Glossar
zum Schwerpunktthema Business Engineering
B
- Business Engineering
-
Business Engineering bezeichnet einen systematischen und
ganzheitlichen Ansatz zur Entwicklung sozio-technischer
Geschäftslösungen im Kontext der Transformation von
Unternehmen. Der Begriff "Engineering" unterstreicht, dass
es sich um einen ingenieurwissenschaftlichen Ansatz handelt,
der sich beispielsweise in der Betonung der Relevanz von
Methoden und Modellen manifestiert, sich aber auch darin
äußert, dass Business Engineering als eine
Konstruktionslehre verstanden wird.
Business Engineering setzt oftmals auf der Ebene der Gestaltung von Geschäftsprozessen an (Geschäftsprozessmanagement), die als Bindeglied zwischen Informationssystemen und -technologie einerseits und Unternehmensstrategie andererseits verstanden werden. Werden in Business-Engineering-Projekten Prozesse fundamental überdacht, kann Business Process Reengineering als ein Element verstanden werden. Je höher der Grad der Veränderung ist, umso bedeutender sind für ein erfolgreiches Business Engineering zudem Ansätze des Change-Managements. (HMD 241) - Business Process Management (BPM)
- Der englischsprachige Begriff Business Process Management wird einerseits als Managementkonzept verstanden und gleichbedeutend zu Geschäftsprozessmanagement verwendet, andererseits in der aktuelleren Literatur stärker mit einer Weiterentwicklung von EAI-Werkzeugen (EAI) und Workflow-Management-Systemen zu sog. Business-Process-Management-Systemen (BPMS) assoziiert. (HMD 241)
- Business-Process-Management-System (BPMS)
- Business-Process-Management-Systeme umfassen im Kern Systeme zur Prozesssteuerung, die erweitert um Komponenten zur Prozessmodellierung und zum Prozesscontrolling eine ganzheitliche, IT-gestützte, schnelle und flexible Anpassung von Prozessen an sich ändernde Rahmenbedingung erlauben. BPMS basieren derzeit eher auf einer Kombination verschiedener Werkzeuge als auf integrierten Systemen, die die Gesamtheit aller BPMS-Funktionalitäten umfassen. Technische Bausteine von BPMS sind EAI- und Workflow-Systeme für die Prozesssteuerung und -automatisierung, Modellierungswerkzeuge für Analyse und Design von Prozessen sowie Elemente von Business-Intelligence-Lösungen zur Ermittlung operativer Kennzahlen und Umsetzung eines Performance Measurements. (HMD 241)
- Business Process Reengineering (BPR)
- Business Reengineering bezeichnet Ansätze, in deren Rahmen auf Basis einer ausgeprägten Kundenorientierung ein fundamentales Überdenken und ein radikales Neugestalten von Geschäftsprozessen vorgenommen werden. Business Reengineering kann als ein Element des Business Engineering verstanden werden. Business Engineering muss allerdings im Gegensatz zum Business Process Reengineering nicht zu einer radikalen Neugestaltung führen. Des Weiteren sind die methodischen Elemente in Ansätzen des Business Reengineering weniger stark ausgeprägt als dies im Business Engineering üblich ist. (HMD 241)
C
- Change-Management (im Kontext Organisationsentwicklung)
- Im Kontext der Organisationsentwicklung versteht man unter Change-Management Ansätze, die - insbesondere unter Berücksichtigung von "weichen" Faktoren - die Veränderung von Unternehmen begleiten, um Widerstände und Barrieren in Veränderungsprozessen abzubauen und Akzeptanz zu erzielen. Dies kann z.B. durch frühzeitige Beteiligung der Betroffenen, der Beeinflussung ihrer persönlichen Ziele und der Herbeiführung von Identifikation mit Unternehmenszielen erfolgen. (HMD 241)
- Change-Management (im Kontext IT-Servicemanagement)
