Glossar

zum Schwerpunktthema Web 3.0 & Semantic Web

Glossar zu HMD 271, erschienen im Februar 2010.

F

Folksonomy
Das zusammengesetzte Kunstwort Folksonomy basiert auf den Begriffen Folk (das Volk der Internetnutzer) und Taxonomy (Taxonomie). Durch Tagging entsteht ein Ordnungssystem, das von Internetnutzern gepflegt wird. Über Schnittmengen von gemeinsamen Tags lassen sich Beziehungen zwischen verschiedenen Objekten herstellen. Zudem können mit einer Folksonomy Tag Clouds (Wortwolken) konstruiert werden. (HMD 271)

L

Linked Data Web
Das World Wide Web Consortium (W3C) koordiniert die Veröffentlichung von Linked Data im Web. Dabei werden Datenbestände in das RDFFormat (Resource Description Framework) übertragen. Durch Datenlinks entsteht ein globaler Graph, der Datenquellen im Web verbindet und die Entdeckung neuer Datenquellen unterstützt. (HMD 271).

O

Ontologie
Ontologien sind Wissensmodelle, die Begriffe und Beziehungen zwischen Begriffen repräsentieren. Sie erlauben, domänenspezifisches Wissen abzulegen, Klassifikationsstrukturen herzuleiten und Abbildungen zwischen verschiedenen Klassifikationsstrukturen aufzudecken. (HMD 271)

R

Resource Description Framework
Das Resource Description Framework oder RDF bildet die Grundstruktur des semantischen Web. RDF ist eine Auszeichnungssprache für wahre Aussagen über Ressourcen im Web. Aussagen werden als Tripel aufgefasst, bestehend aus Subjekt (Ressource, über die eine Aussage gemacht wird), Prädikat (eine Eigenschaft des Subjekts) und Objekt (Argument des Prädikats). Die Menge der Tripel bildet einen gerichteten Graphen. Mithilfe eines RDF- Schemas kann ein Vokabular für eine bestimmte Domäne aufgebaut und benutzt werden. Abfragen sind über OWL (Web Ontology Language) oder SQL-ähnliche Sprachen wie SPARQL möglich. (HMD 271)

S

Semantisches Mashup
Mashup, abgeleitet vom englischen Wort mash oder mischen, bezeichnet die Zusammenstellung neuer Webinhalte aus bereits vorhandenen Webinhalten. Inhalte des Web wie Text, Bild, Audio oder Video werden dabei kollagenartig zusammengestellt. Auf der Basis des Linked Data Web kann ein semantisches Mashup neue Datenquellen laufend entdecken und einbringen, indem es den Datenlinks folgt. (HMD 271)
Semantisches Web
Das semantische Web oder Semantic Web zielt darauf ab, Informationen und multimediale Inhalte aufgrund ihrer Bedeutung (Semantik) miteinander zu verknüpfen. Es verfolgt das Ziel, Inhalte des Web für Maschinen verarbeitbar zu machen. Dazu müssen die Inhalte des semantischen Web durch Software interpretiert und miteinander in Beziehung gebracht werden. Wesentlich dafür sind standardisierte Wissensmodelle (Ontologien) sowie die entsprechende Auszeichnung der Metadaten (semantisches Markup). (HMD 271)
Social Bookmarks
Bei Social Bookmarks handelt es sich um persönliche Linksammlungen, die öffentlich sind und von den Benutzern mit Tags verschlagwortet werden. Jeder Benutzer kann nicht nur seine eigenen Favoriten sehen, sondern das gesamte Verzeichnis nach bestimmten Schlagwörtern durchsuchen oder die kompletten Listen von anderen Benutzern mit einem ähnlichen Interessenprofil durchforsten. (HMD 271)
Social Tagging
In diesem Prozess fügen Benutzer Metadaten (Tags) in Form einfacher Schlüsselwörter zu gemeinsamen Inhalten hinzu; das Ergebnis (die Sammlung der entstandenen Tags) wird als Folksonomy bezeichnet. Social Tagging kann in verteilten Tätigkeiten genutzt werden, um das Auffinden und die Wiederverwendung von Objekten zu fördern. (HMD 271)

T

Tag
Ein Tag ist ein Etikett oder eine Markierung, die an einen Gegenstand oder ein Datenobjekt zur Kennzeichnung angeheftet wird. Tags bilden die Grundlagen für Auszeichnungssprachen wie HTML und XML. Sie werden durch Anfangs-Tag (<...>) und End-Tag (</...>) eingeschlossen. Der Inhalt der Tags gibt an, um welche Art der Auszeichnung es sich handelt. (HMD 271)
Tagging
Tagging ist der Vorgang zur Auszeichnung von Datenobjekten. Ins Web gestellte Inhalte werden mit Schlagworten versehen. Die Tags beschreiben den Webinhalt, um ihn z.B. für Suchmaschinen leichter auffindbar zu machen. (HMD 271)
Taxonomie
Darunter versteht man ein Klassifikationssystem für Inhalte. Eine Taxonomie kann durch die Erfassung von Schlagwörtern bzw. Tags aufgebaut werden, die den Inhalt beschreiben. Im Internet ist die Taxonomie eine hierarchische Klassifikation von Informationen. Zunehmend wird diese durch eine Folksonomy, also das gemeinsame Verschlagworten (Tagging), abgelöst. (HMD 271)
Text Mining
Text Mining bezweckt, Muster, Zusammenhänge und Erkenntnisse in Texten zu erkennen und daraus zu extrahieren. Texte liegen meistens in natürlicher und wenig strukturierter Form vor und müssen von geeigneter Software verarbeitet werden. Dazu wird der Text in seine Bestandteile zerlegt und anhand vorgegebener oder dynamisch trainierter Regeln hinsichtlich Syntax und Semantik untersucht. (HMD 271)

W

Web 2.0
Web 2.0 stellt einen weit gefassten Sammelbegriff dar, unter dem erweiterte Internettechnologien und - anwendungen sowie ein neues Verständnis des Internets durch den Nutzer subsumiert sind. Hauptmerkmal ist dabei die aktive Mitwirkung des Nutzers an der Erstellung und Verteilung der Webinhalte. Neben Internettechnologien wie z.B. Webservice-APIs, Ajax (Asynchronous JavaScript and XML), Weblogs oder Abonnementdiensten (z.B. RSS) werden auch Social Software bzw. Social Networks als Bestandteil von Web 2.0 angesehen. (HMD 271)
Web 3.0
Unter Web 3.0 wird ein ein Social Semantic Web verstanden, das sowohl die Eigenschaften des Web 2.0 (Social Web) als auch die des semantischen Web besitzt. (HMD 271)
Weblog
Unter einem Weblog (Kunstwort aus "Web" und "Logbuch", abgekürzt durch Blog) versteht man eine Website, auf der zeitlich geordnet neue Einträge publiziert werden. Blogs fungieren häufig als (private) Tagebücher, in denen Blogger eigene Erfahrungen kundtun. Sie sind oft durch Subjektivität und Individualität geprägt. Zudem existieren Fach-Weblogs, die sich aus Beiträgen zu einem bestimmten Thema zusammensetzen. Corporate Blogs wiederum helfen der Imagebildung von Organisationen. (HMD 271)
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