Nach dem sonnigen Wetter der vergangenen Jahre im Bereich der
Bits und Bytes, was auch die Laune der Menschen in eben dieser
Welt widerspiegelt, wird sich vermutlich einiges drastisch
ändern. Zumindest ist das zu vermuten, denn ein Wetterumschwung
steht bevor. Dort, wo in den letzten Jahren mal eben mit
sonnigem Gemüt ITIL, ISO 20000, SOA, PRINCE2, CMMI und andere
mystisch anmutende Methoden ohne viel Aufsehens und mit
geringem Aufwand erfolgreich etabliert wurden, ziehen Wolken
auf. Der Himmel verdunkelt sich und die Weitsicht wird
begrenzt. Denn Wolken, "Clouds", wie der Engländer sagen würde,
sind am Himmel zu sehen und stimmen sich mit einem Abendrot für
einen nächsten Morgen ein. Und wie sagt schon eine alte
Bauernregel? "Abendrot - schlecht Wetter droht!"
Gibt es in der IT eigentlich so etwas wie "IT-Stratuskumulus"
oder "CIO-Kumulus"? "Die Wolke Nr. 7", auf der IT-Entscheider
schweben? "IT-Wetterlagen" mit dem dazugehörigen IT-
Meteorologen (CIO), um Voraussagen treffen zu können? Nachdem
es der IT endlich gelungen ist, ihre Bedeutung durch
Industrialisierung und Automatisierung sowie Business Alignment
(Wertschöpfung durch IT) nachzuweisen, konzentriert sie sich
jetzt auf den Bereich der Kybernetik. Steuern von Komplexität
ist angesagt, um die Kosten weiter zu senken, die Agilität und
Flexibilität zu erhöhen und eine "atmende", sich dem Bedarf
anpassende IT zu realisieren.
Um ehrlich zu sein, die Komplexität will die IT nicht steuern,
sondern in der Wolke verstecken wie Legosteine in der
Schublade, die man dann schließen kann. Ein Abstraktions-Layer
wird gesucht, um Ordnung zu schaffen. Die Funktionalität des
ganzen IT-Pakets (ein Serviceerbringungssystem) will sie dann
auf Abruf, ohne Fixkosten, durch externe Dienstleister
zuverlässig erbracht, in definierter Qualität liefern - wie
Strom.
Wer die bekannte Werbung eines Stromanbieters kennt, versteht:
"Jetzt zahl ich. Jetzt zahl ich nicht. Jetzt zahl ich ..."
Soweit die Herleitung zu Cloud Computing: virtualisierte IT-
Infrastrukturen und -Services.
Nur dass sich Strom nicht so häufig ändern muss wie IT-
Business-Services, die ja bekanntlich Kunden bzw. Business-
Bedarfe abbilden und sich den ändernden Anforderungen eben
dieser anpassen müssen. Das heißt, der Job ist anspruchsvoller
als gedacht und darf nicht unterschätzt werden.
Sind die CIOs kriegsmüde mit ihren Legionen und Ressourcen
sowie ihren AGABUs ("Alles ganz anders bei uns") und suchen
stattdessen nach Alternativen, um Aktivitäten vorzutäuschen und
mit Absicht die Verantwortung auf die externen Lieferanten
abzuwälzen?
Ist das Ganze lediglich die Flucht der Manager vor unbequemen
Entscheidungen im Bereich von Organisation und Personal? Denn
hier liegt doch das größte Potenzial vergraben. Obwohl das mit
dem Personal Ansichtssache ist. Die einen reden von "Talenten,
die für die Zukunft unabdingbar sind", und andere behaupten,
das sind Kostenfaktoren, die am besten offshore (best cost) zu
arbeiten haben.
Die Strategen, CIOs, COOs und CTOs, haben feuchte Hände ob
dieser neuen Chancen und Möglichkeiten mit dem Cloud Computing.
Es geht um nichts weniger als um die weitere Perfektionierung
der noch von Menschenhand gesteuerten IT. Auch wenn Teile davon
bereits automatisiert und "outgesourct" sind.
Die IT-Maschine wird weiter innoviert und optimiert. Denn IT
schläft nie! Sie ist nach all den Jahren und Anfangsproblemen
jetzt fast perfekt, es fehlt nur noch der letzte Schliff mit
Cloud Computing und SaaS (Software as a Service). Das Ganze
scheint wie ein Bit-Turbolader, der einfach auf den vorhandenen
alten Motor aufgesetzt wird. Und schon hat man die
zukunftsweisende IT-Maschine.
Gut, die Menschen in diesen Maschinen (Zahnräder?) stellen sich
dann und wann noch ein wenig quer. Aber das wird sich schon
noch geben mit der Zeit wie in dem Film "Moderne Zeiten" mit
Charly Chaplin.
In ITIL heißt es im Kapitel Change Management: "Jede
Verbesserung ist eine Veränderung. Aber nicht jede Veränderung
ist eine Verbesserung!"
Wird das alles wirklich so reibungslos funktionieren?
Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob die verbleibende IT
in der Lage ist, solche virtuellen Konstrukte dann auch zu
steuern. So mancher kommt mit einem einfachen, sprich
singulären, transparenten Outsourcing schon schnell an seine
Grenzen. Wie mag es da sein, wenn das Ganze auch noch mit
mehreren Serviceprovidern in Clouds verschwindet. Kann man da
noch den Überblick behalten?
Es wird nicht so viele geben in der IT, die so etwas noch
verstehen, geschweige denn steuern können, denn Trivialität
sieht anders aus. Außer die IT hat in weiser Voraussicht
geplant, vorgebaut und die Leute bzw. die Organisation darauf
vorbereitet mit Know-how-Aufbau, Einkaufen teurer Experten mit
Erfahrung sowie den richtigen Tools, die einen bei der Arbeit
unterstützen (Gibt es die schon?). Aber um ehrlich zu sein, das
wäre was ganz Neues und würde mich sehr überraschen. IT ist
immer reaktiv?!
Eine alte Sourcing-Regel lautet: "Gib nichts nach draußen, was
du nicht selber gut beherrschst!"
Aber Regeln sind ja da, um gebrochen zu werden. Und Regeln in
der IT zu etablieren, ist eine ganz besondere, oft
masochistische Aufgabe. Haben Sie schon mal Prozessmanagement
auf Basis von ITIL eingeführt? Dann wissen Sie, was Schmerz
bedeutet.
Und immer gilt: "Ignoranz schlägt Wissen" und "1000 Fliegen
können nicht irren".
Aber nach all den genannten Bedenken sei auch Positives
erwähnt. Neben den uns allen bekannten IT-Methoden sind Cloud
Computing & SaaS durchaus mit großen Potenzialen versehen, die
die Zukunft positiv prägen können im Kampf gegen Kosten und
Komplexität. Auch der vorhandene Druck, der auf die IT ausgeübt
wird (schneller, besser, preiswerter, flexibler, agiler
u.v.m.), ist Grund genug, sich dieser möglichen Zukunft mit
ihrem Potenzial zuzuwenden oder zumindest darüber nachzudenken.
Ich denke, das sind doch wirklich sonnige Aussichten!
Macht es nicht gerade mutige Menschen (Mitunternehmer) in
innovativen Unternehmen aus, sich neuen Themen und Chancen zu
widmen, um aktiv die Zukunft mitzugestalten, statt sich von der
Zeit einholen zu lassen?
Einwurf
von Oliver Lindner
Eine schöne neue Servicewelt - dank Wolken
Und nun die Wetteraussichten:
Nach dem sonnigen Wetter der vergangenen Jahre im Bereich der Bits und Bytes, was auch die Laune der Menschen in eben dieser Welt widerspiegelt, wird sich vermutlich einiges drastisch ändern. Zumindest ist das zu vermuten, denn ein Wetterumschwung steht bevor. Dort, wo in den letzten Jahren mal eben mit sonnigem Gemüt ITIL, ISO 20000, SOA, PRINCE2, CMMI und andere mystisch anmutende Methoden ohne viel Aufsehens und mit geringem Aufwand erfolgreich etabliert wurden, ziehen Wolken auf. Der Himmel verdunkelt sich und die Weitsicht wird begrenzt. Denn Wolken, "Clouds", wie der Engländer sagen würde, sind am Himmel zu sehen und stimmen sich mit einem Abendrot für einen nächsten Morgen ein. Und wie sagt schon eine alte Bauernregel? "Abendrot - schlecht Wetter droht!"
Gibt es in der IT eigentlich so etwas wie "IT-Stratuskumulus" oder "CIO-Kumulus"? "Die Wolke Nr. 7", auf der IT-Entscheider schweben? "IT-Wetterlagen" mit dem dazugehörigen IT- Meteorologen (CIO), um Voraussagen treffen zu können? Nachdem es der IT endlich gelungen ist, ihre Bedeutung durch Industrialisierung und Automatisierung sowie Business Alignment (Wertschöpfung durch IT) nachzuweisen, konzentriert sie sich jetzt auf den Bereich der Kybernetik. Steuern von Komplexität ist angesagt, um die Kosten weiter zu senken, die Agilität und Flexibilität zu erhöhen und eine "atmende", sich dem Bedarf anpassende IT zu realisieren.
Um ehrlich zu sein, die Komplexität will die IT nicht steuern, sondern in der Wolke verstecken wie Legosteine in der Schublade, die man dann schließen kann. Ein Abstraktions-Layer wird gesucht, um Ordnung zu schaffen. Die Funktionalität des ganzen IT-Pakets (ein Serviceerbringungssystem) will sie dann auf Abruf, ohne Fixkosten, durch externe Dienstleister zuverlässig erbracht, in definierter Qualität liefern - wie Strom.
Wer die bekannte Werbung eines Stromanbieters kennt, versteht:
"Jetzt zahl ich. Jetzt zahl ich nicht. Jetzt zahl ich ..."
