Glossar

zum Schwerpunktthema Prozessmanagement

Glossar zu HMD 266, erschienen im April 2009.

B

Business Process Management (BPM), Geschäftsprozessmanagement oder kurz Prozessmanagement
BPM teilt sich in die beiden Komponenten "strategisches" und "operatives" BPM auf. Im strategischen BPM wird die Frage nach der Effektivität von ?Prozessen beantwortet (Welche Prozesse soll eine Organisationseinheit intern durchführen bzw. extern durchführen lassen?). Im operativen BPM wird die Frage nach der Effizienz von Prozessen beantwortet (Wie sollen die intern durchgeführten Prozesse abgewickelt werden, um möglichst wenig Ressourcen dabei zu verbrauchen oder um mit den vorgegebenen Ressourcen den maximalen Nutzen zu erzielen?). Im Rahmen des operativen BPM werden Prozesse dokumentiert, modelliert, umgesetzt, überwacht und ggf. optimiert. (HMD 266)
Business Process Maturity Model (BPMM)
BPMM ist ein Reifegradmodell (vgl. z.B. auch ITIL, CMMI) und beschreibt einen evolutionären Pfad, der die Prozessreife einer Organisation in Stufen steigert und damit die Organisation bei der Priorisierung von Verbesserungsaktivitäten im Rahmen des Geschäftsprozessmanagements unterstützt. Das Business Process Maturity Model wurde durch die Object Management Group (OMG) entwickelt. (HMD 266)

G

Geschäftsprozessmanagement
siehe Business Process Management (HMD 266)
Geschäftsprozessmodellierung (Business Process Modeling)
Strukturierte Visualisierung von Prozessen mithilfe von Kombinationen aus grafischen und textuellen Elementen. Zur Geschäftsprozessmodellierung gibt es verschiedene Methoden, wie z.B. ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) oder Wertschöpfungskettendiagramme (WKD), oder auch Beschreibungssprachen, z.B. Business Process Modeling Language (BPML) oder Unified Modeling Language (UML). (HMD 266)

O

Object Management Group (OMG)
Die OMG hat über 800 Mitglieder (u.a. IBM, Apple, Sun und Microsoft). Bekannte Veröffentlichungen der OMG sind die Common Object Request Broker Architecture (CORBA), die das Erstellen von verteilten Anwendungen in heterogenen Umgebungen vereinfacht, sowie die Unified Modeling Language (UML), die die Modellierung und Dokumentation von objektorientierten Systemen in einer normierten Syntax erlaubt und einen international anerkannten Standard darstellt. Im Themenfeld des Geschäftsprozessmanagements ist durch die OMG neben dem Business Process Maturity Model (BPMM) auch die grafische Prozessmodellierungsmethode BPMN (Business Process Modeling Notation) entstanden. (HMD 266)

P

Prozess
Unternehmensintern oder extern getriggerte Folge von logisch und zielführend angeordneten Aktivitäten, die mithilfe von technischen, personellen und zeitlichen Ressourcen unter Einhaltung von Regeln und dem Einsatz von Kompetenz und Wissen Input in Output transformieren und somit Werte schaffen. (HMD 266)

S

Situierung
Situierung beschreibt die Ausrichtung des Informationssystems an Situationen eines Geschäftsobjekts, z.B. des Menschen (Kunde, Mitarbeiter usw.), eines Dokuments oder einer betrieblichen Aufgabe. Die Situation ist ein relevanter Zustand des betrachteten Geschäftsobjekts, also ein Zustand, auf den die Software reagieren muss. (HMD 266)
Subjektorientierte Modellierung
Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die Subjekte als an einem Prozess beteiligte Akteure. Dies können Menschen und Maschinen sein. Als Handelnde in Rollen lösen sie den Prozess aus und treiben ihn. Dabei erledigen sie ihre individuellen Teilaufgaben und kommunizieren untereinander, um ihr gemeinsames Handeln zur Erreichung des gewünschten Prozessergebnisses zu strukturieren und abzustimmen.
Die subjektorientierte Modellierung läuft in zwei Schritten ab: Zunächst gilt es, die am Prozess beteiligten Subjekte als prozessspezifische Rollen zu identifizieren und ihre Interaktionsbeziehungen, d.h. die zwischen ihnen ausgetauschten Nachrichten, darzustellen. Nachrichten können bei Bedarf formularartig strukturierte Informationen, sogenannte Geschäftsobjekte, enthalten. Im Anschluss erfolgt die Definition des Subjektverhaltens. Dabei werden die Subjekte verfeinert, indem ihr Verhalten als streng sequenzielle Reihenfolge ihrer Tätigkeiten und Interaktionen mithilfe von Zuständen und Zustandsübergängen (Transitionen) beschrieben wird. Mehrere Subjekte können parallel agieren und sich dabei über die Nachrichten synchronisieren. (HMD 266)
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