HMD 230, 40. Jahrgang, April 2003

Entwicklungsplattformen - Java versus .NET

Herausgeber: Michael Mörike

Editorial

Nun sind zwei Jahre vergangen, seit Microsoft sein .NET (gesprochen dotnet) auf den Markt gebracht hat. Da wird es Zeit, dass auch wir uns mit den Erfahrungen damit beschäftigen

  • Was ist neu?
  • Was ist nur anders?
  • Ist es nur ein Marketingtrick, um sich von Sun abzukoppeln?

Darauf versucht das vorliegende HMD-Heft 230, die Antwort zu geben. Zunächst mit einigen Grundlagen, die dann in weiteren Beiträgen vertieft werden. Und es zeigt sich, dass durchaus ein Fortschritt in der technologischen Entwicklung eintritt, indem .NET das Netz konsequent in den Mittelpunkt stellt: Das Netz wird quasi zum Betriebssystem, indem Web-Services zu zentralen Bausteinen werden.
Merken Sie es? Es ist nur noch vom Netz die Rede, wenn das Internet gemeint ist

Da es bisher nicht viel Forschung zu .NET gibt, haben wir versucht, .NET und Java ganz aus der Sicht des Praktikers zu vergleichen. Teilweise beziehen wir auch noch Open- Source-Plattformen mit ein. Dies ist doch ein berechtigtes Anliegen. Oder?

Im Vorfeld der Erstellung des Heftes war es nicht einfach, Autoren zu finden, die bereit waren, über erste Erfahrungen zu berichten: Erfahrungen, die nicht nur erste Versuche sind, sondern fertige Projekte - erfolgreiche und nicht zu kleine Projekte aus der Praxis. Selten sind so viele Autoren nach ersten Zusagen wieder abgesprungen.
Und für den Herausgeber war es auch eine völlig neue Erfahrung, dass sich ein größerer Hersteller in die Erstellung der Berichte über Projekte einzumischen versucht, indem er eine Flut von vorgefertigten Texten anbietet und dadurch unabhängige Autoren aus diesen Projekten demotiviert, eigene Texte zu schreiben.
Und das immer freundlich, aber dennoch bestimmt.
Es versteht sich von selbst, dass solche Texte in der HMD dann nicht abgedruckt werden. Da heißt es eben, andere Autoren zu finden, die frei von solchen Einflüssen sind.

Damit es nicht falsch verstanden wird: Microsoft hat ein sehr berechtigtes Interesse, rasch zu beweisen, dass sein neues Produkt - .NET - am Markt angenommen wird. Dazu müssen viele Entwickler sich mit .NET auseinander setzen und .NET "von innen" kennen lernen. Am besten machen sie Projekte damit - nach einer gewissen Schulung versteht sich.
Daher unterstützt Microsoft eine erste Serie solcher Projekte aktiv. Das ist auch gut so. Das ist gut für die Projekte und deren Auftraggeber. Das ist gut für Microsoft und die Verbreitung von .NET. Das ist aber leider weniger gut für eine neutrale Fachzeitschrift, denn wie soll sie ihre Beiträge frei halten vom Einfluss von Microsoft, wenn sie über solche Projekte berichtet?

Wir hoffen, dies ist uns gelungen und Sie finden das Heft interessant

Michael Mörike

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