Glossar
zum Schwerpunktthema Financials
A
- ASP - Application Service Providing
- Auf Dauer ausgelegte Bereitstellung des Zugriffs auf Anwendungssoftware und Dienstleistungen auf Mietbasis über ein Netzwerk (i. Allg. Internet) durch ein Unternehmen, den sog. Application Service Provider.
B
- Basel II
-
1988 legte der Baseler Ausschuss für Bankaufsicht
(i.e. Vertreter der Zentralbanken und der nationalen
Aufsichtsbehörden der führenden Industrieländer) mit
Basel I Eigenkapitalrichtlinien in Abhängigkeit von
vergebenen Krediten für Banken fest. Basel II
(beschlossen zum 4. Quartal 2003, geltend ab
1.1.2007) erweitert diese Richtlinien.
Berücksichtigt bei der Absicherung mit Eigenkapital
der Banken werden in Basel II auch die individuellen
Ausfallrisiken von Krediten an Bankkunden sowie sog.
operative Risiken der Banken (z.B. IT-Ausfall,
Naturkatastrophen). Außerdem werden die
aufsichtlichen Prüfungsverfahren und die Transparenz
des bankseitigen Risikomanagements erweitert.
Basel II hat Auswirkungen sowohl auf die Anwendungssysteme in Banken (z.B. sind Ratingverfahren einzuführen oder extern in Anspruch zu nehmen) als auch auf die Anwendungssysteme bei Kreditnehmern (umfassende IT-gestützte Berichterstattung an die kreditgebende Bank). Abhängig vom individuellen Ausfallrisiko haben letztere auch mit ungünstigeren Kreditkonditionen zu rechnen.
F
- FSCM - Financial Supply Chain Management
- Dieser Begriff wurde in Anlehnung an den bereits gebräuchlichen des Supply Chain Managements (SCM) im Rahmen der Logistik geprägt. Er umfasst alle Transaktionen und ihre Optimierung entlang der finanzwirtschaftlichen Wertschöpfungskette bei den Beteiligten (Unternehmen mit ihren Kunden, Lieferanten und Finanzdienstleistern i.w.S.).
G
- GDPdU - Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen
- Diese seit dem 1.1.2002 geltende neue Regelung räumt den deutschen Finanzbehörden die Möglichkeit ein, Steuerprüfungen in Unternehmen durch Zugriff auf die dort elektronisch geführten Daten des Rechnungswesens (durch Überlassung entsprechender Datenträger oder Nutzung der unternehmenseigenen IT- Systeme) vorzunehmen.
I
- IAS - International Accounting Standards
- IAS ist einer von drei Standards (neben US-GAAP und HGB, Handelsgesetzbuch), die bei der Rechnungslegung eingesetzt werden, um die Vergleichbarkeit von Bilanzen und Unternehmensberichten zu gewährleisten. Unter europäischen Firmen ist IAS am verbreitetsten.
- IFRS - International Financial Reporting Standard
- Neuer Rechnungswesenstandard, der (mindestens) für börsennotierte Unternehmen in der EU ab dem Berichtsjahr 2005 verbindlich wird. Übereinstimmung mit US-GAAP wird zwar angestrebt, neue Anforderungen an das Rechnungswesen lassen sich aber auch bei GAAP-Anwendern nicht völlig vermeiden.
M
- Multikanalmanagement
- Darunter werden Kundeninformation und -bedienung über alle verfügbaren Kanäle (persönliche und telefonische Beratung, Call und Customer Care Center, Internet) mit beliebigem Wechsel zwischen den Kanälen für einen Kunden und auch innerhalb eines Geschäftsvorfalls verstanden. Zielsetzungen sind höhere Kundenbindung und Senkung der Vertriebs- bzw. Servicekosten, Voraussetzung sind integrierte Geschäftsprozesse mit IT-gestützter kanalübergreifender Steuerung und Datenbereitstellung auf aktuellem Stand.
P
- Payment Service
- Elektronische, meist internetbasierte Bezahlsysteme gibt es in verschiedenen Varianten, die alle hohe Anforderungen an Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Einsatzbreite, Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit stellen. Sie lassen sich im Normalfall nicht ausschließlich zwischen dem betroffenen Waren- oder Dienstleistungslieferanten und dessen Kunden realisieren, sondern erfordern die Einschaltung weiterer Dienstleister (Payment Service Provider) in verschiedenen Kategorien.
R
- Retail Banking
- Darunter wird das Mengengeschäft der Banken mit Privat- und kleineren Geschäfts- bzw. Firmenkunden verstanden.
U
- US-GAAP
- Dies ist einer von drei Standards (neben IAS und HGB, Handelsgesetzbuch), die bei der Rechnungslegung eingesetzt werden, um die Vergleichbarkeit von Bilanzen und Unternehmensberichten zu gewährleisten. US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) ist die verbreitetste Rechnungslegungsmethode in den USA, weshalb europäische Unternehmen mit US- Aktivitäten teilweise auf GAAP umstellen bzw. umgestellt haben (z.B. bilanziert DaimlerChrysler seit 1996 nach US-GAAP). IAS und GAAP haben eine ähnliche Struktur, die HGB-Methode weicht davon deutlich ab.






