Glossar

zum Schwerpunktthema IT-Controlling

Glossar zu HMD 254, erschienen im April 2007.

B

Balanced Scorecard
Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein methodischer Ansatz aus dem Performance Measurement. Die strategische Steuerung von Unternehmen wird hier nicht mehr als eindimensionale und an finanziellen Größen ausgerichtete Aufgabe verstanden, sondern durch eine mehrdimensionale Sichtweise ersetzt. Ein Unternehmen wird parallel über mehrere Perspektiven und diesen zugeordnete Kennzahlen (oft KPI oder - Key Performance Indicator) gesteuert. Die BSC unterstützt die Präzisierung, Operationalisierung und Umsetzung der strategischen Planung. Diese aus der Unternehmenssteuerung kommende Konzeption wird auch auf einzelne Unternehmensbereiche, wie beispielsweise die IT, übertragen. Typische Perspektiven in BSCs für die IT-Steuerung sind Finanz-, Kunden-, Prozess- und Mitarbeiterperspektive. In der Praxis findet man weitere Perspektivenbildungen, so z.B. die Lieferantenperspektive (bei intensivem Outsourcing) oder eine Sicherheitsperspektive. (HMD 254)
Benchmarking
Benchmarking ist der regelmäßige Vergleich von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen mittels Kennzahlen (den Benchmarks) zwischen verschiedenen Unternehmen oder Organisationen. Ziel ist es, aus den Unterschieden in den Benchmarks Verbesserungsmöglichkeiten in den teilnehmenden Organisationen zu erkennen und entsprechende Veränderungsmaßnahmen einzuleiten. Dabei werden oftmals auch die Vorgehensweisen der besseren oder leistungsfähigen Organisationen als Best Practice angesehen und übernommen. Voraussetzungen für erfolgreiches Benchmarking sind neben der regelmäßigen Durchführung die Vergleichbarkeit und die Verfügbarkeit der Kenngrößen sowie die vertrauliche Handhabung der von den Teilnehmern vorgelegten Daten. (HMD 254)

C

Controlling-Regelkreis
Der Regelkreis ist das universelle Grundmuster jeder Steuerung. Er besteht aus den Schritten Planung, Umsetzung, Analyse und Korrektur und wird so lange und immer wieder durchlaufen, bis das Steuerungsziel erreicht wurde und/oder eine vorgegebene Zeitspanne verstrichen ist. Insbesondere im Umfeld des - >Qualitätsmanagements sind Steuerungsregelkreise unter dem Begriff des "PDCA-Cycle" (Plan, Do, Check, Act) bekannt. (HMD 254)

E

Earned-Value-Analyse
Die Earned-Value-Analyse (EVA) ist eine Methode zur Steuerung von Projekten. Für ein Projekt werden zu jedem Zeitpunkt die kumulierten Plankosten, die kumulierten Istkosten und die kumulierten Sollkosten miteinander verglichen. Die Sollkosten, bezeichnet hier als "earned value", ergeben sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad des Projektes, indem man die Frage beantwortet, welche kumulierten Kosten für den ermittelten Fertigstellungsgrad gemäß Planung angefallen wären. Die wesentlichen Kenngrößen zur Beurteilung des aktuellen Projektstatus sind der Quotient aus "earned value" und den kumulierten Plankosten, den man als Schedule Performance Index (SPI) bezeichnet, und der Quotient aus "earned value" und kumulierten Istkosten, den man als Cost Performance Index (CPI) bezeichnet. Ist SPI < 1, so liegt das Projekt nicht mehr im Zeitplan. Ist CPI < 1, so liegt das Projekt nicht mehr im Budgetrahmen. (HMD 254)

