Glossar
zum Schwerpunktthema IT-Projektmanagement im Wandel
A
- Agiles Manifest
-
Das agile Manifest ist eine Sammlung von agilen
Grundwerten, die im Februar 2001 formuliert und
veröffentlicht und inzwischen von Tausenden von
Personen unterzeichnet wurde. Die wesentlichen
Grundgedanken sind:
- Individuen und Interaktionen gelten mehr als Prozesse und Tools.
- Funktionierende Programme gelten mehr als eine ausführliche Dokumentation.
- Die stetige Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über Verträgen.
- Der Mut und die Offenheit für Änderungen stehen über dem Befolgen eines festgelegten Plans.
B
- Build
- Ein Build ist eine gewöhnlich unvollständige und vorübergehende, aber ausführbare Version eines in Entwicklung befindlichen Systems, die sich in der Entwicklungsumgebung oder gegebenenfalls in einer entwicklungsnahen Testumgebung befindet. (HMD 260)
C
- Capability Maturity Model Integration (CMMI)
-
CMMI ist ein Prozessmodell zur Verbesserung der
Qualität der Softwareentwicklung. Aus den objektiv
analysierten Stärken und Schwächen der bestehenden
Softwareentwicklung werden Verbesserungsmaßnahmen
festgelegt und in einer bestimmten Reihenfolge
umgesetzt. CMMI eignet sich auch zur Überprüfung des
Reifegrades der Softwareentwicklungsprozesse eines
Unternehmens.
CMMI ist die modernisierte Version des Software Capability Maturity Model (CMM). Es integriert verschiedene Qualitätsmodelle in einem neuen, modularen Modell. (HMD 260)
E
- Enterprise Mashups
- Enterprise Mashups sind webbasierte Anwendungen neuer Art, die existierende Ressourcen aus verschiedenen Quellen für einen individuellen Benutzer kombinieren, um neuere reichhaltigere Unternehmensapplikationen zu generieren - eine Art webbasierte IDV (Individuelle Datenverarbeitung, wie man es in den 80er-Jahren nannte). (HMD 260)
F
- Feature
- Ein Feature (Planungsrelevantes Feature, Iterationsfeature, Releasefeature) ist eine Sammlung von (häufig noch zu konkretisierenden) Anforderungen. (HMD 260)
H
- Heterarchie
- Mit Heterarchie wird eine Organisationsform bezeichnet, in der die organisatorischen Einheiten nicht in einer hierarchischen, sondern in einer gleichberechtigten Abhängigkeit nebeneinander stehen. Heterarchie erfordert Selbstorganisation. (HMD 260)
I
- Inkrement
- Die Funktionalität einer Software, die am Ende einer bestimmten Iteration fertiggestellt wurde, bezeichnet man als Inkrement. Beim featurebasierten Planen wird das Inkrement der Iteration i durch die Menge der Iterationsfeatures definiert, die am Iterationsende fertig sein soll oder ist. Für die Herstellung des Iterationsfeatures sollte stets genau ein Team bzw. eine Person verantwortlich sein. (HMD 260)
- Intangible
- Ein Intangible ist eine immaterielle Leistung, z.B. in Form von Informationen, Planungswissen, Prozesswissen, technischem Know-how, immateriellen Vergünstigungen. (HMD 260)
- Iteration
- Eine Iteration ist ein in ähnlicher Weise wiederholter Zeitabschnitt innerhalb eines Entwicklungsprozesses. Der Gesamtprozess wird in eine Vielzahl kürzerer Zeitabschnitte untergliedert, in denen prinzipiell die gleichen elementaren Entwicklungsaktivitäten stattfinden. (HMD 260)
- Iterationsfeature
- Eine geplante Ausbaustufe eines Produktfeatures wird als Iterationsfeature bezeichnet. Die Zuordnung eines Iterationsfeatures zu genau einer Iteration i bedeutet, dass diese Ausbaustufe am Ende dieser Iteration abgeschlossen, d.h. dann vorzeigbar sein soll. (HMD 260)
M
- Megaprojekt
- Ein Megaprojekt ist ein Projekt, das in derselben Größenordnung ist wie das Unternehmen oder die Organisation, die das Projekt durchführen soll. Der Begriff wird allerdings nur bei wirklich sehr großen Projekten und Unternehmen und nicht im Umfeld von KMU angewandt. (HMD 260)
- Meilenstein
- Ein Meilenstein definiert einen Termin, zu dem eine Menge von Ergebnissen in einer bestimmten Detaillierung und Vollständigkeit nachprüfbar und formal dokumentiert vorliegen muss. Liegen die Ergebnisse zum geplanten Termin nicht vor, wird der Meilensteintermin verschoben. Ein Meilenstein ist ein Hilfsmittel zur Planung und Überwachung eines Entwicklungsprozesses. (HMD 260)
P
- Planungsrelevantes Feature
