HMD-Gesamtglossar
Dieses akkumulierte HMD-Gesamtglossar wird laufend in Übereinstimmung mit den Einzelheft-Glossaren fortgeschrieben und enthält die Definition von Begriffen ab Heft 227 (Oktober 2002) bis Heft 284 (April 2012) einschließlich.
P
- PaaS (Platform as a Service)
- Ein Dienstleister stellt eine Ablaufumgebung für Anwendungen bereit, die ad-hoc nutzbare Funktionalitäten enthält. (HMD 275)
- PACS
- PACS bedeutet Picture Archiving and Communication System und stellt ein Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem für die Medizin zur Verfügung. Spezifische Speicher- und Zugriffsstrukturen erlauben die Behandlung umfangreicher Bilddaten aus der Radiologie und der Nuklearmedizin. (HMD 251)
- Partner Relationship Management (PRM)
- Beziehungsmanagement (HMD 259)
- Passwort-Policy
- Regelung zur Vergabe und zum Einsatz von Passwörtern.
- Payment Service
- Elektronische, meist internetbasierte Bezahlsysteme gibt es in verschiedenen Varianten, die alle hohe Anforderungen an Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Einsatzbreite, Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit stellen. Sie werden im Normalfall nicht ausschließlich zwischen dem betroffenen Waren- oder Dienstleistungslieferanten und dessen Kunden realisiert, sondern erfordern die Einschaltung weiterer Dienstleister (Payment Service Provider) in verschiedenen Kategorien. (HMD 233; 22.8.2004)
- PDA (Persönlicher Digitaler Assistent) - häufig auch als "handheld" bezeichnet
- Ein PDA ist ein Computer im Westentaschenformat. Die Geräte verfügen über Bürofunktionen wie Kalender, Adress- oder Notizbuch und erlauben die digitale Kommunikation (z.B. für E-Mail per Handy-Modem). (HMD 240)
- Penetrationstest
- Sie dienen dazu, festzustellen, inwiefern Unternehmensnetze angreifbar sind. Im Rahmen von Penetrationstests führen Spezialisten gezielte Angriffe auf die IT-Infrastruktur durch. Hierbei kommen automatische Scanner, Hacker-Tools, Exploits sowie individuell erstellte Angriffswerkzeuge zum Einsatz. (HMD 248)
- Performance Management
- Performance Management bezweckt die Optimierung der Leistungen und Kosten im IT-Bereich, um den Unternehmensnutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dazu muss die IT-Strategie mit der Unternehmensstrategie abgeglichen und ein Satz von Kennzahlen (Performance Indicators) für den IT-Bereich festgelegt werden. Die Projekte und Vorhaben der IT müssen auf die strategische Relevanz, Dringlichkeit, auf Nutzen- und Kostenaspekte hin mit Hilfe eines Performance-Management-Systems laufend untersucht und überwacht werden. (HMD 237)
- Performance Measurement
- Neuere Kennzahlensysteme, mit denen der Ansatz verfolgt wird, Steuerungsdefizite bislang in der Unternehmenspraxis verwendeter Kennzahlensysteme zu überwinden. Dazu werden neben monetären auch nichtmonetäre Kennzahlen in verschiedenen Dimensionen (z.B. Kosten, Zeit, Qualität, Innovationsfähigkeit, Kundenzufriedenheit) zur Steuerung herangezogen. Die Balanced Scorecard sowie die Performance Pyramid sind aktuelle Performance-Measurement-Ansätze. (HMD 227, 239)
- Permalink
- Ein Permalink verschafft einem Beitrag eine permanente URL, sodass er auch später immer wieder sicher gefunden werden kann, wenn er längst aus dem aktuellen Fokus verschwunden ist. Damit kann auf diesen Beitrag über Trackbacks und Suchmaschinen referenziert werden. (HMD 255)
- Personalisierung
- Ein personalisierter Service nutzt Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster, um die Dienstleistung auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders anzupassen. Entweder werden dazu die Profile der Anwender hinterlegt oder Methoden des Data Mining zur Mustererkennung eingesetzt. (HMD 244)
- Personenbezogene Daten
- Von personenbezogenen Daten spricht man dann, wenn die Daten eindeutig einer natürlichen Person zugeordnet werden können. Relevant für den Datenschutz sind Daten auch dann, wenn der Personenbezug unmittelbar (bspw. durch die Kombination verschiedener für sich alleine nicht personenbezogener Daten) hergestellt werden kann. Personenbezogene Daten unterliegen dem speziellen Schutz des Bundesdatenschutzgesetzes. (HMD 281)
