu zentralen Bausteinen
werden.
Merken Sie es? Es ist nur noch vom Netz die Rede, wenn das
Internet gemeint ist
Da es bisher nicht viel Forschung zu .NET gibt, haben wir
versucht, .NET und Java ganz aus der Sicht des Praktikers
zu vergleichen. Teilweise beziehen wir auch noch Open-
Source-Plattformen mit ein. Dies ist doch ein berechtigtes
Anliegen. Oder?
Im Vorfeld der Erstellung des Heftes war es nicht einfach,
Autoren zu finden, die bereit waren, über erste
Erfahrungen zu berichten: Erfahrungen, die nicht nur erste
Versuche sind, sondern fertige Projekte - erfolgreiche und
nicht zu kleine Projekte aus der Praxis. Selten sind so
viele Autoren nach ersten Zusagen wieder abgesprungen.
Und für den Herausgeber war es auch eine völlig neue
Erfahrung, dass sich ein größerer Hersteller in die
Erstellung der Berichte über Projekte einzumischen
versucht, indem er eine Flut von vorgefertigten Texten
anbietet und dadurch unabhängige Autoren aus diesen
Projekten demotiviert, eigene Texte zu schreiben.
Und das immer freundlich, aber dennoch bestimmt.
Es versteht sich von selbst, dass solche Texte in der HMD
dann nicht abgedruckt werden. Da heißt es eben, andere
Autoren zu finden, die frei von solchen Einflüssen sind.
Damit es nicht falsch verstanden wird: Microsoft hat ein
sehr berechtigtes Interesse, rasch zu beweisen, dass sein
neues Produkt - .NET - am Markt angenommen wird. Dazu
müssen viele Entwickler sich mit .NET auseinander setzen
und .NET "von innen" kennen lernen. Am besten machen sie
Projekte damit - nach einer gewissen Schulung versteht
sich.
Daher unterstützt Microsoft eine erste Serie solcher
Projekte aktiv. Das ist auch gut so. Das ist gut für die
Projekte und deren Auftraggeber. Das ist gut für Microsoft
und die Verbreitung von .NET. Das ist aber leider weniger
gut für eine neutrale Fachzeitschrift, denn wie soll sie
ihre Beiträge frei halten vom Einfluss von Microsoft, wenn
sie über solche Projekte berichtet?
Wir hoffen, dies ist uns gelungen und Sie finden das Heft interessant
Michael Mörike
HMD, Heft 230, April 2003
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