- Unter einem planungsrelevanten Feature versteht man eine Eigenschaft, die a) beschreibt, was das zu planende Produkt (normalerweise die zu erstellende Software) leistet, b) üblicherweise eine Funktionalität beschreibt, die idealerweise automatisiert testbar ist (wenn nicht, beschreibt es zumindest eine nicht funktionale Anforderung, die nachweisbar ist), c) meist einen kaufentscheidenden Wert für den Auftraggeber hat (der im Zweifel darüber befinden darf), d) zusammengehörige Anforderungen zu einem sinnvollen Ganzen aggregiert (z.B. eine Menge mehrerer Anwendungsfälle, die gemeinsam alle Lebenszyklen eines fachlichen Objektes abdecken) und e) planbar ist, d.h., es sind konkrete Aufgaben ableitbar. (HMD 260)
- Produktfeature
- Ein Produktfeature repräsentiert ein Leistungsmerkmal eines zu erstellenden Produktes (z.B. einer Software) und beschreibt im Normalfall eine Funktionalität, die idealerweise automatisiert testbar ist. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Gruppe mehrerer zusammengehöriger Anwendungsfälle bzw. anderer Anforderungen, die gemeinsam alle Lebenszyklen eines fachlichen Objektes abdeckt und für den Auftraggeber einen kaufentscheidenden Wert hat. (HMD 260)
R
- Release
- Darunter versteht man ein Build, das dahingehend weiterentwickelt wurde, dass es an den Kunden ausgeliefert werden bzw. in seiner Zielumgebung laufen kann, d.h., es sind die notwendigen Freigabeverfahren zu durchlaufen. Ein Release ist immer auch ein Meilenstein. (HMD 260)
- Retrospektive Kohärenz
- Die Erscheinung, dass manche Abläufe sich nur im Nachhinein als Ursache-Wirkungs-Ketten erklären lassen, bezeichnet man als retrospektive Kohärenz. (HMD 260)
S
- Scrum
- Scrum bezeichnet eine Sammlung von Arbeitstechniken, Strukturen, Rollen und Methoden für das Projektmanagement im Rahmen agiler Softwareentwicklung. Scrum knüpft an die Ideen von "lean production" in der Automobilbranche allgemein und speziell bei Toyota an. Die Entwickler organisieren sich selbst und wählen auch die Methoden selbst aus. Diese Auswahl wird im Projekt fortlaufend den aktuellen Erfordernissen angepasst. (HMD 260)
- Smoke-Build
- Ein Smoke-Build ist ein Build, das mit dem Ziel erstellt wird, einen Smoke-Test durchzuführen. (HMD 260)
- Smoke-Test
- Dieser normalerweise automatisierte Test soll möglichst alle Hauptfunktionen eines Testobjektes auslösen, ohne die Ausgaben des Testobjektes mit vorgegebenen Sollergebnissen zu vergleichen, mit dem Ziel, die grundsätzliche Testbarkeit und Robustheit (z.B. Absturzfreiheit) zu prüfen. Der Begriff Smoke-Test kommt aus der Elektrotechnik und bezeichnet dort den ersten Test, bei dem eine elektrische Schaltung unter Strom gesetzt wird und beobachtet wird, ob irgendetwas anfängt zu rauchen. (HMD 260)
T
- Tangible
- Bei einem Tangible handelt es sich um eine materielle Leistung, z.B. in Form von Gütern, Dienstleistungen oder Umsatzerlösen. (HMD 260)
- Teilabnahme
- Eine Teilabnahme ist eine Abnahme auf Basis eines Release, das nur eine begrenzte Menge von Anforderungen oder Features umfasst, beispielsweise, wenn ein weiteres umfassenderes Release später geliefert wird. (HMD 260)
- Timebox
- Eine Timebox definiert einen unverrückbaren Zeitrahmen, an dessen Ende eine Menge von Ergebnissen in einer bestimmten Detaillierung und Vollständigkeit nachprüfbar und formal dokumentiert vorliegen soll. Liegen die Ergebnisse nicht wie geplant vor, werden die offenen Teile in eine nachfolgende Timebox verschoben. Hierzu werden zum geplanten Endtermin die tatsächlich erreichten Ergebnisse bestimmt. Eine Timebox ist ein Hilfsmittel zur Planung und Überwachung eines Entwicklungsprozesses. (HMD 260)
V
- Value Chain
- Eine Value Chain ist ein Value Network oder ein Teil davon, das in die Form einer linearen Kette gebracht werden kann. (HMD 260)
- Value Network
- Ein Value Network (dt. werthaltiges Netzwerk) ist ein Netz von gegenseitigen Beziehungen, die Nutzen (von der Art wirtschaftlichen Wohlstandes) mithilfe eines dynamischen Austausches von Tangibles oder Intangibles zwischen mehreren Personen oder Gruppen generieren. (HMD 260)
- Vorabnahme
- Die Vorabnahme ist eine Abnahme auf Basis eines Builds (oder Release), die nur eine begrenzte Menge von Anforderungen oder Features umfasst und die vorbehaltlich der späteren Reproduzierbarkeit im Rahmen einer regulären Abnahme oder Teilabnahme gilt. (HMD 260)
W
- Wasserfallmodell
- Das Wasserfallmodell ist ein älteres Modell zur Softwareentwicklung, in dem eine frühe Phase in der Entwicklung immer vollständig abgeschlossen sein muss, bevor die nächste Phase gestartet werden kann. (HMD 260)