- Pervasive Computing
- Pervasive Computing kann als Synonym für Ubiquitous Computing angesehen werden. Genauer betrachtet wurde der Begriff Pervasive Computing von industrieller Seite geprägt und dabei weniger das Visionäre, von Mark Weiser in die Zukunft gerichtete Szenario der "allgegenwärtigen Computer" gesehen, sondern eher die kurzfristigen Ansätze wie beispielsweise im Bereich von Mobile-/Electronic-Commerce und webbasierten Geschäftsprozessen. (Quelle: F. Mattern: Informatik-Lexikon der Gesellschaft für Informatik e.V., 2001 Informatik Spektrum, Springer-Verlag Berlin Heidelberg). (HMD 229)
- Planungsrelevantes Feature
- Unter einem planungsrelevanten Feature versteht man eine Eigenschaft, die a) beschreibt, was das zu planende Produkt (normalerweise die zu erstellende Software) leistet, b) üblicherweise eine Funktionalität beschreibt, die idealerweise automatisiert testbar ist (wenn nicht, beschreibt es zumindest eine nicht funktionale Anforderung, die nachweisbar ist), c) meist einen kaufentscheidenden Wert für den Auftraggeber hat (der im Zweifel darüber befinden darf), d) zusammengehörige Anforderungen zu einem sinnvollen Ganzen aggregiert (z.B. eine Menge mehrerer Anwendungsfälle, die gemeinsam alle Lebenszyklen eines fachlichen Objektes abdecken) und e) planbar ist, d.h., es sind konkrete Aufgaben ableitbar. (HMD 260)
- Podcasting
- Unter Podcasting versteht man das Produzieren und Anbieten von Mediendateien (meist als Audiodatei im MP3-Format) über das Internet. Der Begriff hat sich aus den beiden Wörtern iPod und Broadcasting (engl. für "Rundfunk") abgeleitet. Podcasting ist vergleichbar mit dem Hören von Radiosendungen, nur dass man sich vorher die Inhalte aus dem Internet herunterladen muss. Neben den "klassischen" Podcasts, die als Audiodateien vorliegen, etablieren sich zusehends auch Video-Podcasts (Vodcasts), die aus Filmen bestehen. (HMD 252)
- Points of Interest
- Als Points of Interest werden georeferenzierte Objekte bezeichnet, die für eine Gruppe von Personen von Interesse sein könnten. Im Kontext des Geoweb handelt es sich meist um thematisch gruppierte Objekte, die auf einer Hintergrundkarte angezeigt werden und für die zusätzliche Informationen abgerufen werden können. (HMD 276)
- Poka-Yoke-Prinzip
- Der aus dem Japanischen stammende Ausdruck Poka Yoke ("Fehlersicherung") steht für das Prinzip "Vermeide dumme bzw. unbeabsichtigte Fehler". Durch technische Vorkehrungen sollen Fehler vermieden bzw. Fehler direkt aufgedeckt werden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der mit einer Kette oder Leine an das Fahrzeug gebundene Tankdeckel. Ein Vergessen oder Verlieren ist damit ausgeschlossen. (HMD 272)
- Portal (Web-Portal)
- Portal steht für eine Internetseite mit einem großen Angebot an Informationen und Daten. Meist verbunden mit einem Angebot an Zusatzdiensten wie Suchmaschinen, Newsletter, Forum, E-Mail und weiteren themenspezifischen Services. (HMD 240)
- POS
- Point of Sale - Bezeichnung jenes Bereichs im Einzelhandel, in dem die EAN/UPC-Strichcodesymbole der Verkaufswaren gescannt werden (Kassenbereich). (HMD 240)
- POS-Daten
- Daten, die aus dem Warenwirtschaftssystem bezogen werden (u.a. Scanningdaten), sowie weitere Informationen z.B. Regalplatzierung, Ladenlayout oder Promotioninformationen. (HMD 240)
- Präsenzsignalisierung
- Funktionen zur Präsenzsignalisierung finden sich in Instant Messaging und Unified-Communications-Systemen in Form einer Statusanzeige, die Auskunft über An- und Abwesenheit von Kontakten gibt. Präsenzsignalisierung kann auf diese Weise technisch unterstützt, aber auch explizit durch Kommunikation erfolgen ("Hast Du kurz Zeit?"). (HMD 267)
- Predictive Analytics
