Glossar
zum Schwerpunktthema Web-Services
A
- Applikationsserver (Application Server)
- Applikationsserver fungieren als mittlere Schicht in einer verteilten Architektur, die sich aus Clients, Applikationsserver und Backends zusammensetzt. Eine solche Architektur kombiniert die Vorteile von zentraler und dezentraler Welt, indem sie die Geschäftslogik auf den Applikationsserver verlagert, wo sie leichter zu verwalten ist. Alle Applikationsserver haben einige grundsätzliche Eigenschaften gemeinsam, wie z.B. Connection Management, Status und Session Management, Verwaltung der Business-Logik und Datenbankverbindung. Der Server muss Protokolle unterstützen, um die Clients zu verbinden, und benötigt Sicherheitsmechanismen, um User zu authentifizieren.
I
- Interoperabilität (Interoperability)
- Die Fähigkeit einer Systemkomponente, sich aufgrund genormter Schnittstellen in einem Gesamtsystem in der Weise integrieren zu lassen, dass ein ungehinderter und problemloser Austausch zwischen den einzelnen Komponenten des Systems erfolgen kann. Ziele der Interoperabilität sind dabei die gemeinsame Nutzung von Daten, Programmen und Prozessen. Im Zusammenhang mit Web-Services geht Interoperabilität dabei deutlich über die rein technische Integration hinaus, indem die Interoperabilität zwischen Unternehmen auf der Ebene der Business-Logik mit adressiert wird.
S
- Serviceorientierte Architektur
- Serviceorientierte Architekturen sind IT- Architekturen, die gekennzeichnet sind durch verteilte Komponenten, die lose miteinander gekoppelt sind, die über offene Standards integriert sind und in Prozessen genutzt werden. Neben diesen technischen Architekturmerkmalen ist die Einheitlichkeit der Semantik der Prozesse (Business- Logik) zu berücksichtigen.
- SOAP (Simple Object Access Protocol)
- Das Simple Object Access Protocol (SOAP) legt fest, wie ein Funktionsaufruf mit XML-Daten über Rechnerplattformen hinweg abläuft (Analogie zu Remote Procedure Calls). Als Transportprotokoll ist HTTP vorgesehen. SOAP wird von allen relevanten Softwareherstellern unterstützt, besitzt aber den Nachteil, einen Datenoverhead zu erzeugen.
U
- UDDI (Universal Description, Discovery and Integration)
- UDDI spezifiziert, wie Verzeichnisse aufzubauen sind, in denen Web- Services registriert und von anderen Programmen gefunden und aufgerufen werden können. Die so genannten weißen Seiten (White Pages) enthalten Namen und Adressen der Unternehmen, die gelben Seiten (Yellow Pages) ergänzen Branchen- und Produktinformationen. Die grünen Seiten (Green Pages) schließlich enthalten in WSDL dargestellte Informationen über die Web-Services.
W
- W3C (World Wide Web Consortium)
- Das W3C wurde im Oktober 1994 am MIT Laboratory for Computer Science (MIT/LCS) in Boston (USA) gegründet. Ziel ist die Entwicklung und Verabschiedung von Spezifikationen zur Weiterentwicklung des Internets. Hauptprodukte des W3C sind Recommendations, die als De- facto- Standards für Protokolle und Anwendungen von den Mitgliedern begutachtet und freigegeben werden müssen. Das Ziel, einen möglichst breiten Konsens zu finden, wird dadurch erreicht, dass jede Spezifikation ein bestimmtes Verfahren durchlaufen muss (Recommendation Process).
- Web-Service
-
Web-Services sind Programme auf einem Server im
Internet, die von anderen Programmen dieser Art
aufgerufen werden können. Sie sind unabhängig von
Betriebssystemen und Programmiersprachen. Die
Standards, die für das Funktionieren von Web-
Services entscheidend sind, werden im Unterschied zu
den bisherigen Integrationstechnologien von allen
relevanten IT-Firmen unterstützt. In dieser
Konzeption werden Daten mit Hilfe der
Beschreibungssprache XML dargestellt und über das
Protokoll SOAP zwischen verschiedenen Anwendungen
transportiert. Finden und aufrufen lassen sich Web-
Services über zentrale UDDI-Verzeichnisse oder
über den Standard WSI auf der Website des
Geschäftspartners. Die Aufrufschnittstellen werden
dabei in der Sprache WSDL beschrieben.
Web-Services sind damit Anwendungskomponenten für abgegrenzte Business-Funktionen. Diese Web-basierten Komponenten sind in der Lage, mit anderen Softwarebausteinen über das Internet zu kommunizieren. So lassen sich ganze Funktionen via Web-Services anbieten und komplexe Anwendungen aus verschiedenen, unabhängigen Komponenten zusammenbauen. Von Web-Services verspricht man sich eine Senkung der Integrationskosten sowie eine Senkung der Entwicklungsaufwendungen (Re-use). - WSDL (Web Service Definition Language)
- WSDL ist ein 2001 erstmalig vom W3C veröffentlichter XML-basierter Rahmen, in dem die Syntax (Funktionen und zu übergebende Parameter für den Aufruf) eines Web-Service spezifiziert wird, der die Interoperabilität zwischen Implementierungen unterschiedlicher Hersteller weitgehend gewährleistet.
- WSI (Web Services Inspection)
- WSI ist ein Standardisierungsvorschlag, der darauf abzielt, von einer Webseite aus direkt auf einer anderen Website Web-Services zu identifizieren und anzusprechen, ohne über ein UDDI-Verzeichnis zu gehen. Für Geschäftspartner, die sich kennen, ist damit die leichtere Nutzung von Transaktionsdiensten möglich.





