Glossar
zum Schwerpunktthema Unternehmensarchitekturen
A
- Anwendungslandschaft (Applikationslandschaft)
- Ein dem Anwendungsportfolio ähnlicher Begriff zur Bezeichnung des Bestandes an Anwendungen eines Unternehmens, der allerdings weniger stark auf die Bewertung nach entscheidungsrelevanten Kriterien abhebt, sondern eher auf die fachlich-inhaltlichen oder technischen Abhängigkeiten innerhalb der Gesamtheit sich in Betrieb befindlicher Anwendungen eines Unternehmens abzielt. Anwendungslandschaften können in Form von Softwarekarten (z.B. Bebauungsplänen) visualisiert werden. (HMD 262)
- Anwendungsportfolio (Applikationsportfolio)
- In Analogie zum Projektportfolio versteht man unter einem Anwendungsportfolio einen systematisch geordneten Bestand an Anwendungen eines Unternehmens. Die Anwendungen können sich in unterschiedlichen Lebenszyklusphasen befinden und werden in der Regel nach verschiedenen Kriterien systematisiert und bewertet, um Entscheidungsprozesse bzgl. der langfristigen Gestaltung des Anwendungsportfolios (Anwendungsportfoliomanagement) zu unterstützen. (HMD 262)
- Architekturframework (Architekturrahmen)
-
Ein Rahmenwerk, das definiert, wie Architekturen beschrieben
werden können. Üblicherweise werden unterschiedliche
Abstraktionsstufen bzw. -ebenen (z.B. Strategie, Organisation,
System) vorgegeben, die sich hinsichtlich ihrer Nähe zur Technik
unterscheiden. Orthogonal dazu können z.B. zusätzlich
verschiedene Sichten auf das Unternehmen oder das zu
betrachtende Teilsystem gebildet werden.
Die eigentliche Architekturbeschreibung erfolgt unter Verwendung von sicht- und/oder ebenenspezifischen Modellierungssprachen, die häufig in Form von Metamodellen definiert sind. Architekturframeworks können auch Ausführungen zum Prozess der Architekturgestaltung in Form von Architekturmethoden beinhalten. Frameworks für Unternehmensarchitekturen (UA) haben Ähnlichkeiten mit Frameworks für das Business Engineering (z.B. ARIS). Bekannte UA-Frameworks sind das Zachman Framework, TOGAF und ArchiMate. (HMD 262) - Architekturmethode
- Eine spezielle, auf das Architekturmanagement ausgerichtete Methode, die eine systematische Vorgehensweise zur Erstellung und Pflege von Architekturen umfasst und neben einem Vorgehensmodell auch Rollen und Gestaltungshilfsmittel (Techniken, Tools) definieren kann. Architekturmethoden können als Bestandteile von oder in Ergänzung zu Architekturframeworks definiert werden. Eine bekannte Architekturmethode gehört beispielsweise zu TOGAF. (HMD 262)
B
- Bebauungsplan (Bebauungsdiagramm)
-
In der Regel ist dies eine zweidimensionale Visualisierung einer
Anwendungslandschaft, die die Abdeckung (Bebauung) der
Elemente beider Dimensionen mit Anwendungen veranschaulicht. Ein
typischer Bebauungsplan kann beispielsweise auf den Dimensionen
Geschäftsprozess und Organisationseinheit basieren und
aufzeigen, welche Anwendungen welche Prozesse unterstützen und
in welchen Organisationseinheiten genutzt werden. Bebauungspläne
als spezielle Form einer Softwarekarte sind somit besonders
geeignet, Abhängigkeiten aufzuzeigen. Neben Anwendungen sind
prinzipiell auch andere Bebauungsobjekte (z.B. Datenbanken,
Services) möglich.
Die Begriffe Bebauungsplan und -diagramm werden häufig synonym benutzt, lediglich in einem engeren Sinne wird mit Plan eine Soll- oder Zielstruktur assoziiert. (HMD 262) - Business-IT-Alignment
- Bezeichnet die Ausrichtung der IT an den Geschäftsaktivitäten des Unternehmens. (HMD 262)
E
- Enterprise Architecture (EA)
- Unternehmensarchitektur (HMD 262)
G
- Geschäfts(prozess)architektur
- Die Geschäftsarchitektur kann als Teil der Unternehmensarchitektur angesehen werden und ist auf Organisationsebene angesiedelt. Sie setzt üblicherweise einen Schwerpunkt auf die Betrachtung der Geschäftsprozesse. Daneben können aber auch Elemente der Aufbauorganisation oder von Geschäftsmodellen mit einbezogen werden. Hin zur Technik weist die Geschäftsarchitektur Verknüpfungen zur IT-Architektur auf und kann in der anderen Richtung um Betrachtungen auf einer strategischen Ebene ergänzt werden. (HMD 262)
I
- IT-Architektur
- Unter IT-Architektur versteht man die strukturierende Abstraktion existierender und geplanter IT-Systeme eines Unternehmens. Es handelt sich um eine Gesamtsicht, die in engem Zusammenhang zur Geschäftsarchitektur eines Unternehmens steht und in ihrer Gestaltung maßgeblich von der IT-Strategie beeinflusst wird. Üblicherweise wird die IT-Architektur aufgrund ihrer Komplexität in verschiedene Ebenen unterteilt, z.B. Anwendungssysteme und Infrastruktur, oder aus verschiedenen Sichten betrachtet. Die IT-Architektur kann als Teil der Unternehmensarchitektur verstanden werden. (HMD 262)
M
- Metamodell
- Ein Modell gilt als Metamodell bezüglich eines anderen Modells, wenn es ein Beschreibungsmodell der Sprache, in der dieses Modell formuliert ist, darstellt. (HMD 262)
S
- Softwarekarte
- Diagramm zur Visualisierung von Anwendungslandschaften, das aus einem Kartengrund und mehreren Schichten für zu positionierende Objekte (z.B. Anwendungen, Schnittstellen, Kennzahlen) besteht.
T
- TOGAF (The Open Group Architecture Framework)
- TOGAF ist ein Architekturframework, das in den 90er-Jahren entwickelt wurde und mittlerweile auf große Akzeptanz in der Praxis stößt. Als Komponenten einer Unternehmensarchitektur unterscheidet es die Teilarchitekturen Geschäfts(prozess)architektur, Datenarchitektur, Anwendungsarchitektur und Technologiearchitektur. TOGAF umfasst als eines der wenigen Frameworks auch eine explizite Architekturmethode, die sogenannte Enterprise Architecture Development Method (ADM). (HMD 262)
U
- Unternehmensarchitektur (UA, Enterprise Architecture, EA)
- Eine UA beschreibt die grundlegende Struktur eines Unternehmens bzw. seines Informationssystems (soziotechnisches System, das Informationen verarbeitet). Da Unternehmensarchitekturen sehr umfangreich und komplex sein können, unterschiedlichen Zielen dienen und von unterschiedlichen Nutzern verwendet werden, ist es sinnvoll, verschiedene Ebenen einer UA oder verschiedene Sichten auf diese zu bilden. Aufeinander abgestimmte Systeme zur Bildung von Teilarchitekturen werden in Architekturframeworks definiert. In einer sehr groben Differenzierung besteht eine UA z.B. aus den Teilarchitekturen Geschäftsarchitektur und IT-Architektur. (HMD 262)






