HMD 244, 42. Jahrgang, August 2005

Mobile Anwendungen

Herausgeber: Franz Lehner, Andreas Meier, Henrik Stormer

Editorial

Mobilität liegt im Trend: Mobile Banking, Mobile Payment, Mobile E-Health, Mobile Ticketing, Mobile Shopping, Mobile Gaming, Mobile Music, Mobile Video etc. Jüngere Teilnehmer stürzen sich auf die Angebote der mobilen Unterhaltung, ältere Menschen verwenden vermehrt Personennotrufsysteme, um ihre gewohnte Umgebung nicht aufgeben zu müssen. Damit stellt sich die Grundsatzfrage, ob denn nicht alle Anwendungen früher oder später zu mobilen Anwendungen transferiert werden?

Bei der wichtigen Frage nach der Wirtschaftlichkeit mobiler Anwendungen schweigen viele Experten. Auch die Akquisition von Beiträgen zu Nutzenpotenzialen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für dieses Schwerpunktheft ist kläglich gescheitert. Ein einziger eingegangener Beitrag mit Fokus Wirtschaftlichkeit musste abgelehnt werden, da die Ausführungen zu oberflächlich und angefügte Fallbeispiele zu trivial waren.

Der Nomadic User - Neuschöpfungen verwenden nun mal Anglizismen - ist ein Anwender, der sich sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt bewegt. Er ist mit einem mobilen Accessoire ausgerüstet und bleibt jederzeit und an jedem Ort connected. Neuere Umfragen zeigen, dass der Nomadic User in Europa und in den USA Fuß gefasst hat, dass er aber vor allem im asiatischen Raum zu Hause ist. Die Frage bleibt offen, ob und wie der Nomadic User die orts- und zeitunabhängige Vernetzung persönlich verkraftet und welche sozialen Auswirkungen mobile Arbeitsplätze auf unsere Gesellschaft haben.

Den Herausgebern der HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik ist es gelungen, für das Schwerpunktheft "Mobile Anwendungen" zwei Forschende auf dem Gebiet Mobile Business als Gastherausgeber zu gewinnen. Franz Lehner von der Universität Passau ist ein Kenner der Szene, leitet verschiedene Forschungsprojekte auf dem Gebiet Mobile Business and Services und ist Autor des bekannten Grundlagenwerkes "Mobile und drahtlose Informationssysteme - Technologien, Anwendungen, Märkte" (Springer-Verlag 2003). Henrik Stormer habilitiert an der Universität Fribourg im Bereich Mobile Business, hat u.a. verschiedene Forschungsarbeiten für mobile Anwendungen im eHealth verfasst und ist Koautor des Werkes "eBusiness & eCommerce - Management der digitalen Wertschöpfungskette" (Springer-Verlag 2005).

Eine letzte Frage: Könnte man unter Mobilität nicht auch geistige Beweglichkeit verstehen? Dies würde bedeuten, dass die Kopfarbeit und Bewertung mobiler Anwendungsoptionen vor der technischen Umsetzung beginnen müsste. Mobilisieren Sie also Ihre geistigen Kräfte, studieren Sie die Vielfalt unserer Beiträge, evaluieren Sie die Lösungsansätze, kritisieren Sie die Vorgehensweise und hinterfragen Sie das "Everywhere at Anytime".

Es grüßt

Andreas Meier

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