Glossar

zum Schwerpunktthema Open Source - Konzepte, Risiken, Trends

Glossar zu HMD 283, erschienen im Februar 2012.

C

Closed-Source-Software
Im Gegensatz zu Open-Source-Software ist bei Closed-Source-Software eine Veränderung des Quellcodes nicht erlaubt. Es handelt sich um proprietäre Software. (HMD 283)
Commons
siehe Gemeingut (HMD 283)
Contributor License Agreement (CLA)
Programmierer, die an Open-Source-Projekten mitarbeiten, müssen immer häufiger ein CLA unterzeichnen, um sicherzustellen, dass der Open-Source-Charakter des Projektes langfristig nicht gefährdet wird. Über eine solche Vereinbarung erfolgt eine Absicherung des Projektes gegen das Risiko, dass einzelne Entwickler ihren beigetragenen Code später zurückziehen oder ihn für proprietäre Entwicklungen verwenden wollen.
CLAs sind in der Open-Source-Community zwar nicht mehr selten, aber oft umstritten. (HMD 283)
Copyleft
Die Idee des Copylefts ist es, das Copyright (das Urheberrecht) zu nutzen, um dieses "umzukehren". Aus dem Copyright, das ermöglicht, andere auszuschließen, wird das Copyleft, das es unmöglich macht, andere auszuschließen. Dabei vergibt der Urheber umfassende Nutzungsrechte, die jedem eine Bearbeitung und Verbreitung der Software erlauben, allerdings unter der Bedingung, dass jeder, der diese Rechte nutzt, sie auch an Dritte, an die er die Software verteilt, weitergibt. So wird sichergestellt, dass Software, die einmal unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar war, immer frei verfügbar bleiben wird.
Der Begriff Copyleft basiert auf einem Wortspiel, das durch Vertauschen des Wortes "right" durch das Gegenwort "left" die oben erklärte Umkehrung der urheberrechtlichen Situation andeuten soll. Das Copyleft-Symbol ist das gespiegelte Copyright-Symbol. (HMD 283)
Creative Commons (CC)
CC ist der Name einer in 2001 gegründeten in Kalifornien ansässigen gemeinnützige Organisation, die Standardlizenzverträge für urheberrechtlich geschützte Werke entwickelt und anbietet. Der Begriff "CC" wird zudem häufig, wenn auch nicht ganz korrekt, als die Kurzbezeichnung dieser Lizenzen verwendet. CC-Lizenzen gehören in die Gruppe der Open-Content-Lizenzen und decken eine große Bandbreite an Lizenzmodellen ab. Einige dieser Lizenzmodelle basieren auf dem im Bereich Open-Source-Software entstandenen Copyleft-Prinzip, das in diesem Kontext als "share alike" bezeichnet wird. (HMD 283)

D

Duale Lizenzierung (Dual Licensing)
Bei dualer Lizenzierung, auch als Mehrfachlizenzierung bezeichnet, wird ein Produkt parallel unter einer Open-Source- und einer proprietären Lizenz angeboten. Typischerweise ist die Grundfunktionalität frei und bestimmte Features oder Erweiterungen können nur bei Erwerb der kommerziellen Lizenz benutzt werden. (HMD 283)

F

Fork, Forking
Durch Auf- oder Abspaltung kann in einem Softwareentwicklungsprojekt ein Entwicklungszweig entstehen, der unabhängig vom ursprünglichen Projekt weiterentwickelt wird. Das abgespaltete Projekt wird häufig als Fork bezeichnet, der Prozess als Forking. Aus großen Open-Source-Projekten gehen häufig Forks hervor. (HMD 283)

G

Gemeingut (Commons)
Gemeingüter bezeichnen Güter, die für alle potenziellen Nachfrager frei zugänglich sind. (HMD 283)