- Als Predictive Analytics bezeichnet man statistische Verfahren, die aktuelle und historische Daten analysieren, um zukunftsbezogene Aussagen zu ermöglichen. Der Erfolg dieser Art von Analysen hängt stark von dem zugrunde liegenden Datenbestand ab. (HMD 282)
- Presence
- Präsenzsignalisierung (HMD 267)
- Private Cloud
- Eine Private Cloud ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Anbieter und Nutzer im selben Unternehmen bzw. in einer vom selben Unternehmen betriebenen Infrastruktur befinden. Dadurch ist es deutlich einfacher, Probleme im Umfeld der Datensicherheit zu vermeiden bzw. zu kontrollieren. (HMD 275)
- Product Lifecycle Management
- Product Lifecycle Management (PLM) bezeichnet ein IT- Lösungssystem, mit dem alle Daten, die im Produktlebenszyklus anfallen, einheitlich gespeichert, verwaltet und abgerufen werden. Dabei kommen Systeme von der Planung (PPS, ERP), Konstruktion (CAD) und Fertigung (CAM) bis zum Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Vertrieb und Service zum Einsatz. Ein PLM-System ist aufgrund der Komplexität nicht als Produkt, sondern als eine Lösung zu verstehen. Diese muss durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen betriebsspezifisch umgesetzt werden. (HMD 249)
- Product Line Engineering (PLE)
- Product Line Engineering bezeichnet einen Ansatz des Software Engineerings, der das Entwickeln von Software in Form von Produktlinien propagiert, um durch Ausnutzung von Gemeinsamkeiten verwandter Produkte Wiederverwendungsmöglichkeiten nutzen zu können. PLE wird in der Regel in zwei Prozesse gegliedert: Im Domain Engineering geht es um die Erfassung der Gemeinsamkeiten und u.a. um die Definition der Architektur für die gesamte Produktlinie, während im Application Engineering ausgehend von der gemeinsamen Basis durch Komposition, Anpassung und Neuentwicklung die spezifischen Produkte entstehen. (HMD 231)
- Produktdatenmanagement
- Produktdatenmanagement (PDM) ist ein Konzept, das zum Gegenstand hat, produktdefinierende, produktrepräsentierende und produktpräsentierende Daten und Dokumente als Ergebnis der Produktentwicklung zu speichern, zu verwalten und in nachgelagerten Phasen des Produktlebenszyklus zur Verfügung zu stellen. Als Datenobjekte kommen hier der Materialstammsatz, Konfigurationsdaten, Stücklisten, Arbeitspläne u.Ä. zum Einsatz. (HMD 249)
- Produktfeature
- Ein Produktfeature repräsentiert ein Leistungsmerkmal eines zu erstellenden Produktes (z.B. einer Software) und beschreibt im Normalfall eine Funktionalität, die idealerweise automatisiert testbar ist. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Gruppe mehrerer zusammengehöriger Anwendungsfälle bzw. anderer Anforderungen, die gemeinsam alle Lebenszyklen eines fachlichen Objektes abdeckt und für den Auftraggeber einen kaufentscheidenden Wert hat. (HMD 260)
- Produktion
- Der Terminus Produktion umfasst die Herstellung von Gütern unter Einsatz von Rohstoffen, Arbeitskraft und Produktionsmitteln (Anlagen) mit den unterschiedlichsten Produktionsverfahren. Dabei kann es sich um Fertigprodukte jeglicher Art, um Halbfertigfabrikate, Handelsware oder um komplexe Systeme handeln. Bei Serviceunternehmen spricht man von einer sogenannten Dienstleistungsproduktion im Sinne einer Herstellung von immateriellen Gütern. (HMD 272)
- Produktinformationsmanagement
- Produktinformationsmanagement (PIM) bezeichnet die Bereitstellung von Produktinformationen für den Einsatz in verschiedenen Ausgabemedien beziehungsweise Vertriebskanälen auf Basis einer medienneutralen Verwaltung, Pflege und Modifikation der Produktinformationen in einem zentralen System. (HMD 258)
- Produktlebenszyklus
-
Der Produktlebenszyklus wird durch den Kreislauf der aufeinander folgenden Produktlebensphasen definiert:
- Planung
- Entwicklung/Konstruktion
- Arbeitsvorbereitung
- Produktherstellung (Beschaffung, Fertigung, Montage)
- Vertrieb
- Produktnutzung und -wartung
- Recycling (HMD 249)
- Produktlinie (Produktfamilie)