- Man beachte, dass im Kontext des IT-Servicemanagements unter Change Management (Änderungsmanagement) ein systematischer Ansatz verstanden wird, der auf Basis von Änderungsanforderungen (Change Requests) die notwendigen Anpassungen an Informationssystemen und Infrastruktur in einer nachvollziehbaren und die Konsistenz der Systeme gewährleistenden Form steuert. Basis für ein erfolgreiches Change Management ist in der Regel die Kenntnis der gesamten IT-Infrastruktur und der Abhängigkeiten aller Komponenten untereinander. Dies ist Gegenstand des Configuration Managements, das daher oft in Verbindung mit Change Management genannt wird. (HMD 241)
E
- Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)
- Unter ereignisgesteuerten Prozessketten versteht man eine Modellierungssprache zur Erstellung von Prozessmodellen. EPKs gehören zur Methodenfamilie ARIS (Architektur Integrierter Informationssysteme), die die methodische Basis des Geschäftsprozessmanagements nach Scheer (ARIS HOBE - House of Business Engineering) bildet. (HMD 241)
G
- Geschäftsprozessmanagement (GPM)
- Geschäftsprozessmanagement ist ein ganzheitliches Managementkonzept, in dessen Mittelpunkt Geschäftsprozesse stehen. Aufgaben der Gestaltung und Implementierung von Geschäftsprozessen werden in Form von Projekten wahrgenommen. Handelt es sich um ein fundamentales Neugestalten spricht man auch von Business Process Reengineering. Neben diesen Maßnahmen mit Projektcharakter sind es insbesondere die dauerhaft und kontinuierlich wahrgenommenen Aufgaben, die das Geschäftsprozessmanagement prägen. Hierzu gehören das Führen, Planen, Überwachen und Steuern sowie das kontinuierliche Verbessern von Prozessen. Charakteristisch im Geschäftsprozessmanagement ist das Denken in Regelkreisen und die Integration von Ziel-, Planungs- und Kontrollsystemen. (HMD 241)
M
- Metamodell
- Ein Modell gilt als Metamodell bezüglich eines anderen Modells, wenn es ein Beschreibungsmodell der Sprache, in der dieses Modell formuliert ist, darstellt. Metamodelle auf Grundlage dieses sprachbasierten Metamodellbegriffs unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, welche Eigenschaften der modellierten Sprache sie abbilden und in welcher Sprache sie selbst formuliert sind. Das Prinzip der Metamodellierung lässt sich über mehrere Modellierungsebenen hinweg fortsetzen. Ein Metametamodell ist folglich ein Beschreibungsmodell einer Sprache, in der ein Metamodell formuliert ist. Moderne Modellierungssprachen werden heute häufig auf Basis von Metamodellen spezifiziert. Ein bekanntes Beispiel ist die Unified Modeling Language (UML). (HMD 241)
- Modellierungssprache
- Modellierungssprachen sind künstliche, formale oder semiformale Sprachen zur Formulierung von Modellen. Viele Modellierungssprachen basieren auf einer grafischen Notation. Bekannte Beispiele für Modellierungssprachen sind die Unified Modeling Language (UML) oder Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK). (HMD 241)
R
- Referenzmodell
- Unter Referenzmodellen versteht man in einer weiten Interpretation Modelle, die als Bezugspunkt dienen oder Empfehlungscharakter aufweisen, wie z.B. das ISO/OSI-Referenzmodell, ITIL oder das Supply Chain Operations Reference Model (SCOR). In einer etwas engeren Sichtweise bezeichnet ein Referenzmodell ein allgemein gültiges und wiederverwendbares Informationsmodell, das nicht ein einzelnes Unternehmen oder eine einzelne Anwendungssituation repräsentiert, sondern eine ganze Klasse von Unternehmen oder Anwendungen, Branchen oder Ähnliches. Es bezieht sich meistens auf eine bestimmte fachliche Domäne und wird als Soll-Modell mit Empfehlungscharakter verstanden. Aus Referenzmodellen können durch Modifikation und Erweiterung spezielle Modelle abgeleitet werden. (HMD 241)