Soweit die Herleitung zu Cloud Computing: virtualisierte IT- Infrastrukturen und -Services.
Nur dass sich Strom nicht so häufig ändern muss wie IT- Business-Services, die ja bekanntlich Kunden bzw. Business- Bedarfe abbilden und sich den ändernden Anforderungen eben dieser anpassen müssen. Das heißt, der Job ist anspruchsvoller als gedacht und darf nicht unterschätzt werden.
Sind die CIOs kriegsmüde mit ihren Legionen und Ressourcen sowie ihren AGABUs ("Alles ganz anders bei uns") und suchen stattdessen nach Alternativen, um Aktivitäten vorzutäuschen und mit Absicht die Verantwortung auf die externen Lieferanten abzuwälzen?
Ist das Ganze lediglich die Flucht der Manager vor unbequemen Entscheidungen im Bereich von Organisation und Personal? Denn hier liegt doch das größte Potenzial vergraben. Obwohl das mit dem Personal Ansichtssache ist. Die einen reden von "Talenten, die für die Zukunft unabdingbar sind", und andere behaupten, das sind Kostenfaktoren, die am besten offshore (best cost) zu arbeiten haben.
Die Strategen, CIOs, COOs und CTOs, haben feuchte Hände ob dieser neuen Chancen und Möglichkeiten mit dem Cloud Computing. Es geht um nichts weniger als um die weitere Perfektionierung der noch von Menschenhand gesteuerten IT. Auch wenn Teile davon bereits automatisiert und "outgesourct" sind.
Die IT-Maschine wird weiter innoviert und optimiert. Denn IT schläft nie! Sie ist nach all den Jahren und Anfangsproblemen jetzt fast perfekt, es fehlt nur noch der letzte Schliff mit Cloud Computing und SaaS (Software as a Service). Das Ganze scheint wie ein Bit-Turbolader, der einfach auf den vorhandenen alten Motor aufgesetzt wird. Und schon hat man die zukunftsweisende IT-Maschine.
Gut, die Menschen in diesen Maschinen (Zahnräder?) stellen sich dann und wann noch ein wenig quer. Aber das wird sich schon noch geben mit der Zeit wie in dem Film "Moderne Zeiten" mit Charly Chaplin.
In ITIL heißt es im Kapitel Change Management: "Jede Verbesserung ist eine Veränderung. Aber nicht jede Veränderung ist eine Verbesserung!"
Wird das alles wirklich so reibungslos funktionieren?
Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob die verbleibende IT in der Lage ist, solche virtuellen Konstrukte dann auch zu steuern. So mancher kommt mit einem einfachen, sprich singulären, transparenten Outsourcing schon schnell an seine Grenzen. Wie mag es da sein, wenn das Ganze auch noch mit mehreren Serviceprovidern in Clouds verschwindet. Kann man da noch den Überblick behalten?
Es wird nicht so viele geben in der IT, die so etwas noch verstehen, geschweige denn steuern können, denn Trivialität sieht anders aus. Außer die IT hat in weiser Voraussicht geplant, vorgebaut und die Leute bzw. die Organisation darauf vorbereitet mit Know-how-Aufbau, Einkaufen teurer Experten mit Erfahrung sowie den richtigen Tools, die einen bei der Arbeit unterstützen (Gibt es die schon?). Aber um ehrlich zu sein, das wäre was ganz Neues und würde mich sehr überraschen. IT ist immer reaktiv?!
Eine alte Sourcing-Regel lautet: "Gib nichts nach draußen, was du nicht selber gut beherrschst!"
Aber Regeln sind ja da, um gebrochen zu werden. Und Regeln in der IT zu etablieren, ist eine ganz besondere, oft masochistische Aufgabe. Haben Sie schon mal Prozessmanagement auf Basis von ITIL eingeführt? Dann wissen Sie, was Schmerz bedeutet.
Und immer gilt: "Ignoranz schlägt Wissen" und "1000 Fliegen können nicht irren".
Aber nach all den genannten Bedenken sei auch Positives erwähnt. Neben den uns allen bekannten IT-Methoden sind Cloud Computing & SaaS durchaus mit großen Potenzialen versehen, die die Zukunft positiv prägen können im Kampf gegen Kosten und Komplexität. Auch der vorhandene Druck, der auf die IT ausgeübt wird (schneller, besser, preiswerter, flexibler, agiler u.v.m.), ist Grund genug, sich dieser möglichen Zukunft mit ihrem Potenzial zuzuwenden oder zumindest darüber nachzudenken. Ich denke, das sind doch wirklich sonnige Aussichten!
Macht es nicht gerade mutige Menschen (Mitunternehmer) in innovativen Unternehmen aus, sich neuen Themen und Chancen zu widmen, um aktiv die Zukunft mitzugestalten, statt sich von der Zeit einholen zu lassen?
Denn wir alle wissen:
Wer zu spät kommt, den bestraft die Zukunft.
Oliver Lindner Siemens VDO Automotive AG Siemensstr. 12 93055 Regensburg oliver.lindner@siemens.com www.siemens.com