- Eine Produktlinie umfasst eine Gruppe von Produkten derselben Anwendungsdomäne, die auf einer gemeinsamen Basis aufbauen. (HMD 231)
- Projektmanagement
- Für das Projektmanagement werden häufig die zwei Ansätze Terminplanung und Aufgabenplanung verwendet. Externe Projektmanagementsysteme, deren Dokumente mit den PDM-Systemen (Produktdatenmanagement) verwaltet werden, erfüllen in den meisten Fällen die Abwicklung der reinen Terminplanung. Der Ansatz der Aufgabenplanung benötigt die Funktionalitäten für eine vollständige Projektmodellierung. Diese besteht aus den Komponenten Projekt- und Prozessstrukturierung, Ressourcenplanung, Tool-Management, Aufwanderfassung, Kostenkalkulation, Monitoring sowie Auswertung. (HMD 249)
- Projektportfolio
- Ein Projektportfolio bezeichnet einen systematisch geordneten Bestand an (i.d.R. geplanten) Projekten, der in der Phase der strategischen Informationsplanung zur Priorisierung von Projekten zum Einsatz kommt. Üblicherweise wird mit Kriterienkatalogen zur Einstufung von Projekten gearbeitet, die sich insgesamt auf jeweils zwei Dimensionen verdichten lassen. Gängig ist z.B. die Betrachtung von Nutzen und Risiko. Prinzipiell sind aber auch andere Dimensionen denkbar. (HMD 250)
- Projektportfolio-Controlling
- Das Projektportfolio-Controlling befasst sich mit der Aufgabenstellung, welche IT-Projekte durchgeführt werden sollen. Dazu werden Projektvorhaben nach einheitlichen Verfahren bewertet und priorisiert (auch als Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen oder "business cases" bezeichnet). Es unterstützt die Erstellung der Projektportfolios. Eine besondere Herausforderung ist die Bewertung der nichtmonetären Nutzeffekte von IT-Projekten. (HMD 254)
- Prozess
- Unternehmensintern oder extern getriggerte Folge von logisch und zielführend angeordneten Aktivitäten, die mithilfe von technischen, personellen und zeitlichen Ressourcen unter Einhaltung von Regeln und dem Einsatz von Kompetenz und Wissen Input in Output transformieren und somit Werte schaffen. (HMD 266)
- Prozesskostenrechnung
- Die Prozesskostenrechnung basiert auf der Grundidee, dass Gemeinkosten nicht nach Zuschlagssätzen einem Produkt oder einer Leistung zugeordnet werden, sondern gemäß dem Verursacherprinzip die Zuordnung auf Basis der tatsächlichen Inanspruchnahme von Ressourcen erfolgt. (HMD 269)
- Prozessmanagement
- Das Prozessmanagement ist ein Kernelement der PLM-Funktionalitäten und wird häufig auch als Workflow-Management bezeichnet. Es umfasst u.a. die Beschreibung der Workflows, die Kontrolle von Informationsflüssen und Prozessabläufen und ist damit für das Freigabe- und Änderungswesen maßgeblich. Das Prozessmanagement bettet die Objekte des Produktdaten- und Dokumentenmanagements in den gesamten Änderungsprozess ein und beschreibt, wer wann was zu tun hat, um einen Änderungsantrag komplett zu bearbeiten. Änderungsprozesse lassen sich auf Basis des Prozessmanagements im Product Lifecycle Management wirtschaftlich, effizient und ohne Papierflut sowie ohne lange Liegezeiten abbilden. (HMD 249)
- Public Cloud
- Unternehmen, die eine Public Cloud nutzen, sind Teil einer Architektur, die auch von anderen Unternehmen genutzt wird. Die Services können dabei auch physisch (Server, Softwareinstallationen, Plattformen) global verteilt sein und somit u.U. rechtlich zu Schwachstellen in der Datensicherheit führen. (HMD 275)
- Public Key Infrastructure
- Unter Public Key Infrastructure versteht man den Aufbau und Betrieb von Zertifizierungsstellen (Trustcenter), die Zertifikate ausstellen und die Zuordnung von öffentlichen Schlüsseln zu natürlichen Personen bescheinigen. (HMD 251)
- Public Memory
- Public Memory umfasst das Konzept des öffentlichen oder kulturellen Gedächtnisses einer Gesellschaft, das durch die Digitalisierung wesentlicher Dokumente, Reden, Bilder oder Radio- oder Fernsehaufzeichnungen entstehen kann. Wesentliche Idee ist die Erhaltung und der öffentliche Zugang zu diesem öffentlichen Gedächtnis als Allgemeingut. (HMD 265)





