HMD 240, 41. Jahrgang, Dezember 2004
IT im Mittelstand
Herausgeber: Stefan Meinhardt
Onlinemedien - Urheberrechtliche Interessenbalance zwischen Primär- und Sekundärmärkten und deren technische Realisierung
Lutz Niehüser
Zusammenfassung
Primärmarktanbieter von online verfügbaren Medien, wie etwa der iTunes Musicstore von Apple, schließen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen regelmäßig die Möglichkeit aus, erworbene Medienexemplare weiterveräußern zu können. Bei physischen Medienexemplaren hingegen wird einem Käufer dieses Recht durch den so genannten Erschöpfungsgrundsatz im deutschen Urheberrecht explizit eingeräumt. Durch den Ausschluss der Weiterveräußerungsoption wird die Entstehung von Sekundärmärkten für online verfügbare Medienexemplare von vornherein unterbunden. Hierdurch ergibt sich eine Verschiebung der Marktmacht zu Gunsten der Anbieter von Medien und zu Lasten der Konsumenten bzw. Eigentümer von Medienexemplaren. Das Resell Delay (Wiederverkaufsverzögerung) stellt eine technische Lösung im Rahmen des Digital Rights Managements (DRM) dar, die bei Existenz von Sekundärmärkten im Onlinebereich zu einem Ausgleich der Interessenbalance zwischen Urhebern und Allgemeinheit führt.
Inhaltsübersicht
- Hintergrund
- Zur Rationalität von Sekundärmärkten
- Rahmenbedingungen für die Entstehung von Sekundärmärkten
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- Technische Rahmenbedingungen
- Effizienzpotenzial von Sekundärmärkten für online verfügbare Medien
- Künstliche Verlangsamung des Marktes mit Hilfe eines Resell Delay
- Literatur






