Glossar

zum Schwerpunktthema Supply Chain Management

Glossar zu HMD 243, erschienen im Juni 2005.

A

ATP (Available-to-Promise)
Im Rahmen der Verfügbarkeitsprüfung wird die verfügbare Menge oder ATP-Menge errechnet. Bei der Berechnung der ATP-Menge prüft das System, ob alle Abgänge durch bestehende Zugänge/Bestand gedeckt werden und ob von den Zugängen noch Mengenanteile offen für neu eintreffende Abgänge/Bedarfe sind. Diese noch nicht zugeordneten Mengenanteile bilden die ATP-Menge. (HMD 243)

C

Customer Relationship Management (CRM)
Customer Relationship Management ist ein Teilbereich des Partner Relationship Managements (PRM). Es umfasst den Aufbau, die kontinuierliche Pflege sowie die Kontrolle von langfristigen profitablen Kundenbeziehungen durch die Integration von Marketing, Vertrieb und Service mit Hilfe von Informations- und Kommunikationssystemen. Der Kerngedanke des Customer Relationship Managements liegt in der Steigerung des Unternehmens- und Kundenwerts durch ein systematisches Management der Kunden. Daher ist für die Einführung eines Customer-Relationship-Management-Systems die Integration aller für den Kundenkontakt relevanten Informationssysteme notwendig, um so eine einheitliche und übergreifende Kundensicht zu gewährleisten. (HMD 228, HMD 235; 22.8.2004)

E

Enterprise Resource Planning (ERP)
Bezeichnet i. Allg. umfangreiche Anwendungssoftwarelösungen, die (beinahe) sämtliche betriebswirtschaftlichen Aufgaben in einem Unternehmen (Warenwirtschaft/Logistik, Rechnungswesen und Personal) unterstützen. Wird oft synonym verwandt für betriebswirtschaftliche Standardsoftware; ein typischer Vertreter ist etwa SAP® R/3®. (HMD 235)

K

KPI (Key Performance Indicator)
Kennzahl in der Betriebswirtschaft, hauptsächlich eingesetzt im Rahmen des Controllings. Kennzahlen sind verdichtete, quantitative Angaben, die es einer Organisation ermöglichen, den Fortschritt bzgl. gesetzter Ziele zu definieren und zu messen - im Supply Chain Management zum Beispiel die Termintreue. Kennzahlen sollen die Ziele der Organisation widerspiegeln, d.h., Kennzahlendefinition und Ziel müssen sich entsprechen. Ferner muss die Kennzahlendefinition eindeutig sein und von allen Nutzern akzeptiert werden bzw. diesen zumindest bekannt sein. Kennzahlen müssen sich auf quantifizierbare Sachverhalte beziehen und müssen nachvollziehbar und verständlich sein. Die Datenquellen für die Kennzahlen müssen klar festgelegt sein. Kennzahlen können in Kennzahlensysteme oder eine Balanced Scorecard eingebunden werden. (HMD 243)

L

Logistikmanagement
Das Logistikmanagement setzt auf der strategischen Ebene an, um Vision, Strategie, Prozessmanagement, Organisation, Human-Resource-Management und Controlling unter prozessorientierten Gesichtspunkten zu analysieren, zu gestalten, zu koordinieren und nachhaltig zu optimieren (Effektivitätsziel). Es bedient sich dabei der operativen Kernmodule Waren- und Dokumentenlogistik, die unterstützt von Supportmodulen unternehmensintern sowie unternehmensübergreifend realisiert werden (Effizienzziel). Unter Logistikmanagement wird folglich die ganzheitliche, integrative Planung, Steuerung und Überwachung der Waren-, Informations- und Dokumentenflüsse innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden. (HMD 243)

S

Supply Chain Management (SCM)
Supply Chain Management (SCM) ist die optimale werks- und unternehmensübergreifende Koordination der Material- und Informationsflüsse über den gesamten Wertschöpfungsprozess mit dem Ziel, diesen zügig, effektiv und effizient zu gestalten. Dabei handelt es sich in der Realität nicht um eine Lieferkette, wie es der Begriff suggeriert, sondern um ein komplexes Netzwerk von Beziehungen der Bedarfsübergabe, Planung, Steuerung, Beschaffung, Produktion, Auftragsbearbeitung und Distribution, das sich in einem Prozess der permanenten Adaptation an den Markt befindet. (HMD 243)
Supply Chain Operations Reference (SCOR) Model
Das Supply Chain Operations Reference (SCOR) Model wurde zur Darstellung aller unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Geschäftsprozesse vom Supply Chain Council (SCC) entworfen (http://www.supply-chain.org/). Mit diesem Modell lassen sich alle Aspekte einer Supply Chain analysieren und beschreiben. Das SCOR-Modell basiert auf den fünf wesentlichen Supply-Chain-Management-Prozessen: 1. Planung, 2. Beschaffung, 3. Herstellung, 4. Lieferung und 5. Rücklieferung (PLAN, SOURCE, MAKE, DELIVER, RETURN). Ferner werden vier Detaillierungsebenen unterschieden. (HMD 243)

V

Vendor Managed Inventory (VMI)
VMI erweitert die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden, indem der Lieferant Zugriff (z.B. via Internet oder EDI) auf die Lagerbestandsinformationen und die Bedarfsdaten des Kunden hat. Beim VMI übernimmt der Lieferant die Verantwortung für die Bestände seiner Produkte beim Kunden. Dadurch lassen sich Kosten und Durchlaufzeiten reduzieren sowie effiziente Prozesse und erhöhte Produktivität erzielen. Außerdem werden die Kundenbindung und der Kundenservice verbessert. (HMD 243)
Verfügbarkeitsprüfung
Die Verfügbarkeitsprüfung ermittelt, ob ein Bedarf mengen- und termingerecht bestätigt werden kann. Dafür ist neben der Berechnung der ATP-Menge (zum Bereitstellungstermin) parallel die Versandterminierung durchzuführen, um festzustellen, ob die verlangte Menge auch zum Wunschliefertermin des Kunden bestätigt werden kann. (HMD 243)

W

Wunschliefertreue
Der Kunde beurteilt seinen Lieferanten an dessen Wunschliefertreue. Diese wird erreicht, wenn Wunschtermin und bestätigter Termin übereinstimmen (Service-Level, Lieferfähigkeit) und wenn bestätigter Termin und Wareneingang (bzw. Bereitstellung zur Abholung) bereinstimmen (Termineinhaltung, Liefertreue). Es handelt sich hierbei also um typische KPIs. (HMD 243)
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