I

IT-Controlling
Controlling (wörtlich übersetzt: Steuerung) ist ein Teilbereich des Managements und umfasst alle Tätigkeiten und Hilfsmittel, um die Planung, Steuerung und Entscheidungsvorbereitung im Management zu unterstützen. Unter der Entscheidungsverantwortung des Managements übernimmt das Controlling die Transparenzverantwortung. IT-Controlling ist insofern das Fachcontrolling für die IT. Je nach Fokussierung unterscheidet man weiter nach IT-Demand-Controlling, IT-Supply-Controlling und IT-Governance-Controlling. (HMD 254)
IT Financial Management
In ITIL (Information Technology Infrastructure Library) ist Financial Management einer der Kernprozesse. Es trägt dazu bei, dass durch die Planung von Aufwand, Erlös und Weiterverrechnung einer IT-Leistung (IT-Leistungsverrechnung) die für den Betrieb erforderlichen finanziellen Mittel rechtzeitig bereitgestellt werden. Aufgaben des IT Financial Management sind Budgetierung und Buchführung als Pflichtbestandteile und Leistungsverrechnung als optionaler Bestandteil. (HMD 254)
IT-Governance
Unter Governance werden Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zusammengefasst, die zur Unterstützung und Durchsetzung der Unternehmensziele und -strategien beitragen sollen. Als integraler Teil der Unternehmensführung und abgeleitet aus der Corporate Governance strebt IT-Governance nach einer Ausrichtung der IT auf die Geschäftstätigkeit (IT-(Business-)Alignment), einem verantwortungsvollen Umgang mit IT-Ressourcen und den damit verbundenen Risiken sowie dem Erkennen und Nutzen von IT-inhärenten Wettbewerbsvorteilen. Sofern IT direkt betroffen ist oder auch nur mittelbar dazu beiträgt, gehört auch die Sicherstellung von Compliance in den Bereich der IT-Governance. IT-Governance ist also das Regelwerk, das das Zusammenspiel von IT-Demand und IT-Supply in einer Organisation regelt. Sie legt fest, wer welche IT-Leistungen anbieten und erstellen darf und wer welche IT-Leistungen nachfragen und abnehmen darf. Mit CobiT (Control Objectives for Information and Related Technology) liegt ein bekanntes Referenzmodell vor, das die Umsetzung von IT-Governance in Organisationen unterstützen soll. Verantwortlich für die Umsetzung der IT-Governance ist der CIO. (HMD 254)
IT-Leistungsverrechnung
Um die wirtschaftliche Erstellung und Verwendung von IT-Leistungen herbeizuführen und sicherzustellen, führen viele Organisationen eine IT-Leistungsverrechnung durch. Dabei werden definierte (und z.B. in Service Level Agreements genau spezifizierte) Leistungen zu vorab kalkulierten und periodenweise festgelegten Preisen an die IT-Kunden abgegeben und ergebniswirksam verrechnet. Durch Variation der Abnahmemenge und/oder der Wahl anderer Leistungsausprägungen (Service Levels) kann der Kunde seine IT-Kosten beeinflussen. Voraussetzungen einer IT-Leistungsverrechnung sind Stückkostenrechnung und geeignete Abrechnungsverfahren. (HMD 254)
IT-Revision
Die (interne) Revision prüft im unmittelbaren Auftrag der Unternehmensleitung die Organisationseinheiten sowie Prozessabläufe hinsichtlich der Einhaltung von Vorgaben und Vorschriften. Prüfungskriterien sind Ordnungsmäßigkeit, Risiken, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zukunftssicherheit und Zweckmäßigkeit. Schwerpunkte der IT-Revision als Teil der internen Revision sind Prüfung der IT-Systeme und -Infrastrukturen, IT-Leistungserstellung und IT-gestützte Abläufe. (HMD 254)

K

Kennzahlensystem
Ein Kennzahlensystem ist eine Liste von Kennzahlen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine quantitative Aussage über den geplanten oder tatsächlichen Zustand eines Steuerungsobjektes macht. Die Kennzahlen des Kennzahlensystems sind gewissermaßen die "Koordinaten" des Steuerungsobjektes. (HMD 254)

M

Monitoring
Im CobiT-Prozessmodell (CobiT - Control Objectives for Information and Related Technology) werden unter dem Gruppenbegriff "Monitoring" die vier Prozesse "Prozesse überwachen", "Interne Steuerung bewerten", "Unabhängige Bewertung einholen" und "Unabhängige Auditierung vorsehen" zusammengefasst. Das Monitoring in CobiT deckt also den Kontrollaspekt des (IT-)Controllings ab, nicht aber das IT-Controlling insgesamt. (HMD 254)
Multiprojekt-Controlling
Das Multiprojekt-Controlling setzt auf einem definierten und vorgegebenen Projektportfolio auf. Es ist verantwortlich für die übergreifende Koordinierung und Steuerung der Projekte vor dem Hintergrund gemeinsamer Ressourcennutzung. Es stellt sicher, dass die einzelnen Projekte professionell und effizient durchgeführt werden. Dazu werden einheitliche Verfahren für die Einzelprojektsteuerung bereitgestellt. (HMD 254)

P

Projektportfolio-Controlling
Das Projektportfolio-Controlling befasst sich mit der Aufgabenstellung, welche IT-Projekte durchgeführt werden sollen. Dazu werden Projektvorhaben nach einheitlichen Verfahren bewertet und priorisiert (auch als Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen oder "business cases" bezeichnet). Es unterstützt die Erstellung der Projektportfolios. Eine besondere Herausforderung ist die Bewertung der nichtmonetären Nutzeffekte von IT-Projekten. (HMD 254)
HMD Best Paper Award 2011
Bestellen Sie ein Probeabo!
Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft von IT-Governance!