L

Linked Open Data (LOD)
LOD sind im Internet bereitgestellte untereinander vernetzte offene Daten. Die Bereitstellung und Verlinkung basiert typischerweise auf dem Resource Description Framework (RDF). Den dadurch entstehenden globalen Datenbestand untereinander vernetzter Datenbestände bezeichnet man auch als Linked Data Web. (HMD 283)
Lock-in-Effekt
Als Lock-in-Effekte werden Bindungseffekte bezeichnet, die dadurch entstehen, dass das Verlassen oder Verändern einer Situation, z.B. der Wechsel eines Anbieters oder Produktes, Wechselkosten in einer Höhe erzeugen würde, die die entsprechende Maßnahme unwirtschaftlich machen. (HMD 283)

M

Mehrfachlizenzierung
siehe dual_licensing (HMD 283)

O

Offene Daten
siehe Open Data (HMD 283)
Open Content (Freie Inhalte)
Texte, Bild- und Tonwerke, deren kostenlose Nutzung und Weiterverbreitung urheberrechtlich erlaubt ist, werden als Open Content bezeichnet. Dies kann durch eine entsprechende Open-Content-Lizenz herbeigeführt werden. Alternativ kann durch Ablauf gesetzlicher Schutzfristen ein bis dahin geschütztes Werk gemeinfrei werden. (HMD 283)
Open-Content-Lizenz
Open-Content-Lizenzen sind das Pendant zu OSS-Lizenzen, beziehen sich jedoch nicht auf Software, sondern auf andere Werke (z.B. Text, Bild, Ton), die als Open Content bereitgestellt werden sollen. (HMD 283)
Open Data (OD, Offene Daten)
Hierunter fallen sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden. (Quelle: von Lucke, J.; Geiger, C.: Open Government Data: Frei verfügbare Daten des öffentlichen Sektors. Friedrichshafen, 2010.) (HMD 283)
Open Government Data (OGD, Offene Verwaltungsdaten)
OGD sind offene Daten des öffentlichen Sektors, die von Staat oder Verwaltung bereitgestellt werden. (HMD 283)
Open Source Initiative (OSI)
Die OSI ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung von Open-Source-Software (OSS) widmet. Sie wurde im Februar 1998 von Bruce Perens und Eric S. Raymond gegründet und befasst sich zum einen mit der Definition des OSS-Begriffes und zum anderen mit der Prüfung von Softwarelizenzarten auf Konformität mit dieser Definition. Sie veröffentlicht die Liste der von ihr in dieser Hinsicht bestätigten Lizenzen. (HMD 283)
Open-Source-Software (OSS)
Open-Source-Software bedeutet in wörtlicher Übersetzung quelloffene Software. Man versteht darunter Software, die neben der Quelloffenheit noch weitere Anforderungen erfüllt, d.h. insbesondere unter einer von der Open Source Initiative (OSI) anerkannten Lizenz steht. Die OSI stützt sich dabei auf einen als "Open Source Definition" bezeichneten Kriterienkatalog, der auf der Definition freier Software (Free Software) aufbaut:
  1. Freie Weitergabe der Software ohne Lizenzgebühr
  2. Offenlegung und Weitergabe des Quellcodes
  3. Zulassung von Weiterentwicklungen und Ableitungen unter derselben Lizenz wie die Basissoftware
  4. Garantie der Unversehrtheit des originären Quellcodes
  5. Keine Diskriminierung von Personen oder Gruppen
  6. Keine Nutzungseinschränkung für bestimmte Anwendungsgebiete
  7. Unmittelbare Lizenzerteilung für alle, die die Software erhalten, ohne zusätzliche Lizenz
  8. Produktneutralität der Lizenz
  9. Keine Einschränkung anderer Software
  10. Neutralität der Weitergabe bezüglich Technologien/Standards
(Quelle: http://opensource.org/docs/osd) (HMD 283)

S

Second-Generation OSS (OSSg2)
OSSg2 gehört zu den modernen OSS-Geschäftsmodellen. Ein OSSg2-Unternehmen generiert den Hauptteil seines Erlöses über komplementäre Dienstleistungen rund um Open-Source-Software (OSS) und sponsert zugleich die Entwicklung der entsprechenden Software, z.B. durch Bereitstellung von Ressourcen für das OS-Projekt. (HMD 283)
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