Glossar
zum Schwerpunktthema Wertorientiertes IT-Servicemanagement
C
- CobiT
-
CobiT (Control Objectives for Information and Related
Technology) ist ein Referenzmodell für IT-Governance, das seit
den 90er-Jahren von den internationalen Gremien des Verbandes
der IT-Revisoren "Information Systems Audit and Control
Association" (ISACA) im Zuständigkeitsbereich des "IT Governance
Institute" (ITGI) entwickelt wird. Die aktuelle Version ist
CobiT 4.1.
Der Fokus von CobiT liegt auf den Bereichen IT-Alignment, Wertbeitrag der IT, Performance Measurement sowie Ressourcen- und Risikomanagement.
Im Mittelpunkt von CobiT stehen Kontrollziele (control objectives), die auf oberster Ebene prozessorientiert strukturiert werden. Die Basis bilden 34 IT-Prozesse, die jeweils mit einem High-Level-Kontrollziel sowie mit mehreren detaillierteren Kontrollzielen verknüpft sind. Die Prozesse selbst sind den vier Bereichen (domains) Planung und Organisation, Beschaffung und Implementierung, Lieferung und Unterstützung sowie Überwachung und Evaluierung zugeordnet und decken damit nahezu alle Aufgabenbereiche der Unternehmens-IT ab (vgl. www.isaca.org/cobit). (HMD 264)
E
- Effektivität
- Effektivität ist ein Maß dafür, inwieweit definierte Ziele erreicht wurden. Effektivität := Das Richtige tun. (HMD 264)
- Effizienz
- Effizienz ist ein Maß dafür, inwieweit für die Erreichung definierter Ziele die richtige (optimale) Menge an Ressourcen eingesetzt wurde. Effizienz := Das, was man tut, richtig tun. (HMD 264)
F
- Framework (Software)
- Unter Framework wird eine moderne Entwicklungsumgebung verstanden zusammen mit der dazugehörigen Runtime-Bibliothek. Ein solches Framework kann als sehr umfangreicher Rahmen (daher der Name) angesehen werden, in den die modernen objektorientierten Programme eingebettet sind. Erst in einem solchen Rahmen kommen die Programme zur Wirkung. (HMD 264)
- Framework (Best Practice)
- Im Zusammenhang mit Best-Practice-Ansätzen (z.B. CobiT, ITIL) bezeichnet ein Framework eine definierte Struktur an Prozessen, Aufgaben, Rollen etc., die in Form von Handlungsempfehlungen dem Anwender zur Verfügung gestellt werden. Best-Practice-Frameworks beantworten dabei in der Regel die Frage "Was ist zu tun?" - lassen aber häufig die Antwort auf die Frage "Wie ist es zu tun?" offen. (HMD 264)
I
- ITIL
- ITIL (Information Technology Infrastructure Library) ist eine herstellerunabhängige Sammlung von "Best Practices" für das IT- Servicemanagement. Ausgehend von einer Initiative der britischen Regierung Ende der 80er-Jahre wurde das Konzept kontinuierlich durch Vertreter der Praxis weiterentwickelt. Als generisches Referenzmodell für die Planung, Überwachung und Steuerung von IT-Leistungen ist ITIL mittlerweile zum internationalen De- facto-Standard für das IT-Servicemanagement geworden. Der aktuellen Version von ITIL (ITIL V3) liegt ein Lebenszyklusmodell für IT-Services zugrunde: Service Strategy - Service Design - Service Transition - Service Operation - Continual Service Improvement. Ziel ist es, in strategischen, taktischen und operativen Bereichen eine verbesserte Kunden- und Serviceorientierung beim (internen oder externen) IT- Dienstleister zu gewährleisten (vgl. www.itil.co.uk). (HMD 264)
N
- Nachhaltigkeit/Green IT
