HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

ISSN 1436-3011

09.02.2010


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zum Schwerpunktthema Ubiquitous Computing, HMD 229

 

D

Dialog Description Language (DDL)
Die DDL ist eine XML-basierte generische Dialogbeschreibungssprache. Sie ermöglicht eine geräte- und zielsprachenunabhängige Dialogbeschreibung. Neben der Zielsprachenunabhängigkeit erlaubt das flexible Design der DDL das Einfügen semantischer Metainformationen, an denen sich eine automatisierte, semantische Adaption orientieren kann.
(Quelle: G. Hübsch u. a.: Systemlösungen für die Entwicklung adaptiver Anwendungen für mobile und ubiquitäre Infrastrukturen. HMD 229)

Distributed Environment for Location-aware Talking Assistant (DELTA)
Distributed Environment for Location-aware Talking Assistant (DELTA) ist der Name für das System vernetzter Komponenten, das mit TAEndgeräten zusammen den Aufbau konkreter Systemlösungen erlaubt.
(Quelle: E. Aitenbichler, M. Mühlhäuser: Audiobasierte Endgeräte für Ubiquitous Computing und geeignete Infrastrukturen. HMD 229)

E

Embedded System
Embedded System ist ein Mikrocomputersystem, das für den Benutzer im Hintergrund bleibt, "eingebettet" ist und kaum bemerkt wird. Es besteht aus einer zentralen Prozessoreinheit (CPU) und Speicher (flüchtig und nichtflüchtig) mit Anschlussmöglichkeiten verschiedener peripherer Einheiten wie beispielsweise Sensoren bzw. Aktoren aller Art und der Kommunikationsmöglichkeit mit anderen Systemen.

Es ist im Allgemeinen klein und kompakt aufgebaut, so dass beispielsweise auf den Anschluss größerer Peripherie, wie Festplattenlaufwerke, verzichtet wird. Da die Aufgaben für Embedded Systems an Komplexität mehr und mehr zunehmen, wird immer häufiger ein Betriebssystem eingesetzt. Im Gegensatz zum PC weist das Embedded System für den Benutzer keine universelle Einsatzmöglichkeit auf, es ist stattdessen für spezielle Anwendungen konfiguriert, beispielsweise zur Steuerung in Spül- u. Waschmaschinen, in modernen Telefonapparaten, Handys usw. Embedded Systems können als Grundbaustein für smarte Dinge betrachtet werden.

P

Pervasive Computing
Pervasive Computing kann letztlich als Synonym für Ubiquitous Computing angesehen werden. Genauer betrachtet wurde der Begriff Pervasive Computing von industrieller Seite geprägt und dabei weniger das Visionäre, von Mark Weiser in die Zukunft gerichtete Szenario der "allgegenwärtigen Computer" gesehen, sondern eher die kurzfristigen Ansätze wie beispielsweise im Bereich von Mobile-/Electronic- Commerce und webbasierten Geschäftsprozessen.
(Quelle: F. Mattern: Informatik-Lexikon der Gesellschaft für Informatik e.V.)

R

Radio Frequency Identification (RFID)
Radio Frequency Identification ist ein drahtloses Identifikationsverfahren auf der Basis hochfrequenter elektromagnetischer Wellen. Der zu identifizierende Gegenstand wird mit einem so genannten elektronischen Etikett versehen. Dieses Etikett besteht aus einem Sender, Empfänger, Antenne und Speicher. Je nach Leistungsfähigkeit kann sogar ein Mikroprozessor implementiert sein. Alles zusammen weist eine Größe von höchstens einem Cent-Stück auf. Zum Lesen der abgespeicherten Information muss das Etikett in die Nähe einer Scanner-Station gebracht werden. Der Abstand variiert je nach System zwischen einigen cm bis hin zu 50 cm. Die Energieversorgung für das Etikett erfolgt über die elektromagnetische Kopplung zwischen Scanner und Etikett während des Lese-/Schreibvorganges. Neben der reinen Lesefunktion können die komplexeren Etiketten durch die Scanner-Station wie normale Speicherbausteine im Prinzip beliebig oft beschrieben werden.
Dieses Verfahren wird nicht nur zur Identifikation von Gegenständen eingesetzt, sondern es dient auch als Grundlage moderner elektronischer Schließanlagen jeglicher Art.

S

Smarte Dinge
Smarte Dinge sind hybride Produkte. Sie setzen sich aus einer physischen (Atome) und einer datenverarbeitenden (Bits) Komponente zusammen. Der datenverarbeitende Anteil eines smarten Dings verbirgt sich im Hintergrund, d.h., er wird vom Nutzer oftmals nicht wahrgenommen. Beispiele für smarte Dinge sind der Autoreifen, der dem Fahrer seines Autos eine SMS sendet, wenn der Luftdruck abnimmt, oder die Blutkonserve, die sich bemerkbar macht, bevor sie abläuft bzw. zu warm wird. Smarte Dinge sind autark, d.h., sie benötigen über weite Strecken keine Energiezufuhr von außen und sie können Informationen eigenständig sammeln, speichern, verarbeiten und weitergeben.
(Quelle: E. Fleisch, F. Mattern, S. Billinger: HMD, Betriebswirtschaftliche Applikationen des Ubiquitous Computing - Beispiele, Bausteine und Nutzenpotenziale. HMD 229)

Smart Items
Smart Items ist die englische Bezeichnung für smarte Dinge.

Smart Vending Machine
Smart Vending Machine ist ein "intelligenter" Verkaufsautomat. Am Beispiel eines Prototyps, der als Getränkeautomat ausgelegt war und über eine Internetschnittstelle mit entsprechender Softwareschnittstelle verfügte, sollten Erfahrungen im Umgang mit solchen Systemen gesammelt werden. Über das Internet konnte der Füllstand der Schächte für die angebotenen Getränketypen abgefragt und die jeweiligen Preise eingestellt werden.
(Quelle: U. Kubach: Integration von Smart Items in Enterprise-Software-Systeme. HMD 229)

T

Talking Assistant (TA)
Der Talking Assistant (TA) ist ein Prototyp eines speziellen drahtlosen Headsets, das neben einer Audio-Ein- /Ausgabe auch einen Hardware- MP3-Decoder aufweist. Damit wird eine im Vergleich zu herkömmlichen Bluetooth-Headsets wesentlich höhere Wiedergabequalität erreicht. Ein Bluetooth-Modul dient zur drahtlosen Kommunikation mit der Netzwerk-Infrastruktur. Das Gerät verfügt über verschiedene Sensoren, um Kontextinformationen zu erfassen. Ein Atmel 8-bit-RISC-Mikrocontroller bildet den Kern.
(Quelle: E. Aitenbichler, M. Mühlhäuser: Audiobasierte Endgeräte für Ubiquitous Computing und geeignete Infrastrukturen. HMD 229)

U

Ubiquitous Computing
Ubiquitous Computing stellt nach der Vision von Mark Weiser die so genannten allgegenwärtigen Computer mit ihrer Informationsverarbeitung dar. Dabei stehen sie für den Benutzer nicht im Vordergrund, sondern bieten ihm bei Bedarf an beliebigen Stellen ihre Informationen und Dienste an. Sie sind klein, kommunizieren untereinander im Allgemeinen drahtlos und sollen einfacher zu bedienen sein wie der heutige Universalcomputer, der PC. Viele kleine Automatisierungsschritte sollen den Alltag des Menschen vereinfachen bzw. erleichtern.
(Quelle: M. Weiser; http://www.ubiq.com/hypertext/weiser/UbiHome.html)

HMD, Heft 229, Februar 2003

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