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Web 2.0 ist der derzeitige Hype. Alle reden davon, einige stürmen
voran, viele möchten gerne mitmachen. Zunächst war es eine reine
Marketingidee von Tim O’Reilly, und nun scheint es die Revolution im
Netz zu werden...
Nachdem wir Ende 2006 das Thema schon einmal in der HMD 252 unter
dem Titel "Social Software" behandelt haben, möchten wir mit diesem
Heft die neueren Entwicklungen aufgreifen und dabei nicht nur die
soziale und die wirtschaftliche, sondern auch die technische Seite
etwas genauer ansehen: Andy Bosch erläutert Ajax; Christoph Schroth
und Lars Kirchhoff vergleichen Web 2.0 mit SOA (serviceorientierte
Architekturen), einem weiteren Hype unserer Zeit.
Die Konsumenten werden zu aktiven Gestaltern im Web. Da fragen sich
viele Firmen: Wie können wir das für unser Geschäft nutzen? Wie
können wir mitmachen? Welche Geschäftsmodelle neue Wertschöpfung
versprechen, haben Bohl, Manouchehri und Winand zusammengestellt.
Wir hören von riesigen Summen, wenn Firmen verkauft werden, die aus
Web 2.0-Ideen geboren wurden; aber wir hören auch von den ersten
durchaus bitteren Erfahrungen. Was ist dran? Wie kommen diese
Erfahrungen zustande? Wie viel Frust müssen die Early Adopters
tolerieren?
Will man im Netz mit vielen unbekannten Teilnehmern in offene
Kommunikation treten und will man weiterhin vermeiden, dass - wie
leider in manchen Foren üblich - die Teilnehmer nur Belangloses
einbringen oder Frust ablassen, muss man dafür sorgen, dass der
Anstand sich durchsetzt. Am besten sind Regelkreise, die
selbstregelnd dafür sorgen, dass Unsinniges möglichst durch die
Nutzer selbst wieder verschwindet, wenn es einmal eingebracht ist.
Zum Beispiel denken wir an Wikipedia, wo schlechte Beschreibungen
meist in kurzer Zeit wieder durch bessere ersetzt werden. Solche
Regelkreise sind für qualitativ hochstehende Web 2.0-Angebote
dauerhaft wichtig. Wir haben daher versucht, dies zum Thema zu
machen. Wie sollen solche Regelkreise organisiert sein? Wie die
Spielregeln auf den Websites gemacht sein müssen, um solche
Regelkreise mit positiver Rückkopplung zu gestalten, schildert der
Beitrag von Jürgen Karla.
Wie muss das Projektmanagement auf die neuen Herausforderungen des
Web 2.0 reagieren? Kann man überhaupt noch von geordneter
Entwicklung sprechen, wenn die Teilnehmer durch die Nutzung von
Mashups unbekannt - oder müssen wir besser sagen - unberechenbar
sind? Katarina Stanoevska-Slabeva und ihre Koautoren haben die
erforderlichen Änderungen gegenüber dem klassischen
Projektmanagement zusammengetragen.
Im einführenden Artikel fasst unsere diesmalige Gastherausgeberin
Astrid Beck den aktuellen Stand zusammen, wobei sie vor allem die
neuen Begriffe mit eindrucksvollen Beispielen unterlegt, die zeigen,
dass mit Web 2.0 ein wesentlicher Teil der Initiative von den
Nutzern ausgeht.
Wir hoffen, mit einem interessanten Heft unsere Leser zur Initiative
anregen zu können, selbst erste mutige Schritte im Web 2.0 zu wagen.
Astrid Beck, Michael Mörike, Heinz Sauerburger
HMD, Heft 255, Juni 2007
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