- In der Unternehmenspraxis wird der Begriff Nachhaltigkeitsmanagement überwiegend im Zusammenhang mit den Aufgaben, Konzepten und Instrumenten einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung verwendet. Im betrieblichen Kontext hat sich das Konzept der Nachhaltigkeit, ausgehend von Zielen der Ressourcenschonung und des Umweltschutzes, zu einer gleichberechtigten und gleichzeitigen Optimierung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele zur Sicherung einer dauerhaften Geschäftstätigkeit weiterentwickelt. Diese Dimensionen repräsentieren die drei Säulen der Nachhaltigkeit und werden auch als das Drei-Säulen-Modell (engl. "Triple Bottom Line") der Nachhaltigkeit bezeichnet. Bezogen auf das IT-Management werden unter dem Schlagwort "Green IT" sämtliche Maßnahmen bzw. Lösungen zusammengefasst, die sich mit der umwelt- und ressourcenschonenden Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien über den gesamten Lebenszyklus (Design, Produktion, Betrieb, Entsorgung) hinweg auseinandersetzen. (HMD 264)
O
- Outsourcing (intern vs. extern, total vs. selektiv)
-
Unter Outsourcing versteht man die Übertragung von Aufgaben,
Ressourcen und Verantwortung an einen oder mehrere rechtlich
unabhängige Dienstleister. Es findet somit ein Übergang von
Eigenerstellung (Make) zu Fremdbezug (Buy) statt, der durch
Reduktion der Wertschöpfungstiefe zu einer Veränderung in der
zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung führt. Von Outsourcing
i.e.S. (externes Outsourcing, Auslagerung) spricht man, wenn der
Dienstleister nicht nur rechtlich, sondern auch finanziell
unabhängig ist vom auslagernden Unternehmen, d.h. beispielsweise
nicht demselben Konzern angehört.
Internes Outsourcing (Ausgliederung) liegt vor, wenn die Leistung zwar innerhalb eines finanziell abhängigen Verbundes erbracht wird, aber zumindest rechtliche Unabhängigkeit (z.B. Leistungserbringung durch eine IT-Tochter (sog. Captive Outsourcing)) oder typische Merkmale einer Outsourcing-Beziehung wie z.B. die Erzielung von Skaleneffekten oder der teilweise Erhalt von Marktmechanismen vorliegen. Im diesem Sinne gehen manche Autoren so weit, dass sie ein Shared Service Center als spezielle Form des internen Outsourcings betrachten.
In Abhängigkeit vom Grad der Vollständigkeit der übertragenen Aufgaben und Ressourcen spricht man von selektivem vs. totalem Outsourcing. (HMD 264)
P
- Performance-Management
- Performance-Management bezweckt die Optimierung der Leistungen und Kosten im IT-Bereich, um den Unternehmensnutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dazu muss die IT-Strategie mit der Unternehmensstrategie abgeglichen und ein Satz von Kennzahlen (Performance Indicators) für den IT-Bereich festgelegt werden. Die Projekte und Vorhaben der IT müssen auf die strategische Relevanz, Dringlichkeit, auf Nutzen- und Kostenaspekte hin mithilfe eines Performance-Management-Systems laufend untersucht und überwacht werden. (HMD 264)
S
- Service Lifecycle
- Unter Service Lifecycle wird ein Konzept für das IT-Servicemanagement verstanden, das die Bedeutung der Koordination und Steuerung für die Funktionen, Prozesse und Systeme des IT-Servicemanagements von der Planung bis zur Stilllegung berücksichtigt. Aufgeteilt wird der Service Lifcycle nach ITIL V3 in die Phasen Service Strategy, Service Design, Service Transition, Service Operation und Continual Service Improvement. (HMD 264)
- Shared Service Center
- Unter Shared Service Center wird eine eigenständige organisatorische Einheit verstanden, die internen Konzernkunden Shared Services anbietet. Shared Services sind konsolidierte und zentralisierte Dienstleistungsprozesse, die typischerweise Unterstützungsleistungen für Kernprozesse bieten und zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden. Die Einrichtung eines Shared Service Center soll Synergien ermöglichen und zu einer Optimierung des Ressourceneinsatzes im Gesamtkonzern beitragen. (HMD 264)





